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ADMIN

Hallo Kristin,

schön, wieder einmal etwas von dir zu hören bzw. zu sehen 😊.

Nun haben Wolfgang und ich nahezu gleichzeitig geschrieben :-). Ich stelle meine Sicht dennoch mal ein – ein etwas anderer Ansatz als der von Wolfgang, den ich aber auch voll und ganz nachvollziehen kann. Oft führen sprichwörtlich "mehrere Wege nach Rom" :-).

Da hast du dir ein wirklich nicht einfaches Motiv herausgesucht. Und das Hauptproblem sprichst du selbst bereits an: die Lage der Schärfeebene.

Du hast dich dazu entschieden, die Schärfeebene auf die, wie du sie treffend nennst, "abstehenden" Blätter zu legen. Hierbei ergeben sich zwei Aspekte:

  • Den ersten hast du bereits selbst angesprochen: die schmale Schärfe der offenen Blende erfasst nie alle vier Blätter.

  • Hinzu kommt, dass diese Blätter an sich optisch relativ wenig ausmachen. Ihre Stellung am Stängel ist zwar ansprechend (gespreizt!). Doch ihre Fläche ist sehr gering. Vor allem in der räumlichen Nähe zu den Knospen gehen sie neben diesen ein wenig unter.

Beides führt unterm Strich dazu, dass es schwierig ist, diese Blätter ansprechend in Szene zu setzen; sie werden immer irgendwie von den Knospen-Bobbele (grins) dominiert. Dies trifft vor allem zu, wenn diese bobbeligen Knospen in die Vordergrundunschärfe kommen – wie dies mit den oberen der Fall ist (der Knospenhaufen). Und wir hatten es ja öfter hier bei Makrotreff und auch bei den Workshops: Vordergrundunschärfen sind "gefährlich", weil sie häufig flätschig wirken und dadurch wenig attraktiv sind.

Ich verstehe deinen Gedanken, dass diese vier auseinanderstehenden Blätter eigentlich doch sehr schön sind. Aber es stellt sich die Frage, ob eine Flucht nach vorne hier eine gute Alternative wäre. Flucht nach vorne bedeutet in diesem Fall: die Knospen als Hauptmotiv nehmen, und folgerichtig die Schärfeebene auf sie zu platzieren.

Anbieten würde sich dann, die schmale Schärfeebene auf die oberen Knospen zu legen, und zwar so, dass zwei Stück parallel und im rechten Winkel zu ihrer breiten Seitenfläche von ihr erfasst werden und damit scharf sind. Hierzu muss die Kamera gesenkt werden; es entstünde also ein völlig anderes Foto.

Es wird deutlich, bei mir mehren sich die Konjunktive: hätte, wäre, könnte... Das aber wäre mein Ansatz gewesen. Und dann muss man während des Fotografierens und Ausprobierens kritisch prüfen, wie sich der Rest des Bildes darstellt – hier vor allem die Unschärfen (deshalb höre ich jetzt auf mit weiteren Konjunktiven :-)).

Dann kann man am Ende immer noch sehen, wie sich die vier schmalen Blätter darstellen – gegebenenfalls sogar wunderschön in malerischer Unschärfe, wer weiß :-)?

Das "übrige" Bokeh zeigt sich in deinem Bild ja jetzt schon von der super ansprechenden Seite. Hier zaubert das tolle Olympus schon so richtig vor sich hin. Das würde sich natürlich infolge der Verschiebung des Aufnahmewinkels alles verändern. Aber in welche Richtung? Wird es ähnlich attraktiv, aber nur eben anders werden? Oder weniger ansprechend? Oder vielleicht sogar so in Fahrt kommen, dass du prompt bewusstlos in die angrenzende Hecke plumpst und Stunden benötigst, um dich von dieser Vintage-Explosion in Kamerasucher zu erholen?

All das wüsste man erst nachher...😅.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland