Foto-Howto: Gefrorene Seifenblasen fotografieren

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Foto-Howto: Gefrorene Seifenblasen fotografieren

Di, 03/02/2015 - 11:31
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In diesem Foto-Howto verrät euch Hanne wie man gefrorene Seifenblasen fotografiert...

Über ein  Werbevideo bin ich auf gefrierende Seifenblasen aufmerksam geworden und als ich dann auf Facebook ein Foto von einer gefrorenen Seifenblase sah, war mir klar, dass will ich auch ausprobieren. Wie es dann bei mir am besten geklappt hat verrate ich euch in diesem Foto-Howto.

Materialien:

  • Pustefix (evtl. Zusatz von: Zucker Backpulver oder Salz- erhöht die Haltbarkeit der Seifenblasen.
  • oder Spülmittel (nie probiert....)
  • Strohhalm, (Pfeifenputzer, Pustering......)
  • Stativ; Makroobjektiv, Fernauslöser
  • evtl. Taschenlampe (um die Struktur und das Frieren der Seifenblase besser verfolgen zu können, bzw. zum Scharf stellen.
  • Temperaturen (es funktioniert ab +1 .....Echt!!! Einfach ausprobieren! Es hängt vom gewählten Untergrund und dessen Temperatur ab).
  • kein Wind

Einstellungen:

  • Manueller Fokus
  • Bildstabilisator aus
  • Live Bild
  • Manueller Modus
  • Iso 100 oder den Lichtverhältnissen angepasst.
  • Blende je nach gewünschter Tiefenschärfe.
  • Belichtung sollte auch kein Problem sein, da ja ein Stativ oder Bohnensack verwendet wird.
  • evtl. Spiegelvorauslösung

Das Bild ist am Abend zur Sonnenuntergangszeit entstanden. Zu der Zeit waren es etwa -3°C. Ich habe die Seifenlauge selber angerührt mit einer Mischung aus Spüli und einem Teelöffel Zucker. Mit einem Strohhalm habe ich die Seifenblase auf einen vertrockneten Blütenzweig, welcher aus einer Felswand ragte, abgelegt. Aufgrund der niedrigen Luftfeuchtigkeit gefror die Seifenblase in Sekundenschnelle. Am Anfang bilden sich die Kristallsterne, danach gefrieren diese zusammen. Da es schon sehr dunkel war musste ich mit ISO: 2500 arbeiten. Ich habe ein Makroobjektiv Canon 100 mm 1:2.8 verwendet bei 1/50 s und f/3.5 und habe mich gegen eine Felswand gestützt, sodass ich mehr Stabilität hatte um diese Verschlusszeit zu halten. Foto: Gefrorene Seifenblase von Susanne Nagel

Durchführung:

Kein Stress! Wenn sie frieren dann halten sie auch ;-). Stativ und Kamera in Position bringen, bereits auf die vorher ausgesuchte Stelle scharf stellen. Mit dem Strohhalm eine Blase auf den vorher ausgewählten Platz setzen (geht am besten auf einem Untergrund der Kälte abgibt Eis, Schnee ....) und schauen ob sie gefriert.

In der Zwischenzeit auf die Außenhaut der Blase scharf stellen - das Gefrieren beginnt meist an der Seite mit der die Blase in Verbindung mit einer Oberfläche steht. Kontinuierliche Schärfekontrolle und manuelles Nachschärfen ist erforderlich. Sobald das Gefrieren beginnt kann man mit der Aufnahme beginnen. Die Haltbarkeit einer Blase ist sehr unterschiedlich. Sie kann wenige Sekunden bis mehrere Minuten andauern (Mein Rekord lag bei etwa 15 min ;-)).

Die Eisstruktur ist sehr variabel, je wärmer die Temperatur, desto mehr unterbrochenes Muster lässt sich erkennen. Wenn es kühler wird so bildet sich ein fedriges Muster.

