Übungspilz

Hallo,

präsentiere meine erste einigermassen ansehnliche Arbeit mit meinem 105mm Makro.

Das Objektiv ist 40 Jahre alt und somit nicht automatisch.

Ich binn recht unsicher was die Qualität meines Bildes betrifft. Wie du ja weisst habe ich bisher nur mit dem 40mm gearbeitet und mit Automatikfokus. Jetzt muss ich Manuell einstellen und es gestalltet sich doch schwieriger als ich dachte. Ich habe das Foto Übungspilz genannt weil ich erst einmal nur wissen möchte was ich falsch mache (oder ev. auch richtig).

ISO 500    1/200  Blende wird nicht angezeigt

Liebe Grüsse

Margret

Kommentare

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ADMIN

Hallo pepper,

jawohl, da ist er, der "Übungspilz", neu fotografiert mit einem neuen alten Objektiv!

Also, der Reihe nach:

Als erstes hast Du festgestellt, dass das Arbeiten mit einem 105er was ganz was anderes ist als mit einem 40er - und das stimmt! Es ist nicht besser, nicht schlechter, sondern anders! Das ist normal!

Nun kommt noch dazu, dass es ein manuelles Objektiv ist. Das ist zunächst einmal überhaupt kein Nachteil. Gerade im Makrobereich arbeitet man sehr viel mit manuellem Fokus - ich fast ausschließlich. Ich gehe dann mit der ganzen Kamera leicht vor und zurück, bis ich den Schärfepunkt platziert habe.
Auch ich arbeite viel mit einem - weil sahnemäßig guten - über 30 Jahre alten Makroobjektiv. Das macht aber auch sowas von Spaß ...!

Zu bedenken ist, dass diese Objektive in der Regel nicht mit den modernen Kameras kommunizieren - und damit auch nicht die eingestellten Werte in den Exif-Daten gespeichert werden. Die musst Du also tatsächlich immer von Hand angeben. Aber das hast Du ja selbst schon bemerkt.

Nun zum Foto selbst:

Hintergrund:

Beachte die extreme Beruhigung des Hintergrunds. Und das bei Blende 9.0! Das ist 105er Makro-TELE im Vergleich zu 40er Makro-WEITWINKEL! Das sind die Gestaltungs-Spielräume.
Hier muss man nun mit der Zeit lernen, ein Motiv dahingehend einzuschätzen, mit welcher Brennweite man es am besten ablichtet. Oder, wie man es gerne hätte, wie also die Aufgabenstellung lautet.

Schärfe:

Die Punktschärfe ist voll da! Sie sitzt auf dem vorderen Hutrand, kurz hinter dem vordersten Punkt. Das ist gut so!

Tiefenschärfe:

Du hast das Foto mit Blende 9.0 gemacht, das ist fast ideal. Bei der D5300 wäre noch eine Blende mehr ohne Verluste drin gewesen, hätte aber auch nicht mehr allzuviel gebracht. Die Tiefenschärfe reicht nämlich nicht bis zu den Lamellen des Pilzes (hätte sie aber bei f/16 auch nicht getan). Woran liegt das?

Der Pilz ist sehr dreidimensional, hat also eine relativ große Tiefe. Da reicht die zur Verfügung stehende Tiefenschärfe einfach nicht für diesen Bereich.

LÖSUNG:
Entweder Fokus-Stacking-Technik anwenden, oder den Abbildungsmaßstab etwas verkleinern. Gehe mit der Kamera ein wenig zurück, dann wird der Pilz zwar (etwas) kleiner, dafür aber in Verbindung mit Blende 16 ganz scharf. Du bist dem Pilz schon mächtig auf den Leib gerückt. Klar, es reizt immer sehr, mit Makroobjektiven auch wirklich knietief in den Makrobereich einzudringen, so frei nach dem Motte: Zieh´ die Schuhe aus und komm´ ganz rein. Aber oft ist hier weniger mehr. Denn so voll drauf wie oben ist das Foto fast ein wenig langweilig.
Hier wäre also noch einiges an Spielraum gewesen - und damit hättest Du dieses Problem mit der Tiefenschärfe gelöst.
(Ha, da sind wir wieder beim hätte, wäre, sollte ... Aber hier wäre es tatsächlich möglich und besser gewesen.)

FAZIT:

Du hast eine ganze Menge richtig gemacht - und das Bild gibt Dir viele Informationen über die Arbeitsweise Deines neuen Objektivs. Darauf lässt sich wunderbar aufbauen.

Dass das Foto an sich nicht die dicke Wucht ist, liegt eher daran, dass das Motiv nicht so irre Interessant ist. Aber darum ging es ja hier auch nicht. Schließlich ist es Deine "erste einigermaßen ansehnliche Arbeit" mit der neuen alten Optik - und dafür ist doch schon fast ein Volltreffer!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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