Feuerwanze

Sony DSC-400V , 1/1000 Sek. , f/3,5 , 10,05 mm , ISO 80 , 10-fach Makro Vorsatzlinse

Habe heute in Fröndenberg beim Spaziergang eine schöne Feuerwanze erwischt. Leider ist meine Bridgekamera nicht so wirklich für Makroaufnahmen geeignet; der hintere Bereich ist wieder mal total unscharf geworden. Außerdem war es um ca. 18.00 Uhr mit den Lichtverhältnissen nicht mehr so gut bestellt und ich hatte natürlich mal wieder mein Ringlicht nicht dabei.

Spiele nun mit dem Gedanken mir eine Sony Alpha 68 mit einem 18-55 mm Objektiv zu kaufen und evtl. noch ein zusätzliches Makroobjektiv mit fester Brennweite.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Piero,

ein schönes Motiv: Eine Feuerwanze, die an - ja, woran saugt sie da? Das ist irgendeine Frucht, aber was für eine?

Dein "Gedankenspiel", Dir eine neue Kamera mit Makroobjektiv zu kaufen, wird Dir sicherlich manche Arbeit im Makrobereich "versüssen". Allerdings gibt es bezüglich Deines Feuerwanzen-Fotos einige Aspekte, die nichts mit der eingesetzten Ausrüstung zu tun haben - somit also auch mit einer "aufgerüsteten" Hardware aufgetreten wären. Im Einzelnen:

Schärfe:

Das die Schärfe im hinteren Bereich der Wanze weicht, ist nicht das Problem. Das darf sie, denn das ist schließlich "hinten" bei der Wanze, und wenn wir vorne auf die Wanze schauen, sehen wir mit unseren Augen den hinteren Bereich auch unscharf. Das ist also in Ordnung.

Schwieriger ist die Tatsache, dass der vordere Bereich mit den Augen und dem in Saugstellung befindlichen Rüssel unscharf ist. Das ist der Hauptbereich im Hauptmotiv - dorthin schauen wir, und der MUSS scharf sein. Die Schärfenebene ist aber knapp dahinter, so ziemlich genau auf der Mitte des Wanzenkörpers.

LÖSUNG:
Exakte Ausrichtung der Schärfenebene mit Lage des Schärfepunkts auf den Augen (und hier auch Rüssel).

Licht:

Die Lichtverhältnisse im Foto sind tatsächlich schwierig. Es ist aber nicht nur die Tatsache, das es insgesamt wenig Licht hat (Aufnahmezeit ca. 18:00Uhr), sondern dass der Lichteinfall so ist, dass die Augen samt Rüssel (Hauptbereich im Hauptmotiv) im tiefen Schatten ruhen. Hier gibt´s kaum noch eine Durchzeichnung.

LÖSUNG:
Du sprachst es an: entweder Blitzlicht einsetzen oder gewährleisten, dass die (natürlichen) Lichtverhältnisse möglichst ausgeglichen sind.

Unabhängig davon: eine sehr interessante Situation, die Du da fotografiert hast.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Piero,


ich habe Erfahrungen mit mehreren Sony Zoom-Kameras der HX-Serie.

Die Optiken sind ganz ordentlich.

Das Problem sind die vielen unnötigen Einstellmöglichkeiten, deren Wirkung oft nicht vorhersehbar ist

und dass man gerne versehentlich was verstellt.

Also gib deiner Kamera noch eine Chance.


Die Sony Kameras der HX-Serie funktionieren alle ähnlich,

vermutlich auch die anderen Serien.

Deshalb beschreibe ich mal, wie ich eine große Verbesserung der Bildqualität erreicht habe.


Zuerst wird getestet was die Kamera im Nahbereich kann, das heißt, wie nah kann ich überhaupt an ein Motiv heran, um ein "möglichst großes Foto" zu bekommen.

Wir wollen also einen möglichst großen  Abbildungsmaßstab erreichen, dabei sollte das Foto natürlich auch scharf werden.


Jede Optik ist ein abgeschlossenes, durchgerechnetes System mit dem bestmöglichen Kompromiss.

Also erst mal keine Nahlinsen verwenden, denn die verfälschen die Bildqualität zusätzlich.


Mein Tipp:


Ziel ist es, möglichst unverfälschte Rohdaten zu erhalten.

(Fotos im jpg-Format sind keine Rohdaten, aber weil wir keine RAW-Daten bekommen, müssen wir möglichst unverfälschte jpg verwenden.)


Alle technischen "Verbesserungen" der Kamera abschalten!

Digitalzoom, Klarbildzoom, HDR, oder wie sie alle heißen.

Keine Motivprogramme wie "Blumen" oder "Makro" verwenden,

sonst rechnet die Kamera das Bild "schön", wobei viel  Bildinformation verloren geht.

Diese Nacharbeit macht man besser mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm.

 

Dann ermittelt man, wie man den größten Abbildungsmaßstab bekommt, 

sprich bei welchem Zoomfaktor kann man am nächten ran, dass das Motiv möglichst groß abgebildet wird.

Das muss man nur 1 mal exemplarisch durchtesten, der Aufwand lohnt sich!


Wie geht das?

Ich taste mich durch Fotografieren z.B. eines Lineals an diese Grenzen heran.

Z.B. beginne ich mit Zoomfaktor 3,0 und schaue, bis zu welcher kürzesten Aufnahmeentfernung die Kamera scharfstellen kann.

Dann  mache ich das selbe mit Zoomfaktor 4,0.

Wenn ich das Motiv (Lineal) kleiner abgebildet bekomme, liegt die Naheinstellgrenze für den größeren Abbildungsmaßstab zwischen 3,0 und 4,0,

im anderen Fall über 4,0.

Nun halbiere ich den Bereich zwischen 3,0 und 4,0 und teste mit den Bereichen 3,0-3,5 und 3,5-4,0

oder im anderen Fall den Bereich 4,0-5,0.

Durch immer engere Eingrenzung bekomme ich so die Naheinstellgrenze für einen Zoombereich.


Das gleiche Verfahren mache ich mit dem nächst höheren Bereich, usw..

Die Ergebnisse schreibe ich auf.


Bei den Sony Kameras wird man feststellen, dass die Naheinstellgrenze nicht fließend ist, sondern stufenweise abnimmt.

Bei meiner Sony DSC-HX60 kann ich mit Zoomfaktor 3,9 den größten Abbildungsmaßstab bekommen.

Der nächste Bereich geht bis Zoomfaktor 6,5 usw.


Die anderen Zoomfaktoren sind deshalb interessant, weil man nicht immer so nah an das Motiv heran kann.


Man hat dann irgendwann die Zoomfaktoren im Kopf und stellt vor der Aufnahme den Faktor ein.


Weiteres Vorgehen: 

Programm: P

Zoom: in meinem Fall 3,9 oder etwas weniger, nicht mehr!!! Das gibt den größten Abbildungsmaßstab.


Entfernungsmessung: mittig 

Belichtungsmessung: mittig 

Blitzen: meistens, Einstellung Aufhellblitz

Die Superzoomkameras sind in der Regel lichtschwach und brauchen oft Blitzunterstützung. 

(Bei Makros besteht die Gefahr, dass das Objektiv Schatten wirft. Evtl. extra Blitz verwenden falls möglich.)


Belichtungskorrektur: oft   (lieber etwas unterbelichten als zu hell)


Sony Kameras bieten oft die Möglichkeit, diese Einstellungen zu speichern, damit sie beim Einschalten direkt aufgerufen werden.

Sollte bei der HX400V auch gehen, weil Speicherabruf 1 oder 2 auf dem Drehschalter eingestellt werden kann.


Zur Aufnahmetechnik:

Schärfenebene sauber einstellen!!! Braucht viel Erfahrung und ist bei Makros extrem wichtig,

denn der scharfe Bereich ist unglaublich schmal.

Dann Motiv mittig anmessen (Entfernung und Belichtung) in der Regel auf die Augen scharfstellen. 

(Keine Automatik mit 1000 Messpunkten verwenden, das gibt oft "Durchschnittsmatsch" )


Falls die Kamera auf den Hintergrund scharfstellt:
Ein Hilfsobjekt in etwa gleicher Entfernung suchen und wenn es der eigene Finger ist.
Den Bildausschnitt bei halb gedrücktem Auslöser wählen und dabei die Entfernung nicht ändern. (Das fällt vielen schwer)
Auslösen, fertig! 


Die Tiefenschärfe ist bei Makros immer gering, der kleine Chip der Sony-Knipsen ist hier sogar von Vorteil. 

Eine Wanze von vorne bis hinten scharf aufzunehmen geht so aber auch nicht.

Wer das will braucht Fokus-Stacking oder andere/ähnliche Verfahren.


Zum gezeigten Foto:

Die Aufnahme hat einige Fehler, die auch durch den Kauf einer neuen Kamera nicht unbedingt besser werden.

Doch diesen Part überlasse ich den Experten von Makrotreff.

War jetzt etwas viel auf einmal, im Prinzip sollte man aber jede Kamera systematisch erforschen.

 

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