Allium

Hallo in die Runde. das Foto hatte ich vor ein paar Tagen in den Showroom gestellt und war ob der ersten Bewertung (2 Sternchen!) doch etwas verwundert. Was ist daran so unterdurchschnittlich? Habe ich grobe Fehler gemacht und Regeln verletzt? Mein Ziel war, die vorderen Blüten scharf abzubilden und das Blatt der Funkie als Hintergrund zu haben. Ist der Rahmen zu eng und deshalb kein Platz für das Malen? Folglich wäre es besser, das Hauptmotiv kleiner darzustellen und dafür den Raum zu schaffen? Gebt mir mal Eure Meinung. Liebe Grüße Ecki

P.S.: Mich wundert auch, dass bei ca. 100 Betrachtern sich lediglich 4 zu einer Bewertung "durchringen". Das beobachte ich schon eine ganze Weile im Showroom. Liegt das daran, dass auch Nichtregistrierte mitgezählt werden, wenn sie ein Bild betrachten. Wie groß ist unsere Community eigentlich?

 

Kommentarbereich

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ADMIN

Hallo Ecki,

die Sternebewertung ist die Grundlage für eine Durchschnitts-Einschätzung mehrerer Stimmenabgeber. Deshalb liefert die Abgabe einer einzigen Stimme eine nur sehr ungenaue und damit nicht aussagekräftige Einschätzung. Aktuell haben sich vier Bewerter beim glatten Durchschnitt von drei Sternen eingefunden. Es muss also ein Bewerter mehr als drei Sterne abgegeben haben (mindestens vier), um die zwei Sternebewertung wieder auszugleichen. Damit liegt eine ganz andere Information vor als diejenige der Einzelbetrachtung der einen Zwei-Sterne-Bewertung.

Kurz zu Deinem Foto:
Du schreibst, es wäre Dein Ziel gewesen, die vorderen Blüten scharf abzubilden. Das ist gelungen.

Weiterhin schreibst Du, das Funkienblatt gezielt als Hintergrund ausgewählt zu haben. Auch das ist gelungen.
Beim Malen mit der Kamera ist jedoch der Hintergrund der Bereich, in dem "gemalt" wird. Und bei diesem Bild hier sieht das Blatt eher weniger wie gemalt aus; die klassische Mal-Charakteristik, die manche alte Objektive erzeugen können (und so auch das von Dir eingesetzte Pentacon 1.8/50mm), fehlt hier weitestgehend. Vielleicht ist dies das Kriterium, das der Zwei-Sterne-Vergeber als Grundlage für seine Entscheidung zugrunde gelegt hat. Aber vielleicht liege ich hier auch falsch...

Um geeigneten Vintage-Objektiven ihre wunderbaren Eigenschaft herauszukitzeln, Bilder zu malen, muss man einige Dinge beachten. Diese von grundauf und vollständig hier bei Makrotreff zu erläutern, würde den Rahmen sprengen; dafür biete ich die Vintage-Makro-Workshops an.
Ich möchte jetzt an dieser Stelle keine platte Werbung für die Workshops machen. Aber ich gebe hier mal ein Hinweis, der das wohl verdeutlicht: Der Praxisteil zum Beginn des Vintage-Makro-Workshops (Freitag) dauert sechs Stunden! Diese sechs Stunden erkläre und zeige ich die Theorie, die hinter dem Malen mit der Kamera steht. Mit diesem Wissen gehen anschließend alle Teilnehmer zusammen mit mir in den Praxistag, um das Gelernte anzuwenden und zu vertiefen. Erst anschließend sind die Teilnehmer in der Lage, das Malen mit der Kamera gezielt (anstatt zufällig) durchzuführen.

Ich hoffe, hier wird deutlich, dass dies Makrotreff nicht leisten kann.

Du wirst selbst feststellen, dass das Funkienblatt im Hintergrund des Lauchs nur in wenigen Bereichen (z.B. am oberen Rand) eine Art Mal-Charakteristik aufweist. Die Unschärfen der Hauptfläche werden ähnlich wiedergegeben wie mittels eines modernen Objektivs fotografiert. Ursächlich hierfür sind Strukturen im Bokeh und Entfernungen zwischen Hintergrund und Hauptmotiv im Verhältnis zur Entfernung des Sensors zum Hauptmotiv. Die näheren Zusammenhänge und deren Auswirkungen demonstriere ich beim Workshop in aufwändigeren Präsentationen, als hier bei Makrotreff möglich.


Die Community bei Makrotreff ist sehr groß. Doch viele User nutzen die Möglichkeit, anonym im Hintergrund zu verbleiben. Diese Möglichkeit bieten wir, und sie wird gerne genutzt.

