Mitmachpost "Ab in die Pilze!"
Unter den Rock geschaut
von eurem Makrotreff-Team
Es ist wieder soweit!
Die Wälder riechen nach Pilzen, und trotz der Trockenheit im Sommer trauen sich die ersten Hutträger aus der Deckung.
Das Thema „Pilze“ hatten wir schon im letzten Jahr, aber es ist halt für uns Fotografen das bestimmende Herbstmotiv. Um es für Dich nicht zu langweilig zu machen, wollen wir die Sache in diesem Jahr etwas „verschärfen“.
Diesmal geht es darum, den Schwammerln leicht unter den Rock zu schauen und Stiele, Poren und Lamellen sichtbar zu machen.
Also: Runter mit der Kamera und ran an die Unterseite!
Vergiss die Baumpilze nicht!
Baumpilze wachsen an Baumstämmen und Totholzästen und zeigen daher ihre Unterseite besonders gerne. Wenn Du einen Buchen-Schleimrübling findest, hast Du das große Los gezogen!
Bei den aus dem Boden wachsenden Pilzen wird es verstärkt auf das Licht ankommen. Die Schatten solltest Du etwas aufhellen. Streiflicht bringt Dir Plastizität in die Lamellen beziehungsweise großporigen Unterseiten.
Aber achte darauf, nicht klinisch hell auszuleuchten. Hartes Licht und Pilze vertragen sich nicht.
Warum eigentlich von unten?
Wenn man Pilze bestimmen will, ist die Sicht auf den Hut meist am wenigsten aussagekräftig. Wichtig sind vor allem der Stiel und die Hutunterseite.
Und genau diese Details wollen wir in diesem Mitmachpost sehen!
Beginnen wir mit dem Stiel:
Deshalb sind folgende Punkte wichtig:
- Welche Farbe hat er?
- Bläut er, verfärbt er sich also nach leichtem Druck blau? Verfärbt sich eine Schnittstelle blau oder rot?
- Hat er einen Ring? Ist dieser verschiebbar? Beim echten Parasol beispielsweise ist der Ring verschiebbar.
- Hat der Stiel eine Knolle? Wächst er aus einer Scheide?
- Ist er faserig?
- Besitzt er eine netzförmige Zeichnung? Ist er flockig oder genattert?
- Ist er hohl?
Ein gutes Beispiel ist der Steinpilz. Ihn kann man gut von seinem ungenießbaren Doppelgänger, dem Gallenröhrling, unterscheiden, indem man das Netz des Stiels untersucht.
Der Steinpilz zeigt am Stiel ein helles Netz auf dunklerem Grund, der Gallenröhrling ein dunkles Netz auf hellerem Grund.
Canon EOS 60D; Trioplan 2,8/ 100mm; f/2.8; 1/25s; ISO 100; Foto Wolfgang Zeiselmair
Steinpilz (Boletus)
Und jetzt unter den Hut!
Als Zweites schauen wir uns die Unterseite des Hutes an.
Bei Röhren- und Porenpilzen, zum Beispiel Steinpilzen, Braunkappen oder Hexenröhrlingen, kannst Du darauf achten, ob sich der Schwamm unter Druck dunkel oder blau verfärbt.
Bei Lamellenpilzen gibt es noch mehr zu entdecken, wie Folgendes
- Welche Farbe haben die Lamellen?
- Stehen sie eng oder weit auseinander? Verzweigen sie sich?
- Laufen die Lamellen bis zum Stiel und sind dort angewachsen? Ziehen sie sich vor dem Stiel zurück und lassen ihn frei? Oder laufen sie am Stiel herab, wie beispielsweise beim Pfifferling?
Jetzt bist Du dran!
Du siehst: Die Draufsicht ist diesmal nicht das Wichtigste.
Versuche Bilder zu machen, bei denen die aufgeführten Eigenschaften gut erkennbar sind. Das ist nicht nur fotografisch spannend, sondern hilft Dir später am Rechner auch dabei, Deine Funde genauer zu bestimmen.
Diese Seite kann Dir weiterhelfen https://www.123pilze.de/
Zeig uns also Deine Pilze von unten, von der Seite und mit ihren besonderen Details. Wir sind gespannt, welche Stiele, Röhren, Poren und Lamellen Du vor die Linse bekommst!
Und ganz wichtig: Solltest Du Dir bei der Bestimmung eines Pilzes nicht ganz sicher sein, gilt: NICHT IN DEN TOPF!
DISCLAIMER: Die hier abgebildeten Pilze sind keine Bestimmungshilfe. Pilze sollte man nur Essen, wenn man sie eindeutig kennt oder sie von einem ausgebildeten Pilzsachverständigen (DGfM) bestimmt wurden.
Viel Freude beim Suchen, Finden und Fotografieren wünscht Dir
Dein Makrotreff-Team
Kommentare
Hallo,ich bin etwas…
Hallo,
ich bin etwas verunsichert, weil ich offenbar der erste bin und zweitens, weil die obigen wunderschönen Bilder alles Vintage-Fotos sind. Sind nur solche zugelassen?
Ich hätte hier nämlich eines von vorgestern, das herkömmlich erstellt wurde, nämlich mit 100er-Makro und Stacking. Es handelt sich um ein paar ältere Halsband-Schwindlinge (Marasmius rotula). Die kleinen Kerlchen sind bei uns in Laubwäldern häufig, aber so winzig, dass sie kaum auffallen. Sie leben als Saprobionten auf abgestorbenen Holzresten, wobei oft bereits ein Rindenstück wie bei dieser Aufnahme oder sogar ein Blatt ausreicht. Am liebsten verspeisen sie Rotbuche.
Stack aus 77 Einzelaufnahmen, leichte künstliche Beleuchtung mit einer kleinen Flächenleuchte von schräg vorne. Stativ.
Herzliche Grüße,
Rainer
MOD
Grüß Dich Rainer,natürlich…
Grüß Dich Rainer,
natürlich sind nicht nur Vintagebilder erlaubt (verboten ist bei uns eh nicht viel :-)). Von meinen Bildern sind im Post ganze 4 mit dem 100er Makro gemacht, auch teilweise gestackt. Der Ritterling im Slider, der Gallenröhrling, der winzige Samtfußrübling vor dem umgefallenen Hutträger und der Winterporling.
Deine kleinen Schwindlinge wollen ja hoch hinaus:-). Ich finde Schwindlinge sehen immer so aus als ob sie tanzen würden, ich mag sie als Motiv sehr.
Danke auch, dass Du den Anfang gemacht hast, viel ist ja noch nicht los im Wald, wir haben den Post bewusst früh in der Pilzsaison gestartet um jeden die Zeit zum Motiv finden zu geben.
Servus
Wolfgang
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Der Riesenporling saß groß und mächtig an der Wurzelscheibe einer umgefallenen Buche und ließ mich unter seinen Hüte schauen. Er leuchtete förmlich in seiner dunklen Umgebung. Bei aller Schönheit war er vermutlich der Grund dafür, dass sein Wirt umgefallen ist. (Das Foto ist nicht ganz aktuell, auch nicht mit einem Vintage-Obi gemacht (canon ef24-105,f4, 58mm, 1/1250, f8).Ist das erlaubt?) LG, Theo
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