Neuen Kommentar schreiben

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Erich,

eines der Sinnbilder für den Herbst: taubesetzte Spinnennetze.

Du hast eine schöne Bildreihe eingestellt. Beim Betrachten fällt mir Folgendes auf:

Du hast alle drei Fotos mit der gleichen Blende 4.5 aufgenommen – trotz variierenden Abbildungsmaßstabs. Wenn Du ein Spinnennetz im rechten Winkel aufnimmst, ist es das Ziel, möglichst viele oder sogar alle Tautropfen in die Schärfeebene zu bekommen.

Beim ersten Foto ist der Abbildungsmaßstab am kleinsten. Hier liegen auch relativ viele Tautropfen in der Schärfeebene der Blende 4.5. Diese Blende ist jedoch auch dafür verantwortlich, dass die Hintergrundblätter recht deutlich wiedergegeben werden – und dadurch etwas zu stark ablenken.

Bild drei weist einen deutlich größeren Abbildungsmaßstab auf und zeigt einen Ausschnitt des Spinnennetzes. Dieses Foto hast Du ebenfalls mit Blende 4.5 aufgenommen. Die Tautropfen oben, rechts und vor allem unten wandern aus der Schärfeebene heraus, werden also leicht unscharf wiedergegeben. Hier ist der Hintergrund stark beruhigt, sodass sich der Betrachter voll auf die schönen Tropfen einlassen kann.

Der größte "technische" Unterschied zwischen diesen beiden Aufnahmen liegt in der Größe des Abbildungsmaßstabs. Und jetzt kommt die Blende ins Spiel. Mit zunehmender Größe des Abbildungsmaßstabs verringert sich die Schärfentiefe. Dies sollte bei der Wahl der Blende berücksichtigt werden, um das bestmögliche Bildergebnis zu erzielen.

Konkret bedeutet das:
Bei einem großen Abbildungsmaßstab wie beim ersten Foto ist es besser, die Blende voll zu öffnen, hier also auf 2.8, damit der Hintergrund beruhigter wird. Beim dritten Foto ist der Hintergrund bei Blende 4.5 so stark beruhigt, dass da sogar noch Luft nach oben ist. Hier hätte auch die Blende 8.0 noch genügend Beruhigung geliefert – gleichzeitig aber aufgrund der vergrößerten Schärfeebene mehr Tropfen im Netz erreicht.
In beiden Fällen ist eine exakte Ausrichtung der Kamera im rechten Winkel zur Spinnennetz-Fläche nötig.

Fazit:
Veränderst Du wie bei solch einer Bildreihe wie oben – also bei gleichbleibender Motivsituation – den Abbildungsmaßstab, prüfe hierbei, ob in Anlehnung an den jeweiligen Maßstab angepasste und damit unterschiedliche Blendeneinstellungen bessere Bildergebnisse liefern. Sehr oft bedeutet dies:

Abbildungsmaßstab klein – Blende auf
Abbildungsmaßstab groß – Blende zu

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht" 

Roland

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.
CAPTCHA
dieser Test dient dazu den Spam zu verhindern. Wir bitten um Verständnis!