das ist volles Bio-Kino, was Du da fotografiert hast! Ein hochinteressantes Wanzen-Verhalten.
Zur Biologie:
Du hast die Fleckige Brutwanze (Elasmucha grisea) gefunden und fotografiert – und zwar ein Weibchen, das auf der Unterseite eines Birkenblattes sein Eigelege beschützt.
Brutfürsorge und Brutpflege
Zuerst legt das Weibchen die Eier, ein schön enges Gelege mit etwa 40 bis 50 Eiern, das sie mit ihrem Körper genau abdecken kann (siehe unten Bild 1).
Anschließend stellt sie sich schützend darüber und bewacht es. Diese Situation hast Du fotografiert.
Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Jungwanzen (so lange bleibt das Weibchen dort hocken!). Sie bleiben während der gesamten ersten Larvalphase beim Gelege oder in dessen unmittelbarer Nähe. Bei Gefahr huschen sie rasch unter ihre Mutter.
Diese Situation siehst Du unten auf dem zweiten Bild, dann kannst Du dir das genau vorstellen.
Der Hammer ist, dass die Mutterwanze das Gelege und später auch die Jungwanzen tatsächlich aktiv verteidigt. Dies geschieht mittels eines wilden Schwirrschlags ihrer Flügel. Sie macht damit eine Riesen-Show, begleitet von einem zum Fürchten klingenden Schwirrgeräusch. Das ist echt beeindruckend. Auch das hänge ich mal als Bild an (Bild 3).
Erst ab der zweiten Häutung wandern sie umher, ständig gefolgt von ihrer Mutter, die sie weiterhin bewacht und verteidigt. Das sieht super lustig aus: Die kleinen Wanzen wandern im Gänsemarsch gemeinsam zu guten Futterplätzen und halten dabei mit ihren Fühlern Kontakt zueinander. Den Abschluss bildet die wachende Mutter.
Biologen sprechen bei diesem Verhalten von einem sogenannten Brutfürsorge- und Brutpflegeverhalten.
Du siehst, eine hammermäßig interessante Situation, die Du da fotografiert hast.
Wenn Du nochmals sowas findest, beobachte das Gelege samt Mutterwanze über mehrere Tage und auch länger. Dann kannst Du gegebenenfalls und mit etwas Glück verschiedene Phasen dieses spannenden Verhaltens beobachten und eventuell auch fotografieren.
Übrigens: Auch auf dem abgestorbenen Birkenblatt entwickeln sich die Eier weiter, weil sie keine innere Verbindung zum Blatt haben. Allerdings müssen die Jungwanzen dann bald nach dem Schlupf wieder auf frische Birkenblätter treffen, weil sie sich von deren Saft ernähren.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
[PS: Ich nehme den Namen der Wanze in den Bildtitel auf.]
Fleckige Brutwanze (Elasmuche grisea) – Weibchen bei der Eiablage auf der Unterseite eines Birkenblattes
Fleckige Brutwanze (Elasmuche grisea) – Weibchen bei der Verteidigung des Eigeleges
Fleckige Brutwanze (Elasmuche grisea) – Weibchen bei der Bewachung der frisch geschlüpften Jungwanzen
Hallo Margret, das ist…
Hallo Margret,
das ist volles Bio-Kino, was Du da fotografiert hast! Ein hochinteressantes Wanzen-Verhalten.
Zur Biologie:
Du hast die Fleckige Brutwanze (Elasmucha grisea) gefunden und fotografiert – und zwar ein Weibchen, das auf der Unterseite eines Birkenblattes sein Eigelege beschützt.
Brutfürsorge und Brutpflege
Zuerst legt das Weibchen die Eier, ein schön enges Gelege mit etwa 40 bis 50 Eiern, das sie mit ihrem Körper genau abdecken kann (siehe unten Bild 1).
Anschließend stellt sie sich schützend darüber und bewacht es. Diese Situation hast Du fotografiert.
Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Jungwanzen (so lange bleibt das Weibchen dort hocken!). Sie bleiben während der gesamten ersten Larvalphase beim Gelege oder in dessen unmittelbarer Nähe. Bei Gefahr huschen sie rasch unter ihre Mutter.
Diese Situation siehst Du unten auf dem zweiten Bild, dann kannst Du dir das genau vorstellen.
Der Hammer ist, dass die Mutterwanze das Gelege und später auch die Jungwanzen tatsächlich aktiv verteidigt. Dies geschieht mittels eines wilden Schwirrschlags ihrer Flügel. Sie macht damit eine Riesen-Show, begleitet von einem zum Fürchten klingenden Schwirrgeräusch. Das ist echt beeindruckend. Auch das hänge ich mal als Bild an (Bild 3).
Erst ab der zweiten Häutung wandern sie umher, ständig gefolgt von ihrer Mutter, die sie weiterhin bewacht und verteidigt. Das sieht super lustig aus: Die kleinen Wanzen wandern im Gänsemarsch gemeinsam zu guten Futterplätzen und halten dabei mit ihren Fühlern Kontakt zueinander. Den Abschluss bildet die wachende Mutter.
Biologen sprechen bei diesem Verhalten von einem sogenannten Brutfürsorge- und Brutpflegeverhalten.
Du siehst, eine hammermäßig interessante Situation, die Du da fotografiert hast.
Wenn Du nochmals sowas findest, beobachte das Gelege samt Mutterwanze über mehrere Tage und auch länger. Dann kannst Du gegebenenfalls und mit etwas Glück verschiedene Phasen dieses spannenden Verhaltens beobachten und eventuell auch fotografieren.
Übrigens: Auch auf dem abgestorbenen Birkenblatt entwickeln sich die Eier weiter, weil sie keine innere Verbindung zum Blatt haben. Allerdings müssen die Jungwanzen dann bald nach dem Schlupf wieder auf frische Birkenblätter treffen, weil sie sich von deren Saft ernähren.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
[PS: Ich nehme den Namen der Wanze in den Bildtitel auf.]