TIPP: Schneeflocken sind ebenfalls ein tolles, frostiges Motiv! Wie man diese am besten Ablichten kann erfährst Du in unserer zweiten Ausgabe von Makrofoto, die wir diesen wunderschönen Schneekristallen gewidmet haben.
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Foto von Cornelius Weist. Das Bild habe ich mit normalem Pustefix (ohne Zustätze) nachmittags bei -9°C gemacht. Um die Eisstruktur gut sichtbar zu machen, habe ich einen dunklen Hintergrund gewählt (eingeschneite Coniferenhecke). Bevor ich mit der Kamera loslege, betrachte ich die Seifenblase aus verschiedenen Blickwinkeln. Meistens gibt es eine Position, in der das Muster besonders klar zu erkennen ist. Da diese Seifenblase sehr lange gehalten hat, habe ich etwas abgeblendet (Blende 11) und ein Stack aus drei Bildern gemacht. 

TIPPS:

  • 1/16 L Pustefix + 1/2 TL Zucker (Lösung warm machen zum Auflösen des Zuckers)
  • Gegenlicht Aufnahme (Morgensonne)
  • dunklerer Hintergrund zumindest nicht weiß (besserer Kontrast erkennbar)
  •  falls sie nicht friert einfach die Spiegelung aufnehmen (ergibt eine Kreuzspiegelung)
  • Lasst Euch nicht Unterkriegen und vergesst den Spaß dabei nicht. 

GLG Hanne - Einfach nur Hanne ;-)

 

Mehr von Hanne gibt es auf Facebook:

Hanne - Einfach nur Hanne

Foto: Sandra Lechner. Dieses Foto ist auf dem Rückweg vom Kindergartenbus hier bei mir um die Ecke (wohne im Salzkammergut, in Oberösterreich) in Nachbars Garten entstanden. Es ist mein zweiter Versuch (erster Versuch war im letzten Winter Januar 2016) eine Seifenblase gefrieren zu lassen. Im Gegenlicht der aufgehenden Sonne kommen ihre eingefrorenen Texturen noch schöner zur Geltung. In der Früh hatten wir ca. -4°C und sie gefror trotzdem sehr langsam, aber dafür hielt sie erstaunlich "lange". Ich habe normales Pustefix verwendet und da es schon hell war, habe ich mit ISO 600 gearbeitet. Verwendet habe ich eine Makrolinse (Raynox DCR-250 ) bei Blende f/5 und 1/1250 s. Freihand. Mehr von Sandra findet ihr bei Facebook

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Das Video:

Kommentare

Hallo Hanne,

eine prima Idee und eine schöne Beschreibung.

Das werde ich auch mal versuchen.

Bin gespannt auf noch mehr Ideen von Dir.

Liebe Grüße Uwe.

Erstellt von Hans Schwarz (nicht überprüft) on Mi, 16/11/2016 - 20:39 Permanenter Link

Hallo liebe Sandra!

Super super Foto, werde ich auch mal versuchen, nur sooooo einfach ist das sicher nicht, man braucht auch ein gutes Auge dafür!!!

Ganz liebe Grüsse

Hansi

Erstellt von moni (nicht überprüft) on Do, 08/12/2016 - 13:36 Permanenter Link

Was für eine tolle Idee und die Umsetzung ist wirklich faszinierend. Sehr spannend, Zeit und Raum werden eingefroren, ein einziger Augenblick festgehalten. Das würde ich zu gerne auch einmal probieren, auch wenn ich nicht über das Equipment verfüge.

Danke fürs Zeigen!

Mit freundlichen Grüßen

moni

Hi Moni,

das lässt sich wirklich mit einfachstem Equipment fotografieren. Zur Not mit der Handykamera! Einfach mal versuchen wenn die Temperaturen wieder in den Keller gehen. Ab -4°C klappt es meiner Erfahrung nach am besten...

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