Mitmachpost Ab in die Pilze!

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Mitmachpost Ab in die Pilze!

Mi., 23/09/2026 - 18:28
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Unter den Rock geschaut

von eurem Makrotreff-Team

Es ist wieder soweit!

Die Wälder riechen nach Pilzen und trotz der Trockenheit im Sommer trauen sich die ersten Hutträger aus der Deckung.

Olympus EM1-II; Olympus 1,2/55mm; f/1,2; 1/125s; ISO 200; Foto Gabi Jaeger
Eine Gruppe Helmlinge 

Das Thema „Pilze“ hatten wir schon im letzten Jahr, aber es ist halt für uns Fotografen das bestimmende Herbstmotiv. Um es für Dich nicht zu langweilig zu machen, wollen wir die Sache in diesem Jahr etwas „verschärfen“.

Diesmal geht es darum, den Schwammerln leicht unter den Rock zu schauen und Stiele, Poren und Lamellen sichtbar zu machen.
Also: Runter mit der Kamera und ran an die Unterseite!

Olympus EM1-II; Cooke Kinic 1,5/25mm; f/1.5; 1/60s; ISO 200; Foto Inga Edel
Semmel-Stoppelpilz oder Semmelgelber Stacheling
(Hydnum repandum)
Er hast eine gelbliche, an Semmeln erinnernde Hutfarbe und Stacheln an der Hutunterseite.

Vergiss die Baumpilze nicht!

Baumpilze wachsen an Baumstämmen und Totholzästen und zeigen daher ihre Unterseite besonders gerne. Wenn Du einen Buchen-Schleimrübling finden kannst, hast Du das große Los gezogen!

Olympus EM1-II; Cooke Kinic 1,5/25mm; f/1.5; 1/125s; ISO 200; Foto Inga Edel
Buchen-Schleimrübling (Mucidula mucida)

Bei den aus dem Boden wachsenden Pilzen wird es verstärkt auf das Licht ankommen. Die Schatten solltest Du etwas aufhellen. Streiflicht bringt Dir Plastizität in die Lamellen beziehungsweise großporigen Unterseiten.

Aber achte darauf, nicht klinisch hell auszuleuchten. Hartes Licht und Pilze vertragen sich nicht.

Canon EOS R8; Canon Macro 2,8/100mm; f/11; 1/2s; ISO 100; Foto Wolfgang Zeiselmair

Warum eigentlich von unten?

Wenn man Pilze bestimmen will, ist die Sicht auf den Hut meist am wenigsten aussagekräftig. Wichtig sind vor allem der Stiel und die Hutunterseite.

Und genau diese Details wollen wir in diesem Mitmachpost sehen!

Beginnen wir mit dem Stiel:

Olympus EM1-II; Oreston 2,8/50mm; f/2.8; 1/30s; ISO 200; Foto Inga Edel
Hexenröhrling. Die Röhren sind rot und die Schnitt- oder Druckstelle wird bei Sauerstoffkontakt sofort blau. Ein guter Speisepilz, an den sich viele aufgrund der abschreckenden Farbe nicht rantrauen

Deshalb sind folgende Punkte wichtig:

  • Welche Farbe hat er? 
  • Bläut er, verfärbt er sich also nach leichtem Druck blau? Verfärbt sich eine Schnittstelle blau oder rot?
  • Hat er einen Ring? Ist dieser verschiebbar? Beim echten Parasol beispielsweise ist der Ring verschiebbar. 
  • Hat der Stiel eine Knolle? Wächst er aus einer Scheide? 
  • Ist er faserig? 
  • Besitzt er eine netzförmige Zeichnung? Ist er flockig oder genattert?
  • Ist er hohl?

Beispiel ist der Steinpilz. Ihn kann man gut von seinem ungenießbaren Doppelgänger, dem Gallenröhrling, unterscheiden, indem man das Netz des Stiels untersucht.

Der Steinpilz zeigt am Stiel ein helles Netz auf dunklerem Grund, der Gallenröhrling ein dunkles Netz auf hellerem Grund.


Canon EOS 60D; Trioplan 2,8/ 100mm; f/2.8; 1/25s; ISO 100; Foto Wolfgang Zeiselmair
Steinpilz (Boletus)

Canon EOS 60D; Canon Macro 2,8/100mm; f/2,8; 1/50s; ISO 100; Foto Wolfgang Zeiselmair
Gallenröhrling (Tylopilus felleus), Stack aus 20 Bildern

Und jetzt unter den Hut!

Als Zweites schauen wir uns die Unterseite des Hutes an.

Bei Röhren- und Porenpilzen, zum Beispiel Steinpilzen, Braunkappen oder Hexenröhrlingen, kannst Du darauf achten, ob sich der Schwamm unter Druck dunkel oder blau verfärbt.

Canon EOS R8; Canon100 f2.8 Macro; f/6.3; 1/3s; ISO 500; Foto Wolfgang Zeiselmair
Winterporling (Lentinus brumalis, Syn. Polyporus brumalis) Stack aus 21 Bildern

Bei Lamellenpilzen gibt es noch mehr zu entdecken, wie Folgendes

  • Welche Farbe haben die Lamellen?
  • Stehen sie eng oder weit auseinander? Verzweigen sie sich?
  • Laufen die Lamellen bis zum Stiel und sind dort angewachsen? Ziehen sie sich vor dem Stiel zurück und lassen ihn frei? Oder laufen sie am Stiel herab, wie beispielsweise beim Pfifferling?
     

Olympus EM1-II; Cyclop F1,5/85mm; f/1.5; 1/200s; ISO 200; Foto Gabi Jaeger
Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) hat rein weiße Lamellen, die frei oder unberührt am Stiel stehen

Jetzt bist Du dran!

Du siehst: Die Draufsicht ist diesmal nicht das Wichtigste.

Versuche Bilder zu machen, bei denen die aufgeführten Eigenschaften gut erkennbar sind. Das ist nicht nur fotografisch spannend, sondern hilft Dir später am Rechner auch dabei, Deine Funde genauer zu bestimmen.

Diese Seite kann Dir weiterhelfen https://www.123pilze.de/

Zeig uns also Deine Pilze von unten, von der Seite und mit ihren besonderen Details. Wir sind gespannt, welche Stiele, Röhren, Poren und Lamellen Du vor die Linse bekommst!

Olympus EM1-II; Elgeet Cine Navitar F1,5/50mm; f/1.5; 1/1600s; ISO 320; Foto Gabi Jaeger
Alter Täubling

Und ganz wichtig: Solltest Du Dir bei der Bestimmung eines Pilzes nicht ganz sicher sein, gilt: NICHT IN DEN TOPF!

DISCLAIMER: Die hier abgebildeten Pilze sind keine Bestimmungshilfe. Pilze sollte man nur Essen, wenn man sie eindeutig kennt oder sie von einem ausgebildeten Pilzsachverständigen (DGfM) bestimmt wurden.

Viel Freude beim Suchen, Finden und Fotografieren wünscht Dir

Dein Makrotreff-Team

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