Empfohlener ISO-Wert

Profile picture for user JayDee
Makronist

Olympus bzw. OM empfiehlt die Einstellung von ISO 200. Gleichzeitig besteht aber im Kameramenü die Möglichkeit, die Einstellungen L100 oder L80 zu wählen.

Frage: Hat jemand von euch diese Einstellungen `mal getestet und kann Angaben darüber machen, bei welchen Lichtverhältnissen dies signifikante Vorteile bringt?

Kommentare

Profile picture for user IngaEdel
ADMIN

Hallo Jürgen,

eine gute Frage. Ich habe meine ISO immer brav bei 200, ohne das je hinterfragt zu haben. Jetzt habe Ich mal die KI befragt, was diese dazu meint.

Hier die Antwort. Ob das stimmt kann ich nicht sagen.

Antwort liegt in der Art, wie Olympus/OM ihre Basis-ISO realisiert.

Hintergrund:

  • „Basis-ISO“ bei OM/Olympus ist 200.
    Der Sensor ist so ausgelegt, dass er bei ISO 200 die optimale Balance zwischen Dynamikumfang, Rauschverhalten und Farbtiefe liefert.
  • ISO L100 oder L80 sind keine „echten“ nativen Sensorempfindlichkeiten, sondern sogenannte Pull-ISOs. Die Kamera reduziert elektronisch die Empfindlichkeit, indem sie das Signal schon vor der RAW-Verarbeitung herunterzieht. Dadurch wirkt es, als hätte man eine niedrigere ISO, in Wahrheit ist es eine Art gedämpftes ISO 200.

Praktische Auswirkungen:

  • Vorteile:
    • In sehr hellen Lichtsituationen (z. B. grelles Sonnenlicht, Strand, Schnee), wenn man trotz kleinster Blende und kürzester Verschlusszeit sonst überbelichten würde, können L100/L80 helfen, die Belichtung im Zaum zu halten.
    • Für bestimmte Bildwirkungen, z. B. lange Belichtungszeiten am Tag (fließendes Wasser, Bewegungseffekte), bekommt man etwas längere Zeiten, bevor man zwingend einen ND-Filter braucht.
    • Geringfügig bessere Lichterzeichnung, da die Kamera insgesamt dunkler aufzeichnet.
  • Nachteile:
    • Dynamikumfang in den Lichtern verringert sich. Das bedeutet: helle Bereiche brennen leichter aus.
    • Das Bildrauschen wird nicht wirklich verbessert – teils kann es sogar leicht ansteigen.
    • In den RAW-Daten ist es sichtbar, dass die Kamera die Belichtung elektronisch „herunterzieht“.

Fazit:

  • ISO 200 verwenden: Für alle normalen Situationen – beste Bildqualität.
  • ISO L100/L80 verwenden: Nur wenn
    1. es extrem hell ist und du unbedingt längere Belichtungszeiten brauchst, oder
    2. du keine ND-Filter zur Verfügung hast.

👉 Kurz gesagt: Signifikant vorteilhaft sind L100/L80 nur bei extrem viel Licht und dem Wunsch nach längeren Belichtungszeiten oder offener Blende. Für maximale Bildqualität bleib lieber bei ISO 200.

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Jürgen,

ich habe mich genau über diese Frage mal mit einem Olympus-Manager unterhalten. Im Wesentlichen sagte er das gleiche, was Inga über die KI herausgefunden hat. Der zentrale Satz ist:

ISO 200 liefert (bei dem eingesetzten Sensor) die optimale Balance zwischen Dynamikumfang, Rauschverhalten und Farbtiefe.

Das trifft in dieser Form seit dem ersten mFT-Sensor zu.

Ich selbst stelle auch immer wieder mal auf ISO 100 oder 80. Die Ergebnisse sind: noch etwas weniger Bildrauschen (hier kann ich also die KI-Aussage oben nicht bestätigen) und insgesamt ein noch etwas klareres Bild. Die Kontraste nehmen leicht zu (das z. B. ist ein Zeichen der nicht mehr "optimalen Balance").

ABER: Die Nachteile sind nach meiner Erfahrung bei den meisten Naturmotiven zu vernachlässigen; in der technischen oder Werbefotografie spielt das alles eine etwas größere Rolle, nicht aber in der Naturfotografie.

FAZIT: Manchmal, wenn genügend Licht ist für meine Motividee, stelle ich auf die niedrigeren Werte. Ansonsten ist auch bei mir die ISO 200 relativ häufig eingestellt.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

 

 

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