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Hallo Ina,

Danke für Deine lobenden Worte, ich gebe zu, das tut schon gut.

Du machst Dir ja immer sehr ausführliche Gedanken - und ich kann sehr gut nachvollziehen, was Dich da so umtreibt.

Die eingetretenen Pfade verlassen, quer denken, was ausprobieren, Grenzen überschreiten -
das bringt einen vorwärts in der Entwicklung, nicht die "Hausmannskost" die jeder macht.
In der Natur funktioniert Evolution genau so.
Und was hier "richtig" ist, kann dort "falsch" sein.

Aber auch die "Hausmannskost" ist wichtig, das bringt Ruhe, Gewohntes, erdet, bietet geistige Heimat.

Jetzt stellt sich die Frage:
Wieviel braucht der Einzelne von jedem?
Manche essen dauernd Schnitzel und Sauerkraut, egal wo auf der Welt und Marmeladenbrot zum Frühstück.
Andere sind mutiger und riskieren auch mal einen Dünnpfiff.

Ich gehöre definitiv zu den Anderen, habe aber trotz allen möglichen internationalen Frühstücken und sonstigen Mahlzeiten so selten irgendwelche Beschwerden gehabt, dass ich mich kaum daran erinnern kann.
Aber ich habe, wie jeder Andere auch, meine persönlichen Grenzen, die ich nicht überscheiten möchte, aber trotzdem immer wieder verschiebe.
Weil beim Denken alleine noch kein Schaden entsteht, ziehe ich meine Denk-Grenzen ziemlich weit.
Oft muss ich leider feststellen, dass das nicht verstanden wird, "Mir gefällt nicht was du denkst" sind so Kommentare.
Es sind aber nur Gedanken, keine Meinungen.
Und oft sind die Gedanken für Andere nicht nachvollziehbar, weil sie nicht bereit sind, darauf einzugehen, oder das vielleicht auch nicht können.
Noch schlimmer ist, wenn mir eine Meinung unterstellt wird, die ich definitiv nicht habe, weil sie z.B. meine Gedanken nicht nachvollziehen können und dadurch falsch interpretieren.

Nur wenn es mir ans Leben geht oder meine Gesundheit, sind die Grenzen enger gesteckt.
Motorradfahren - nicht mehr, habe zu viele Schutzengel verbraucht.
Base Jumping - nein, die Statistik spricht eine zu deutliche Sprache.
Kunstflug - ja, Achterbahnfahren - nein, ist schlimmer (für mich)..

Aber was kann ich beim Fotografieren falsch machen?
Gibt es ein "Falsch" überhaupt?
Ich kann Rechte, Menschen, Tiere, Pflanzen verletzen (will ich nicht).
Gestaltung, Bildaussage, Farben, "Goldener Schnitt", Bildaussagen, Schärfe, etc. - Soll jeder machen wie er will.

Es gibt mehrheitsfähige Fotos, die gefallen, die sind notwendig, wenn ich sie im Netz verbreiten will um gute Bewertungen zu bekommen, oder aber wenn ich davon meinen Lebensunterhalt bestreite, sonst kauft die keiner.
Das mache ich auch manchmal, man will auch mal Bestätigungen erfahren.

Hier auf Makrotreff bin ich anders unterwegs.

Ich möchte die Augen für die Natur öffnen, dass es wichtig ist, sie zu erhalten!
Ich denke, mit schönen, ästheischen Fotos, mit Fotos die Seltenes zeigen, die einen Erkenntnisgewinn bringen, die Alltägliches aus einer anderen Sicht bringen, Provokationen, Bildern die nur dokumentieren,
kann man auch Naturbegeisterung wecken, ein Ziel auch von Makrotreff oder "Mission", wie die Macher das nennen.

Ich versuche von Allem etwas zu bringen, mit der mir möglichen maximalen Qualität.
Meine Herausforderung ist, das mit dem geringst möglichsten Aufwand zu tun.
Das heißt mit einer "Knipse" möchte ich gute Ergebnisse erzielen. Das ist eine selbstgewählte Beschneidung der Möglichkeiten.
Wegen der "Knipse" werde ich immer wieder von Systemkamerabesitzern von oben herab betrachtet. Aber Resultat sind wichtig!
Was gut ist, liegt in meinem Ermessen, die Messlatte lege ich so hoch wie ich will, orientiere mich aber auch an anderen.
Das zwingt mich viel mehr, mich mit der Physik und Technik sowie deren Grenzen auseinanderzusetzen und "vielleicht ist es auch das anders sein wollen?"
(Ich gebe aber zu, dass mich eine bessere Kamera und das notwendige Zubehör und vor allem Dinge wie "Focus-Stacking" schon reizen würden. Aber da reduziere ich mich immer wieder selbst.)

Manchmal sieht man Details in Fotos erst nach einer "gewissen Bearbeitung". Das ist erlaubt, aber die Realität sollt schon noch dargestellt werden. Ich möchte allerdings auch nicht zu glattgeleckte oder gefakte Fotos wie in den vielen bunten Blättern am Kiosk sehen.

Es handelt sich hier wirklich um "Kunst", wie du ausführlich beschreibst. 
Der "Künstler" können jedoch die Kamera, die Bildbearbeitung oder der Mensch oder alle sein, denn alle Fotos sind subjektiv.

Meine Fotos dürfen auch gerne kritisiert werden, daran kann ich wachsen, aber bitte nicht dogmatisch oder verletzend.
Jeder kann mal falsch liegen, falls es "falsch" gibt.

Klar gibt es Grenzen, "Ethik", doch wie oft verstoßen wir alle gegen Regeln?
Aber mir geht das Wohl des Tieres oder der Pflanze über alles.
Eine kleine Unannehmlichkeit für das Motiv kann es immer mal geben, versuche ich aber zu vermeiden.
(Werden wir artgerecht gehalten, z.B. im Büro?)
Die "Ethik" hier finde ich sinnvoll, sollte aber überarbeitet werden.

In der Ethik-Richtlinie z.B. steht "Blitzen vermeiden".

Dann gibt es aber "Blitzanleitungen" in Form von
"Wirkungsweise von Blitzlicht in der Makrofotografie - ein Beispiel"
"MAKRO-BLITZEN - die Sache mit dem Hintergrund, Teil 1 und 2"
"Bauanleitung: Diffusor für den Zangenblitz Canon MT-24EX"
Immerhin wird hinterfragt:
"Schädigt Blitzlicht Insektenaugen?"

Fotografie geht nun mal nicht ohne Licht! Und deshalb sind das wichtige Themen.

Was ich hier aber auch nicht will, Makrotreff mit meinen Fotos zumüllen.
Ich denke, zu Selbstdarstellung gibt es bessere Plattformen wie die sozialen Netzwerke, wozu ich auch Flickr ect. zähle.
Aber an Fotos zu lernen finde ich gut. Roland und Valentin machen da einen guten Job.

So nun habe ich, anstatt zu fotografieren, mal wieder rumphilosophiert. Brauche ich auch manchmal.
(Wenn es zu schlimm wird, holt mich meine Frau wieder auf den Boden.)

Jetzt wünsche ich dir "All the Best"
(Das gibts auch als "All the Best - Live" von Carla Bruni und Marianne Faithfull.
Dort habe sie auch den "Biomüll" in Form von Atemgeräuschen dringelassen.
Carla klingt etwas kurzatmig und gerade auch deshalb mag ich die Aufnahme.)

Water Castle

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