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Makronist

Hallo Ingo,

wichtiges Thema, danke dass du darauf Hinweist!

Ich möchte noch hinzufügen, dass ca. 70% der Wildbienenarten bodennistende Arten sind, denen solche Nisthilfen nichts bringen.

Für Bodennistende Arten: Offene (unbewachsene) Stellen schaffen. Oder ein "Sandarium" anlegen. Dafür mischt man Sand (ungewaschen) mit Lehm (ca.70/30) und füllt das Gemisch in eine 50cm tiefe Grube und schüttet noch einen kleinen Hügel auf. Alternativ werden auch Abbruchkanten gern besiedelt oder man kann auch eine Art Hochbeet (Sand/Lehmgemisch) aufschütten mit Steinen an den Seiten, dann muss man keine Grube graben.

Für Hohlraumbesiedelnde Arten (z.B. Mauerbienen) sind Nisthilfen wie in dem Bild von dir gezeigt gut, ich würde gefräste Nistbretter empfehlen. Die kann man aufmachen um sie zu reinigen (Es gibt viele Parasiten/Milben die sich in den Nisthilfen ansiedeln, außerdem bleiben Pollen/Lehmreste und tote Puppen/Larven in den Nisthöhlen) und die Kokons sicher (z.B. in einem Karton bis zum Schlupf draußen (regengeschützt)) aufzubewahren. So habe ich es jetzt seit 2 Jahren gemacht und es ist wirklich sehr gut. So kann man auch die Brutzellen sehen und genau begutachten.

Pflanzen (alle genannten sind einheimisch):

Disteln (Nickende Distel, Wollkopfkratzdistel, Mariendistel, Kugeldistel, Acker-Kratzdistel, auch Edeldisteln wie z.B. Mannstreu), Klee (Hornklee, Rotklee, Weißklee, Inkarnatklee etc.), Taubnesseln, Herzgespann (lockt vor allem Wollbienen an, versamt sich bei mir sehr gut), Schwarznessel, Immenblatt, Fingerhut, Flockenblume (Insektenmagnet, auch Vögel z.b. Distelfinken fressen gern die Samen), Glockenblumen (z.B. Nesselblättrige Glockenblume), Königskerze (In den markhaltigen Stängeln der Königskerze nisten auch gern Wildbienen also: vertrocknetes nicht abschneiden), Witwenblume (blüht extrem lange, wahre Insektenmagneten, von der Schwebfliege bis zum Tagfalter), Wiesensalbei, klebriger Salbei (Spätblüher, gedeiht im Schatten/Halbschatten), Gundermann, Krokus, Schlüsselblume, Duftveilchen (Frühblüher, Bodendecker, Schatten/Halbschatten, Futterpflanze Kaisermantel), Sandglöckchen, Beinwell, Alant, Kartäusernelke (für Schmetterlinge, braucht sonne/trocken), Brennessel (viele Schmetterlingsraupen fressen daran), Efeu (muss allerdings alt werden bis er blüht, aber dann ein wertvoller Spätblüher), Klappertopf (Halbschmarotzer, kann dabei helfen eine Blumenwiese zu etablieren, da er an Gräsern schmarotzt, Hummelpflanze), Wiesen-Margerite, Färberkamille (verbreitet sich gut, blüht bis zum Frost), Wilde Malve, Wilde Karde (Insektenmagnet und auch für Vögel gut. Stieglitze picken sich gern die Samen), Wilde Möhre (Insektenmagnet, Nahrungspflanze Schwalbenschwanz)

Sträucher/Bäume:

Salweide (Nahrungspflanze für über 100 Schmetterlingsarten, sehr wichtiger Frühblüher), Schlehe (auch Futterpflanze für viele Schmetterlingsarten, auch für Vögel interessant), Obstbäume, Weißdorn, Faulbaum (Zitronenfalter), Kornelkirsche (blüht schon früh), Holunder, Haselnuss, Hundsrose, Himbeere, Blaubeere, Felsenbirne

Es gäbe noch viel mehr Pflanzen, aber ich belasse es erstmal dabei. Alle genannten Pflanzen kann ich wärmstens empfehlen, je nach Standort.

lg Jan

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