Eidechse beim Sonnen "erwischt"

Ich glaube es handelt sich hier um eine Mauereidechse (Podarcis muralis), die ich Nachmittags mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages ablichten konnte. Ein Stackversuch ging leider in die Hose - mein kleiner Freund war dann doch schon etwas zu aktiv. Leider fehlt links ein kleiner Teil des Schwanzes, was mir aber auch erst im Nachhinein auffiel. Mir gefällts aber auch so, ich hoffe euch auch.

Beste Grüße,

Sebastian

 

Kommentare

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ADMIN

Hallo Sebastian,

ja, es ist die Mauereidechse (Podarcis muralis). Und es ist die typische Sonnenbad-Stellung: Der Körper wird flach gemacht und auf den Boden gelegt. Dadurch wird seine Oberfläche erfolgreich vergrößert, sodass die Eidechse effizienter Wärme über die Sonnenstrahlen aufnehmen kann.

Die Sache mit dem "gekappten" Schwanz (übrigens auch das Hinterbein) hast Du selbst schon angesprochen.

Zwei Dinge zur

Bildwirkung:

Wenn Du die Eidechse so schräg von oben fotografierst (was natürlich nötig ist, will man den beim Sonnenbaden abgeflachten Bauchteil abbilden), sollte sie idealerweise quer zur optischen Achse liegen. Ziel ist dann, die Echse auf ihrer gesamten Körperlänge in die Schärfenebene zu bekommen. Hier bei dem Foto ist nur der Kopf scharf (der ist es allerdings!).

Alternative:
Geht das nicht, ist es günstig, den Kamerastandpunkt nach unten hin auszurichten. Gehe tiefer mit der Kamera runter. Dann wird das Bild deutlich spannender.

Ich stelle Dir mal zur Verdeutlichung hierzu Bilder einer anderen Eidechsenart, der Zauneidechse (Lacerta agilis) ein. Aber das ist ja egal, hier geht es um die Bildgestaltung.
Achte auf die Bildwirkung - sowohl , wenn die Eidechse quer sitzt und damit voll in der Schärfe ist, also auch insbesondere auf das Mehr an Tiefe bei niedrigerem Kamerastandpunkt.

Bitte nicht falsch verstehen: Es geht nicht um besser/schlechter. Es geht um die BILDWIRKUNG. Und die sieht man am meisten, wenn man sie sieht :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Olympus E-M1; Olympus 90mm F2.0 Makro; ISO 100; 1/250 Sek.; Blende 5.6

Eidechse quer zur optischen Achse:
Zauneidechse (Lacerta agilis) - junges Männchen im Balzkleid beim Sonnenbaden.

Olympus E-M1; Olympus 90mm F2.0 Makro; ISO 100; 1/500 Sek.; Blende 4.0

Eidechse NICHT quer zur optischen Achse - tiefer Kamerastandpunkt (beachte die Bildtiefe):
Zauneidechse (Lacerta agilis) - reifes (Vordergrund) und junges Männchen (Hintergrund) im Balzkleid.

 

Und wenn Du es noch dramatischer haben willst, gehe noch weiter runter mit der Kamera - unter "normal Null"!

Olympus E-M1; Olympus 90mm F2.0 Makro; ISO 200; 1/320 Sek.; Blende 2.0

Kamerstandpunkt unterhalb der Zauneidechse (noch mehr Dramaturgie):
Zauneidechse (Lacerta agilis) - junges Männchen im Balzkleid.

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Hallo Roland,

immerhin erkenne ich die Tiere, die ich fotografiere schonmal so langsam ;-)

Wunderschöne Bilder, die du mir da als Vergleich eingestellt hast! Ich verstehe, was du meinst ... die Perspektive macht´s. Leider ließen die äußeren Begebenheiten kein fotografieren auf Augenhöhe zu, nichts desto trotz hätte ich allerdings die Echse parallel zur optischen Achse ablichten können. Ich hoffe, dass ich das beim nächsten mal noch besser beachten kann. Letztlich fehlt mir an einigen Stellen noch die Erfahrung bzw. Selbstverständlichkeit im Eifer des Gefechts auf alles zu achten (siehe auch das Thema fehlender Schwanz + Hinterbein).

Danke mal wieder für die vielen Hinweise. Diese helfen mir beim lernen wirklich sehr. Schön ist, dass der Lerneffekt anhand der eigenen Bilder auftritt und nicht anhand irgendeines Internettutorials. Wirklich toll, was der MAKROTREFF hier leistet. Ich habe mir vor einer Woche auch erstmal alle 4 Ausgaben der Zeitschrift bestellt und werde mir diese im nun anstehenden Osterurlaub endlich zur Gemüte führen können :-)

Um nochmal auf mein hier eingestelltes Bild zurück zu kommen: Da der Kopf ja anscheinend ganz gut erwischt wurde, werde ich heute Abend mal testen, wie das Bild mit einem etwas kleineren Ausschnitt (z.B. nur Vorderbeine + Kopf) zur Geltung kommt und das Ergebnis hier nochmal einstellen.

 

Viele Grüße,

Sebastian

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ADMIN

Hallo Sebastian,

ja, das ist die große Kunst: Im "Ernstfall" dann alles möglichst lückenlos, perfekt und schnell auf die Reihe kriegen.

Das Problem haben Viele, wenn nicht zu sagen Alle! Und hier sind auch die Grenzen von Makrotreff gegeben. Denn das lässt sich nur zusammen draußen in der Praxis üben. Dies ist ein Grund von mehreren, warum wir hier Workshops anbieten. Hier gibt´s immer wieder riesige Aha-Effekte. Dieses Thema wird sehr unterschätzt. Und selbst diejenigen, die meinen, sie seien schon weiter, kriegen dann am Motiv und unter Zeitbegrenzung (z.B. ehe das Tier flüchtet :-)) nicht alles sauber über den Kamm. Da hilft so ein Workshop mit seiner intensiven gemeinsamen Arbeit schon sehr weiter.

Also, mach Dir nichts daraus, Du bist in guter Gesellschaft ...

Lieber Gruß,

Roland

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