Liebe Grüße
Roland

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ADMIN

Hallo Ecki,

noch ein Hinweis zur Hintergrund-Charakteristik dieses Bildes, der Dir vielleicht weiterhilft:

Flächen lassen sich deutlich weniger gut malerisch darstellen als beispielsweise längliche Strukturen. Das Funkienblatt hinter der Lauchblüte ist, abstrakt gesehen, mehr eine Fläche, eine grüne Fläche, die nur wenige Strukturen liefert. In den Unschärfen einer solchen Fläche kann das Pentacon seine Mal-Eigenschaft nicht zeigen. Es braucht etwas zum "angreifen". Etwas, aus dem es eine Art Pinselstrich machen kann. Das sind in der Regel Kontraste. Die grüne Fläche bietet aber kaum Kontraste; sie wird daher größtenteils einfach als unscharfe, grüne Fläche wiedergegeben (im Gegensatz zum beispiel zu einem fiedrigen Blatt). In so einem Fall ist dann eine moderne Optik der alten in der Regel (deutlich) überlegen – weil sie natürlich das Hauptmotiv schärfer und brillanter darstellen kann.

Versuche darüber hinaus einmal, mit den Entfernungen zwischen Hintergrund und Hauptmotiv sowie zwischen Hauptmotiv und Sensor zu spielen; ich sprach diesen wichtigen Sachverhalt in meinem ersten Kommentar bereits an. Letztere veränderst Du beispielsweise durch die Veränderung des Abbildungsmaßstabs: Gehst Du näher mit der Kamera ans Hauptmotiv, verändert das sehr stark die Darstellung der Hintergrundunschärfen. Das kannst Du wunderbar auf dem Display beobachten.
Das gleiche geschieht, wenn Du mit der Kamera weiter zurückgehst – den Abbildungsmaßstab also verkleinerst. So bekommst Du ein Gefühl für die Möglichkeiten der Einflussnahme auf diese für die Vintage-Makrofotografie so wichtigen Hintergrundunschärfen.

Ich würde mich freuen, wenn Dir das etwas weiterhilft bei dieser wunderbaren Art der Makrofotografie... :-).

Liebe Grüße

Roland

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Makronist

Hallo Roland, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich war ein paar Tage unterwegs und antworte deshalb erst heute. Deine Hinweise sind mir sehr hilfreich. Mit dem Abständen zwischen Hauptmotiv und Hintergrund sowie dem Abbildungsmaßstab zu spielen, verlang einige Übung. Immer wieder "erliege" ich der Versuchung, mein Augenmerk zu sehr auf das Hauptmotiv zu legen. Da stellt sich wirklich die Frage, ob ich dann lieber gleich ein modernes Makro nehmen sollte oder ein Altobi quasi vergewaltige. Ich habe es noch mal versucht- siehe unten, weil mir deine Hinweise keine Ruhe ließen.

Zu deinen Workshops: Ich würde gerne daran teilnehmen, weil das sicher meiner fotografischen Entwicklung gut tun würde. Der Aufwand für mich wäre allerdings schon groß. Zu euch wären es rund 650 KM, so schätze ich (und das für 2 Tage). Bin hin und her gerissen :-). Mal sehen. 

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ADMIN

Hallo Ecki,

ein sehr anschauliches Foto :-), das vieles deutlich machte!

Zu meinem Workshops kommen viele Teilnehmer aus ähnlichen oder sogar noch weiteren Entfernungen (häufig sogar aus mehreren Ländern). Ich biete stets den Austausch der Kontaktdaten zur Bildung von Fahrgemeinschaften an; das wird sehr häufig genutzt und erleichtert dann einiges...

Liebe Grüße
Roland 

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MOD

Grüß Ecki,

ich war leider die letzte Zeit nur noch geschäftlich unterwegs. Ich konnte daher auf MT nur sehr eingeschränkt aktiv sein. Deine Verwunderung über die ursprünglich 2 Sterne kann ich gut verstehen, ich finde es gut, dass Du dann das Bild in die Werkstatt gestellt hast. Roland hat ja dazu schon ausführlich geschrieben, da würde ich nur noch Text widerholen. Klasse wäre es gewesen, wenn der 2 Sterne-Voter hier etwas dazu geschrieben hätte was ihn denn so stört. So wird es ein Geheimnis bleiben. Das zweite Bild mag ich auch, es zeigt sehr schön, wie sich ein Motiv immer mehr auflöst, je weiter es von der Schärfeebene weg ist.

Servus
Wolfgang

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Makronist

Hallo Wolfgang, ja, so ist das, wenn man arbeiten muss :-). Auch dir danke, für deinen Kommentar. Dir ist das mit der Bewertung ja auch schon passiert, wie ich mich erinnere. Also abhaken und nicht entmutigen lassen. Schön, dass dir auch mein alternativer Versuch gefällt. Auf den Effekt mit der abnehmenden Schärfe kam es mir an. Vielleicht sollte ich es in den Showroom stellen :-). Die Vegetation hält sich bei uns wegen der Trockenheit in den vergangenen Wochen noch ein wenig zurück bzw. Pflanzen sind ziemlich schnell verblüht . Ich bleibe dran. Liebe Grüße Ecki

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