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Herzlichen Dank für die Informationen zum Post-Focus-System von Panasonic. Das mit den 49 AF-Feldern habe ich nun auch verstanden, auch wenn mir das Vorgehen, daß das gesamte im Sucher angezeigte Bild mit 49 Feldern für einen Focus-Stack scharf abgebildet werden soll für mich sehr fraglich ist. Bei deinem oben gezeigten Bild müßten dann vermutlich auch Bilder dabei sein, die das obere linke Eck scharf abbilden. Und nun verstehe ich auch, warum Du die entsprechenden Bilder hinterher "raussuchen" mußt.

Zum Thema RAW:

Also bei den RAW-Daten wird nichts besser dargestellt. RAW's sind nichts anderes wie die vom Sensor eingefangenen Daten. Diese werden ohne weitere Bearbeitung in der RAW-Datei gespeichert. (Wobei natürlich auch hier vom Kamerahersteller sicherlich eine gewisse Bearbeitung der Daten erfolgt, was aber deren Geheimnis bleibt.) Die Rohdaten werden dann im Bildprozessor der Kamera weiterverarbeitet und anschließend ein JPG erstellt. Die Bearbeitung umfaßt Dinge wie den Weißabgleich, Schärfung der Rohdaten, Kontrasteinstellungen, Entrauschung oder Farbintensität. Diese können vom Hersteller vorgegeben werden oder auch vom Fotografen direkt eingestellt werden, wie z.B. der Weißabgleich eindrücklich zeigt. Häufig steht dieser auf "Auto", kann aber natürlich auch vom Fotografen verändert werden. Schließlich werden die JPG-Daten noch komprimiert. Deswegen sind die JPG's gegenüber RAW's auch wesentlich kleiner. Bei meiner Kamera und meinen JPG-Einstellungen ca. der Faktor 2,7. Die Komprimierung ist natürlich auch mit einer Reduzierung des Informationsgehaltes der Bilddaten verbunden. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß im RAW mehr Informationen vorhanden sind.

Das RAW wird erst zum "fertigen" Bild indem es "entwickelt" wird. Deswegen wird es auch oft als "digitales Negativ" bezeichnet. Es muß also in einem RAW-Konverter eingestellt werden, wie das Bild letztlich in ein Datenformat (z.B. TIF, JPG, PNG, etc.) "übersetzt" wird. Wenn man den RAW-Konverter öffnet werden meist die in der Kamera vorhandenen Einstellungen zum Aufnahmezeitpunkt, wie etwa der Weißabgleich, für die erste Anzeige verwendet. Nun ist es am Benutzer das Bild weiterzubearbeiten. Und hier kannst Du dann viele Dinge (etwa Schärfung, Kontrast im gesamten Bild oder an den Kanten, Weißabgleich, Verzeichnung, Vignettierung, Lichter, Tiefen, Rauschminderung etc.) einstellen. Wenn man hier geschickt ist, dann lassen sich z.B. Details der Makroaufnahme noch besser herausarbeiten. Der Preis dafür kann sein, daß Du allerdings länger vor Deinem Rechner verbringst und Du weniger Zeit zum Fotografieren hast. Und von den Datenmengen sprach ich bereits. Über RAW-Bearbeitung gibt es ganze Bücher, aber ich hoffe, der Unterschied ist etwas klar geworden.

Es läßt sich jedenfalls bezüglich der von Dir angesprochenen besseren Details festhalten: Was bei der Aufnahme nicht vorhanden ist läßt sich auch mit RAW nicht heilen. Soll heißen, wenn das Bild unscharf ist, dann ist es auch im RAW unscharf. Wenn die Details im JPG nicht vorhanden sind, werden sie sich auch im RAW nicht oder nur mit viel Mühe verbessern lassen. Und ja, man kann die Daten durch die RAW-Bearbeitung noch verfeinern, aber es muß jeder entscheiden, ob Ihm das auch den Zusatzaufwand wert ist. Verbesserungen lassen sich auch noch in einem guten JPG erzielen.

Und letztlich bleibt die Frage, ob ich mir ein Bild ansehe, weil die Details noch etwas besser herausgearbeitet sind, oder weil mich das Bild durch seinen Aufbau, seine Farben oder die gezeigte Szene anspricht. Bestes Beispiel ist hier der startende Marienkäfer von Valentin. Er hat hier auch noch Verbesserungen in der Bildbearbeitung erzielt. http://www.makro-treff.de/de/article/foto-howto-marienkäfer-im-absprung

 

Viele Grüße Dirk

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