Zunächst noch eine Erläuterung zur Erhöhung des Abbildungsmaßstabs: Ich habe den Abbildungsmaßstab NICHT in der Bildbearbeitung erhöht – das wäre hier nur mittels eines Crops, also einer nachträglichen Bildbeschneidung, möglich. Dadurch hätte sich zwar auch das Verhältnis der Blütenblattflächen zum Hintergrund geändert, NICHT aber der Hintergrund bezüglich seiner Abbildungscharakteristik. Ich habe also den Abbildungsmaßstab beim Fotografieren verändert, indem ich näher an das Motiv herangegangen bin. Nur so ändern sich die Abstände Kamera – Motiv und Motiv – Hintergrund zueinander, was dann erst Einfluss auf die Abbildungscharakteristik des Hintergrunds hat.
Weiße Blütenblätter
Ich nehme bei der Bildbearbeitung routinemäßig die Spitzen reiner Weißtöne etwas zurück, um die Durchzeichnung dort ein wenig zu erhöhen. Aber wie gesagt, das entspricht einer generellen Vorgehensweise.
Würde die Sonne auf die weißen Blütenblätter scheinen, würde einem nichts anderes übrig bleiben, als dies bereits beim Fotografieren zu berücksichtigen – entweder durch Abblenden, wenn die weißen Blütenblätter einen kleineren Bildanteil einnehmen, oder durch Aufhellen, wenn sie einen größeren Anteil im Bild einnehmen und dadurch der Belichtungsmessung der Kamera signalisieren, die Belichtung stark runterzusetzen ("weil die weißen Blüten in der vollen Sonne ja so hell sind").
Im zweiten Fall bräuchte man also gar keine Blendenkorrektur nach unten vorzunehmen, weil die hellen Blütenblätter dies ja quasi selbst übernehmen. Hier müsste dann bei der Bildbearbeitung abgewogen werden, ob eine nachträglich Aufhellung nötig bzw. sinnvoll ist.
Egal wie, in jedem Fall würde ein völlig anderes Bild herauskommen. Direktes Sonnenlicht auf den weißen Blüten beeinflusst massiv das Verhältnis des Lichts vom Hauptmotiv zum Hintergrund; das ist hier der entscheidende Aspekt. Denn das hätte einen sehr großen Einfluss auf die Gesamtwirkung des Bildes. Nur der Schatten auf den weißen Blütenblättern führt zu diesen homogenen, ausgeglichenen Lichtverhältnissen im Bild – was letztendlich auch zu dieser fast schon dreidimensionalen Bildwirkung führt. Denn diese plastische Wirkung ist das eigentlich auffällige bei diesem Bild. Hier kann das alte, von mir eingesetzte Vintage-Objektiv sein volles Potential ausspielen.
Fazit: Die Wirkung direkter Sonne auf weiße Blütenblätter lässt sich mittels Bildbearbeitung nicht so verändern, als hätten sich die Blüte im Schatten befunden. Für die (plastische) Wirkung dieses Krokusfotos war es also Voraussetzung, dass sich die Blüten im Schatten befanden und im Hintergrund dieses Licht-Schatten-Spiel war. Ich wusste, dass zu einer bestimmten Zeit am Tag genau dieses Lichtverhältnis gegeben war; da hatte ich dann das Foto gemacht.
Hallo Jürgen…
Hallo Jürgen,
Abbildungsmaßstab
Zunächst noch eine Erläuterung zur Erhöhung des Abbildungsmaßstabs:
Ich habe den Abbildungsmaßstab NICHT in der Bildbearbeitung erhöht – das wäre hier nur mittels eines Crops, also einer nachträglichen Bildbeschneidung, möglich. Dadurch hätte sich zwar auch das Verhältnis der Blütenblattflächen zum Hintergrund geändert, NICHT aber der Hintergrund bezüglich seiner Abbildungscharakteristik. Ich habe also den Abbildungsmaßstab beim Fotografieren verändert, indem ich näher an das Motiv herangegangen bin. Nur so ändern sich die Abstände Kamera – Motiv und Motiv – Hintergrund zueinander, was dann erst Einfluss auf die Abbildungscharakteristik des Hintergrunds hat.
Weiße Blütenblätter
Ich nehme bei der Bildbearbeitung routinemäßig die Spitzen reiner Weißtöne etwas zurück, um die Durchzeichnung dort ein wenig zu erhöhen. Aber wie gesagt, das entspricht einer generellen Vorgehensweise.
Würde die Sonne auf die weißen Blütenblätter scheinen, würde einem nichts anderes übrig bleiben, als dies bereits beim Fotografieren zu berücksichtigen – entweder durch Abblenden, wenn die weißen Blütenblätter einen kleineren Bildanteil einnehmen, oder durch Aufhellen, wenn sie einen größeren Anteil im Bild einnehmen und dadurch der Belichtungsmessung der Kamera signalisieren, die Belichtung stark runterzusetzen ("weil die weißen Blüten in der vollen Sonne ja so hell sind").
Im zweiten Fall bräuchte man also gar keine Blendenkorrektur nach unten vorzunehmen, weil die hellen Blütenblätter dies ja quasi selbst übernehmen. Hier müsste dann bei der Bildbearbeitung abgewogen werden, ob eine nachträglich Aufhellung nötig bzw. sinnvoll ist.
Egal wie, in jedem Fall würde ein völlig anderes Bild herauskommen. Direktes Sonnenlicht auf den weißen Blüten beeinflusst massiv das Verhältnis des Lichts vom Hauptmotiv zum Hintergrund; das ist hier der entscheidende Aspekt. Denn das hätte einen sehr großen Einfluss auf die Gesamtwirkung des Bildes. Nur der Schatten auf den weißen Blütenblättern führt zu diesen homogenen, ausgeglichenen Lichtverhältnissen im Bild – was letztendlich auch zu dieser fast schon dreidimensionalen Bildwirkung führt. Denn diese plastische Wirkung ist das eigentlich auffällige bei diesem Bild. Hier kann das alte, von mir eingesetzte Vintage-Objektiv sein volles Potential ausspielen.
Fazit:
Die Wirkung direkter Sonne auf weiße Blütenblätter lässt sich mittels Bildbearbeitung nicht so verändern, als hätten sich die Blüte im Schatten befunden. Für die (plastische) Wirkung dieses Krokusfotos war es also Voraussetzung, dass sich die Blüten im Schatten befanden und im Hintergrund dieses Licht-Schatten-Spiel war.
Ich wusste, dass zu einer bestimmten Zeit am Tag genau dieses Lichtverhältnis gegeben war; da hatte ich dann das Foto gemacht.
Liebe Grüße
Roland