VIDEO: "Vom Wert der Natur" Naturkapital Deutschland | MAKROTREFF

VIDEO: "Vom Wert der Natur" Naturkapital Deutschland

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VIDEO: "Vom Wert der Natur" Naturkapital Deutschland

Mo, 20/06/2016 - 11:57
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Ein sehenswerter Beitrag zum Thema: "Vom Wert der Natur" Naturkapital Deutschland

Mehr:

Welche Ökosystemleistungen stellt uns die Natur zur Verfügung, ohne dass wir dafür zahlen? Und wie profitieren wir davon? 

Ein Film im Auftrag des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ http://www.ufz.de
gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN http://www.bfn.de) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB http://www.bmub.de)

Ein OH MY Film http://www.oh-my.de
Regie: Feliks Horn
Idee und Redaktion: Miriam Brenck
Konzept: OH MY in Zusammenarbeit mit Miriam Brenck
Szenenbild und Paper-Artist: Feliks Horn
Sound-Design und Postproduktion: Sebastian Tomczak
Sprecher: Florian Hecker
Voice-Over Recording: Nils Mosh

Herzlichen Dank an
Marcel Doquier, Sandra Greiling, Frederik Horn, Hannes Weyland, Nico Kozuschek, Christoph Schröter-Schlaack, Burkhard Schweppe-Kraft, Harry Schindler, Ellen Banzhaf, Jingxia Wang, Chao Li, Nele Lienhoop und Wiebke Böning.

Naturkapital Deutschland – TEEB DE (http://www.naturkapital-teeb.de)

Kommentare

KOMMENTAR

zum Kurzfilm

„Vom Wert der Natur“ (Naturkapital Deutschland)

Valentin hat das Video „Vom Wert der Natur“ eingestellt. So lobenswert die Intention der „Macher“ dieses Videos ist, so sehr verstört mich seine „Machart“. Zunächst war ich davon überzeugt, dass es sich um ein Kinder-Video handelt, für Kinder im Vorschulalter! Später erst nahm ich mit Entsetzen zur Kenntnis, dass die Zielgruppe doch mehr die Erwachsenenwelt unserer Gesellschaft ist.

Im Kurzfilm wird „anschaulich“ erklärt, wie „wertvoll Natur ist“: Ein Kasperletheater-Vorhang öffnet sich, um den Unterschied zwischen einem Smartphone und einem Baum zu „veranschaulichen“ (Minute 0:10), Papiervögel fliegen „anschaulich“ zwitschernd durch die Luft (Minute 0:36), am Himmel wackeln „anschaulich“ weiße Flauschwolken vor sich hin (Minute 0:46) – alles in grobmotorischer Papieroptik, für scheinbar geistig grobmotorische Menschen gemacht.

Vor nicht allzu langer Zeit waren solche und ähnliche Animationen erfolgreicher Bestandteil beispielsweise der „Sendung mit der Maus“- ein vielfach ausgezeichneter Vorschulfilm. Was hat sich geändert, dass „Prädikat wertvoll“-Kleinkind-Animationen innerhalb weniger Jahre als erwachsenenwürdig präsentiert werden? Wo steht die heutige Gesellschaft?

Klar, es gibt zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass dem heutigen durchschnittlichen Erwachsenen kaum mehr als eine Handvoll Vogelarten bekannt sind. Und der Wissenstand über allgemeine Zusammenhänge in der Biologie ist beängstigend gering. Auch bekannt ist, dass der durchschnittliche Erwachsene von heute sich kaum länger als wenige Minuten auf ein und denselben Zusammenhang konzentrieren mag/kann und dass er gezeichnete/animierte Informationen besser aufnehmen mag/kann als geschriebene oder gesprochene. Aber rechtfertigt das ein Abtauchen in infantilste Formen der Darstellung von Zusammenhängen zu so elementaren Themen wie der Wertigkeit der Natur? Ich kam nicht umhin, mich beim Betrachten von blauen „Regen“-Papierkügelchen (Minute 1:30) und auf Stöckchen reitenden Bienen (immerhin summend! - Minute 2:00) ziemlich verdummbeutelt vorzukommen! Doch dann der Hoffnungsschimmer: In Minute 1:07 hörte ich von der kindlich betonenden Männerstimme, dass sich für uns die „Investition in Naturkapital auszahlt“. Das sind keine Begriffe aus der Vorschulzeit! Das sind Begriffe aus der Finanzwelt unseres Wirtschaftssystems! Aber hat uns nicht genau dieses Wirtschaftssystem aufgrund seiner zunehmenden Grenzenlosigkeit all diese Probleme gebracht, von denen im Kurzfilm die Rede ist? Meines Wissens konnten bisher noch nie Probleme mit denselben Methoden gelöst werden, durch die sie geschaffen wurden – außer vielleicht beim „Waldsterben“ in den 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Hm, wahrscheinlich denke ich zu kompliziert. Ich muss schlichter denken …

Wie dem auch sei, nach dem Schlenker ins Vokabular der Banker in Minute 1:07 wusste ich nun doch relativ sicher, dass es sich nicht um einen Vorschulfilm handelt. Doch wie handlungs(un)fähig ist eine Gesellschaft, der ihre selbst verursachten Probleme mittels Kleinkind-Pädagogik erklärt wird/werden muss?

Wenn pädagogische Untersuchungen tatsächlich eine solche „Verschlichtung“ des menschlichen Geistes bescheinigen, sollten alle menschlichen Anstrengungen dahin gehen, diese „Verschlichtung“ in mehr Weisheit umzukehren, anstatt sie mit „schlicht“ dämlichen Methoden zu bedienen. Dafür sind die im Kurzfilm thematisierten Zusammenhänge zu bedeutend! In mir fühlt sich eine solche Art der Darstellung „vom Wert der Natur“ nach Verwässerung und Verharmlosung an, insbesondere vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Naturschutz-Probleme!

Roland Günter
(www.naturbildarchiv-guenter.de)

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