Geduld ist viel wichtiger als eine Spezialausrüstung

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Geduld ist viel wichtiger als eine Spezialausrüstung

So, 03/11/2019 - 12:07
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Ein Rückblick zum Vortrag von Valentin im Zuge seiner Ausstellung "Faszination heimische Natur – Kleines groß herausgebracht".

Makrofotografie von Valentin Gutekunst

Zurzeit ist im Rathaus eine eindrucksvolle Ausstellung mit dem Titel: "Faszination heimische Natur – Kleines groß herausgebracht" zu sehen, die das örtliche Kulturforum in zeitlicher und thematischer Nähe zur Remstalgartenschau eingeplant hatte. Valentin Gutekunst, der im Dez. 2015 von den Vereinten Nationen für seine Bilder ausgezeichnet wurde, präsentiert im örtlichen Verwaltungsgebäude grandiose Makroaufnahmen. Am letzten Sonntag hatte er zu einem Vortrag über die Aufnahmetechnik eingeladen. Schon bei der Vernissage am 26. Juli war es brechend voll, diesmal platzte der Sitzungssaal des Rathauses aus allen Nähten, so dass viele Besucher mit einem Stehplatz vorliebnehmen mussten.

Gutekunst startete wieder mit einem flammenden Plädoyer für Naturschutz. Der Mensch lebt von der Natur, beutet sie aber rücksichtslos aus, kümmert sich wenig um unfruchtbar werdende Böden, verpestet Luft, verschmutzt Meere und zuckt bei aussterbenden Arten achtlos mit den Schultern. Die Fakten sind bekannt, Abhilfen möglich und eigentlich von jedermann gewünscht, aber mit der Umsetzung hapert es gewaltig.

Der 33-jährige Biologe definiert Makrofotografie als Alles, was größer dargestellt wird, als man es mit dem Auge sehen kann. Er will mit seinen Fotos die Liebe zur Schöpfung wieder wecken und bemüht gleich ein ganzes Bündel von Adjektiven, die aus seinen Fotos problemlos abgeleitet werden können. Makrofotografie ist atemberaubend, faszinierend, detailreich, schillernd, fröhlich, kristallklar, fragil und wunderschön. Damit kann man die biologische Vielfalt deutlich machen und Kleines groß herausbringen. Gutekunst benötigt für seine Fotos kein Profiequipment, eine Nahlinse, vorne auf die Kamera draufgeschraubt, genügt ihm. Und muss dann auf den richtigen Moment warten und einfangen. Gutekunst fotografiert ohne Stativ aus der Hand. Gelegentlich arbeitet er mit Blitzlicht oder mit einer Taschenlampe. Und so gut wie alle seine ‚Modelle‘ leben. Zur Überwindung der Fluchtdistanz muss er sich ganz langsam an die Tiere heranpirschen. Dabei kommt ihm zu Gute, dass die Geschöpfe nach Überwindung der Fluchtdistanz relativ ruhig und entspannt sind. Wichtig ist auch der Zeitpunkt. Früh am Morgen oder nachdem es geregnet hat, ist die Kreatur leichter abzulichten. Wenn man so nah herangeht, sind nur kleine Bereiche scharf. Der Künstler mit der Kamera macht deshalb von jedem Tier vom ‚Kopf bis zum Fuß‘ mit weit geöffneter Blende viele nebeneinanderliegende Einzelbilder, die er dann mit einer Software am Computer zusammensetzt.

Wer sich selber mal an der Makrofotografie versuchen will – Nahlinsen gibt es heute schon für Handys. Gut geeignet sind auch alte, von Hand verstellbare Objektive, die mit Hilfe eines Zwischenrings ‚falsch herum‘ aufs Kameragehäuse gesetzt werden. Zusätzlich gibt Gutekunst die Fachzeitschrift Makrofoto heraus, die viele Beiträge und Tipps zum Thema enthält.

Falls Ihr Interesse geweckt ist: Der lohnenswerte Besuch der Ausstellung ist noch bis zum 15. November während der Öffnungszeiten des Rathauses möglich, also Mo, Di, Do, Fr von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und nachmittags am Di von 14 Uhr bis 19 Uhr und am Do von 14 Uhr bis 17 Uhr.

Text von Wolfgang Kircher, erschienen im Mitteilungsblatt der Gemeinde Remshalden

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