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Profile picture for user Gabriele Urbanek

Erstmal meinen Dank für die detalierte Ausführung um das Focus-Bracketing und Focus-Stacking.

Ich bin jedoch anderer Meinung was die Ausstattung angeht. Ohne Schiene / Focus Rail wird es kaum gelingen, die Fokusebenen sauber
in gleichmäßig zu gliedern. Das ist IMHO eine Mindestausstattung. Wenn keine Linsen vorhanden sind die für Makros optimiert sind und nicht nur Macro auf der linse stehen haben, weil die nahstellgrenze kürzer ist, wird es enger.
Manuell kann man mit einem Balgen beginnen. Der löst zunächst das Nahstellgrenzenproblem und lässt gleichzeitig das verschieben der Fkusebene zu. Da lässt sich so manche Linse einsetzten. Man sollte jedoch darauf achten dass der Balgen die elektischen Signale zwischen Linse und Body führt, sonst ist es mit der Blendenverstellung essig. Man kann auch die Verbindung mit zwischenringen und Spiralkabel herstellen - macht aber zusätzliche 10mm Verlängerung aus. Die Nahstellgrenze wird kürzer - ich denke das Licht weniger. Mit einer f/6.3 Linse wird sowas kaum Sinn ergeben.

Eine weitere Option wäre wirklich der einsatz eines Makro-Objektivs wie das Sigma EX 105mm f/2.8 DG OS HSM. Löst gut auf und ist ordentlich lang am Crop-Sensor. Dazu eine Rail und man ist im Geschäft.

Zu den Rails sein noch gesagt, dass die China-Schienen fast alle Müll sind. Eine Novoflex Castel-L mag nicht preiswert sein, ist aber ultimativ, universell und kompromislos. Die hat keine Luft im "Getriebe" und da wackelt nichts. Der Wiederverkaufswert ist auch hoch.
Interessanterweise habe ich einige sehr alte Pentax-Schienen in der Bucht gefunden, die auch einen sehr guten Eindruck machen. Sie sind aus Stahl, nicht aus ALU aber auf dem Stativ ist das Gewicht relativ. Eine Bergtour würde ich jetzt nicht damit unternehmen wollen - alles andere sicherlich schon.
   

Noch einen Hinweiß was das Stativ angeht. Es muss feststehend sein, was Eigengewicht vorraussetzt und die benutzen Rohre dürfen nicht zu Dünn bzw. Dünnwanding sein. Carbon ist gut, aber in dieser Variante sehr teuer.  Manuelles Verstellen des Fokuspunkt bedeutet ja, dass wir das System anfassen müssen und das bewegt sich mehr oder weniger. Da wird das Fokus-Bracketing schon zu einer Herausforderung.
Also für den Anfang lieber mal was solideres anschaffen. Diese Stative sind nicht ganz so teuer. Nun kommt noch ein ganz wichtiger Punkt dazu. Der beliebte Stativkopf, dem so ziemlich alles an Eigenschaften zugesprochen wird. Die Realität sieht oft anders aus und dass erkennt man schopn recht schnell beim Ausrichten der Kamera auf das Motiv. Hat man die richtige Ausrichtnug gefunden, arretiert den Kopf und lässt die Kamera dann los, rutsch sie nach. Also weider Lösen, etwas höher stellen und fixieren. Bis man nach dieser Methode den richtigen Punkt gefunden hat, kann es schon mal dauern.
Ich habe ein paar Köpfe ausprobiert und wollte mir schon einen Getriebneiger anschaffen, bin jedoch dann zu einem Kugelkopf von Manfrotto gekommen. Der MHX-PRO BHQ6 hat eine Friktion und eine Fixierung. Das Ding ist auf einem Rollei C50i Carbon montiert und da rutscht nichts nach. Auch ein Canon 28-300mm  was schon etwas wiegt, schafft keine Probleme. Dieser Kopf hat eine ArcaSwiss Aufnahme, was für Manfrotto schon ehr selten ist.  Das Rollei Stativ ist ehr ein Leichtgewicht und ist als Übergangslösung eingesetzt- Ich werde wohl auch ein 4 bein Stativ ohne Mittelsäule von Novoflex einsetzten. Da sollte nichts mehr wackeln und ich kann die Beine entweder aus ALU oder Kohlefaser wählen. Schaun wir mal dass der Sommer so bringen wird.

