Fokus Stacking Methoden - welche ist wann am besten?

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Fokus Stacking Methoden - welche ist wann am besten?

Mi, 27/09/2017 - 22:28
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In meinem Artikel über das Focus Stacking hatte ich bereits angesprochen, dass es zwei Methoden gibt, um manuelle Bilderreihen für das Stacking zu erstellen.

  • A) Man dreht am Fokusring
  • B) Man bewegt die Kamera zum Motiv hin oder weg

Doch welche Methode ist nun besser geeignet? Wie Du in folgender Tabelle sehen kannst, hängt es hauptsächlich davon ab, bei welchem Abbildungsmaßstab (ABM) Du Deinen Focus Stack machst.

Aufgrund der unterschiedlichen Positionen des Objektivs sieht die Kamera die Welt an jedem Ende des Stacks sehr unterschiedlich. 

Die Tabelle zeigt eine Übersicht, wann welche Focus Stacking-Methode angewandt werden sollte.

Die Unterschiede der beiden Methoden liegen in der Problematik der „perspektivischen Veränderung“. Bewegt man die Kamera auf das Motiv zu oder weg, so verschiebt sich die Perspektive, und das kann zu Fehlern beim Zusammenrechnen der Fotos führen. Diese Problematik umgeht man, indem man Methode A verwendet, also die stufenweise Fokussierung durch Anpassung des Objektivs durch das Drehen am Fokusring. Dadurch reduziert man die perspektivische Veränderung auf ein Minimum. Das macht sich hauptsächlich bei größeren Motiven, sprich kleinem ABM bemerkbar. Bei sehr hohen ABMs und damit winzigen Motiven wie Fruchtfliegen ist die perspektivische Veränderung zu vernachlässigen. Hier können beide Methoden angewendet werden.

Beispiele

Das Beispiel dieses Focus Stacks einer Sonnenblume macht die angesprochene Problematik deutlich:

Perspektivische Veränderung  1 Perspektivische Veränderung  2

Hier sind zwei Fotos aus einer Stackreihe, die mittels Fokus durch Bewegung der Kamera entstanden sind. Bild 1 zeigt das erste Foto der Stackreihe. Bild 2 ist das letzte. Man kann deutlich erkennen, dass sich die Perspektive stark verändert. Die Sonnenblume ist auf dem zweiten Bild um einiges größer.

Auftretende Fehler

Das linke Bild ist ein Focus Stack, dessen Einzelbilder durch Drehen am Fokusring entstanden sind (Methode A). Rechts ein Stack, dessen Einzelfotos mittels Fokus durch Bewegung (Methode B) gemacht wurden.

Wie man sieht, entstehen durch die perspektivische Veränderung beim Zusammenrechnen der Fotos Fehler. Es treten hauptsächlich Halos und Artefakte bei den Übergängen der einzelnen Fotos auf.

Übrigens: Die verschiedenen Stacking-Programme wie Photoshop, Zerene Stacker oder Helicon Focus unterscheiden sich darin, wie gut sie die perspektivischen Veränderungen ausgleichen können. Meiner Erfahrung nach liefert Photoshop bei stärkeren Verschiebungen meist das beste Ergebnis.

Fazit

Halte Dein Objektiv so gut es geht am gleichen Ort und verwende den Fokusring, um Stackreihen zu schießen. Bei höheren ABMs ist es dann aber relativ egal, welche Methode man verwendet. 

Kommentare

Hallo Valentin, ein interessanter Artikel und mir auch verständlich, dass Methode A die bessere ist, aber ...

ich benutze gern das Macorobjektiv EF-S 60 mm von Canon, aber da gibt es keine brauchbare Skala um gleiche Focusabstände einstellen zu können.

Ich hatte schon einmal versucht, eine mm-Skala aufzukleben, aber ruckfrei den Fokusring millimetergenau zu verstellen ist auch fast nicht möglich.

Wie macht es der Fachmann?

MfG Gerhard.

Erstellt von Henry (nicht überprüft) on Mi, 06/12/2017 - 07:45 Permanenter Link

Hallo Valentin,

klasse Bericht!!

Ich habe allerdings ein Verständnisproblem.

a) Welche Metering Methode stellst du an der Kamera ein ( SPOT ) ?

Und... wenn du den ersten Bereich scharf gestellt hast, dann suchst du dir den zweiten Teil des Objektes - stellst ihn wieder MANUELL scharf

etc..... und wanderst mit der Kamera das Objekt ab; habe ich das richtig verstanden ? Du bewegst also die Kamera frei Hand immer Stück für Stück ?

Über eine ANtwort würde ich mich freuen,

 

Bis dann

Henry

 

Hi Henry,

eher überwiegend Mehrfeld-Messung. Bzw. regel ich die Belichtung auch komplett manuell über ISO & Blende. Genau die Kamera bewege ich dann Freihand langsam auf das Motiv zu, z.B. per Körperbewegung (vorbeugen) oder per Hand.

LG

Valentin

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