Das Verbreitungsgebiet des großen bunten Wolfmilchschwärmers erstreckt sich über die gesamte paläarktische Region. Der früher häufige Wolfsmilchschwärmer ist leider in vielen Teilen unseres Landes verschwunden. Die Ursachen hierfür sind die Verluste seiner Lebensräume. Das sind nährstoffarme, trockenwarme offene Standorte – wie Magerrasen. Böschungen, Steinbrüche Weinbergslagen – auf denen die Nahrungspflanze der Raupen, die Zypressenwolfsmilch in größeren Beständen wächst. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft, der Industrie und des Verkehrs sowie zunehmende Verbuschung nach Aufgabe der Bewirtschaftung haben sehr zum Verschwinden der Lebensräume dieses auf der Roten Liste stehenden Wolfsmilchschwärmers beigetragen.
Wolfsmilchschwärmer haben eine Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern und gehören damit zu den größeren Nachtfaltern. Sie fliegen von Ende Mai bis Juli. Mit Beginn der Dämmerung schwirren sie dann ähnlich wie Kolibris vor den Blüten und saugen den Nektar mit langen Saugrüsseln aus. Die Vorderflügel der Schmetterlinge sind hellbraun mit dunkleren Bereichen. Mit den auffällig rot, schwarz und weiß gefärbten Hinterflügeln schrecken sie Fressfeinde ab.
Die Weibchen der Wolfsmilchschwärmer legen die blaugrün schimmernden Eier an die Blätter der Zypressen-Wolfsmilch. Diese Pflanze enthält Giftstoffe, die Raupen sind dagegen jedoch immun. Mit der leuchtend rot-schwarzen Färbung weisen ältere Raupen ihre Fressfeinde auf den giftigen Darminhalt hin und schützen sich so. Ihr rotes hinteres Horn mit seiner schwarzen Spitze ähnelt zudem einem Stachel. Junge Raupen haben diese Warnfarbe nicht und sind nur nachtaktiv.
[Quelle: NABU, Berlin 02/2014]
Fotos: Vielen Dank für die beeindruckenden Fotos an Jürgen Rodenkirchen! Mehr von Ihm gibt's auf http://naturundfoto.info
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