Zusammenfassend kann man sicherlich von Hand und ohne all diese Hilfmittel mal ein 3 Bild Brackting hinlegen - mehr geht aber nicht wirklich und zuverlässig ist dies nur mit viel Übung.

Nicht unerwäht sind noch die Lösungen mit hilfe von Software auf einem PAD oder Smartphone. Der Einsatz dieser Lösungen macht das Stacken erheblich einfacher denn man kann im Liveview ja schon sehen und probieren wie die Einstellungen wirken, ohne dass man gleich einige Bilder machen muss. Wir denken ja auch an die Mirror- und Shuttercounts unseres Bodies, die auch begrenzt sind. An dieser Stelle lässt sich gut sparen.
Es gibt kostenpflichte Focus-Brackting Programme wie das bekannte (hochpreisige) Helicon-Remote, dessen Einsatz ich Anfängern gar nicht empfehlen würde. Die APP DSLR-Controller und die APP DSLR-Control Plus, die ich gern mal benutze. Ich bin unsicher og die nicht sogar kostenlos sind. Einfahc mal bei Google im Store schauen. Eine definitiv gute und freie Lösung  für den Windows-Rechner ist qDSLR-Dashboard. Die ist in C# geschrieben und man kann sich die Quellen laden. Da gehen so ein paar nette Dinge wie das steuern einer Focus-Rail mit Hilfe eines Schrittmotors.  Ich meine sowas bei Helicon-remote schon mal gesehen zu haben. Hier gehts jedenfalls mit einem Schrittmotor von Conrad-Elektronik und einem USB->Serial Port Kabel. Ich hab da mal ausprobiert und habe es als eines der kommenden Projekte ins Auge gefasst um es mal "solide" zu bauen. Der  Vorteil ist, dass man kein Kabel zur Kamera führen muss. Es wird mit Infrarot ausgelöst und der Focus wird mit der Rail eingestellt. 
WLAN geht auch, sofern der Body dies unterstützt. Ich habe allerdings die erfahrung gemacht, dass Canon's WIFI einfach zu Fragil ist. Die Verbindung ist ewig weg. Bis man Body und Smartphone/Tablett wieder zusammengebracht hat, habe ich mit der Kabellösung (USB zwischen Computer und Body die Bilder schon im Kasten.

Zum Stacken benutze ich derzeit Affinity Photo. Das Adobe Photoshop 2015cc ist einfach schlecht und es dauert lange bis die Bilder zusammengeschoben sind. Da vergehen schon einige Minuten bis der Prozess durch ist. Die schenllste Lösung die ich kenne, ist derzeit Helicon-Focus. leider aber auch die teuerste. Da läuft unter Euro 230.- nichts, wenn man nicht nur für ein Jahr mietet. Selbst dafür finde ich es für zu teuer. Da investiere ich lieber mal etwas Zeit. Affinity-Photo kostet nicht ganz Euro 50.- und kann schon recht viel. Es ist kein Photoshop aber eine Alternative, wenn der Anspruch nicht den Profi-Level erreicht hat.

So, dass war mein Roman erstmal dazu. Man kann vieles machen und ich bin davon überzeugt dass schöne Makros nicht superteueres Material bedarf. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass billiges China-Zeug selten den Ansprüchen gerecht wird die man hat und man sowie über kurz oder lang nach besserem sucht. Die Tücke steckt im Detail und die erkennt man erst wenn man den Vergleich hat.

Ich mag mich gern auf das Bildermachen konzentrieren und nutze die Technik nur dazu um dieses Ziel zu erreichen. Andere mögen dass anders handhaben - bitte sehr. 

 Juppeck

 

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