ja, das könnte eher eine Sandbiene (Andrena sp.) sein. Dies ist aber anhand dieses Fotos und aus dieser Perspektive nicht sicher zu bestimmen.
Dieses Foto ist ein typisches Beispiel für die "Probleme", die in der Makrofotografie bestehen, wenn das (Natur-)Licht (zu) schwach ist. Dann potenzieren sich einige Dinge mit ihren jeweiligen Wirkungen, und heraus kommt ein relativ brillanzschwaches Foto. Gehen wir es einzeln durch:
Schärfe / Tiefenschärfe:
Aufgrund des wenigen vorhandenen Lichts hast Du Blende 5.6 gewählt (den ISO-Wert hast Du ja schon auf 800 geschraubt, was auch richtig ist). Aber für ein Foto von diesem Tier aus dieser Perspektive reicht die Tiefenschärfe einer Blende 5.6 an einem 100mm Objektiv nicht aus. Von dem Wildbienenkörper ist zu wenig in der Schärfenebene; und vor allem ist das Auge außerhalb derselben (es liegt kurz vor der Schärfenebene). Und Du kennst das ja bereits: das Auge MUSS scharf sein! Minimum wäre hier Blende 8.0, mit präziser Ausrichtung der Schärfe auf das Auge.
ISO-Wert:
Natürlich ist die Wahl der ISO 800 hier korrekt, da sie nötig war, um auf die 1/200 Sekunde zu kommen. Denn ein verwackeltes Bild ist von vornherein für die Tonne.
Höhere ISO-Werte setzen aber voraus, dass die Schärfe optimal sitzt - sowohl die Punkt- als auch die Tiefenschärfe. Da steigende ISO-Werte in der Regel an der Brillanz eines Fotos "knabbern", sind die Kontrastkanten einer 100%igen Schärfe nötig, um unterm Strich ein ansehnliches Bild zu erhalten. Ansonsten wirkt sehr schnell alles flau - und genau das ist hier ein wenig der Fall. Betrachte die Behaarung auf dem Brustkorb (Thorax) der Wildbiene, betrachte die blauen Blüten des Vergissmeinnicht - alles wirkt matt, kraftlos, halt flau. Hier muss jetzt eine knackige Schärfe rein, um gegenzuwirken.
Das bedeutet nicht, dass die Stimmung des Fotos - ruhiges, trübes Wetter mit neutralen Farben - verloren geht. Diese Stimmung war da, und sie sollte erhalten bleiben! Aber selbst trübe Stimmung wirkt auf einem brillanten Bild anders als auf einem flauen ...
LÖSUNG:
Wenn die Verschlusszeit von 1/200 Sek. aufgrund zu starker Windbewegung oder irgendwelcher anderen Gründen nicht unterschritten werden kann, gibt es nur zwei Alternativen, um hier bessere Ergebnisse zu erzielen:
Stativ: Dann wird´s schwerfällig. Und das Motiv darf sich absolut nicht bewegen (Wind!).
Blitz: Dabei spielt dann der Hintergrund eine entscheidende Rolle. Es sollte nicht zu diesen "schwarzen Löchern" kommen, ansonsten gibt´s sofort ein völlig anderes Bild (und das ist ja auch nicht das Ziel).
Ein Beispiel für diese Alternativ-Lösung hänge ich dir als Bild an. Achte auf die Schärfe/Tiefenschärfe, die Farben, die Brillanz und den Hintergrund (nicht schwarz). Klar, die "trübe" Lichtwirkung ist futsch, aber häufig bekommt man eben nicht alles. Die eierlegende Wollmilchsau gibt´s nun halt mal auch nicht (oder erst recht nicht) bei der (Makro-)Fotografie. Dafür ist dieses Foto aber sehr freundlich. Das wäre dann bei dieser Alternativlösung eben das, was aus einer solchen Situation rauszuholen wäre.
Über Bildnachbearbeitung lässt sich das Foto noch etwas verbessern (natürlich nicht die Schärfe!): die dunklen Bereiche etwas aufhellen, die Kontraste leicht anheben und einen Schuss Farbe hinzugeben - natürlich alles moderat.
Bildaufteilung:
Die Bildaufteilung ist suboptimal. Hier liegt erkennbar wieder diese klassische "Entschlussunfreudigkeit" der Makronistin vor: die Biene nicht mittig, aber auch nicht weit genug nach rechts platzieren. Also versucht man es mal mit der Mitte zwischen Mitte und rechts :-). Dadurch bleibt rechts relativ viel Bildfläche mit grünem Hintergrund, während links die Vergissmeinnicht-Blüte abgeschnitten wird. Das wirkt ein wenig unharmonisch. Hier wären also durch "Rechtsverschiebung" zwei Fliegen mit einer Klappe geschnappt worden:
Das Hauptmotiv (Biene + Blüten!) wäre insgesamt harmonischer im Bild gewesen;
Das Hauptmotiv innerhalb des Hauptmotivs (die Biene) wäre entsprechend der Drittelregelung auf die rechte Drittellinie "gerutscht".
Gleichzeitig hätte alles auch ein klein wenig mehr nach oben gehört. Auch der dortige "freue Raum" steht in keinem harmonischen Verhältnis zu der unten abgeschnittenen Blüte.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Olympus E-M1; Olympus Zuiko 80mm F4.0 Makrokopf am Balgengerät; ISO 200; Blende 8.0; Zangenblitz
Männchen der Sandbiene Andrena flavipes bei der Nektaraufnahme auf Großblättrigem Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
Dein wunderschönes Makro zu meinem matschigen Sandbienen Portrait.So hätte ich es auch gern hinbekommen. :-))))
Hab das Bild mit dem Einbein gemacht, da zwischen mir und der Biene eine Hecke stand.Und so ist das ganze eine ziemlich wackelige Angelegenheit gewesen. Deshalb hab ich die Blende 5,6 gewählt, was auch nicht gerade der Schärfe dienlich war. Bei der Bildaufteilung war ich mir nicht sicher,ob bei einem Verschieben weiter nach rechts das ganze nicht kippt.Da. ist sie dann, die Entschlussun freudigkeit .:-) Den Blitz hatte ich da noch nicht. Mich stört am meisten neben der Unschärfe die total matschige Blüte auf meinem Foto.
Werde versuchen mit deinen Tipps noch etwas herauszuholen.;-)
Gut, dass du mir das Foto angehängt hast, da ich darauf sehen kann, wie der Blitz richtig eingesetzt wird und wirkt.Ich war mir bei meinen ersten Gehversuchen sehr unsicher und wußte eigentlich nicht, wo ich hin muß. Die versuche mit der Drosera waren in sofern nicht hilfreich, da auf den Tropfen alles spiegelt.. Habe echt gedacht , daß ich es vermasselt habe .Das hat mich ein wenig verwirrt und verunsichert.
Ist halt schwer alles so umzusetzen. Mache halt viel so aus dem Bauch heraus. ;-)
Ich danke dir für deine Tipps und wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
nein, nein, nein! Mit den Drosera-Versuchen warst Du überhaupt nicht vergeblich unterwegs, erst recht hast Du damit nichts vermasselt! Im Gegenteil: Diese Fotos haben Dir gezeigt, WIE Deine neuen Blitze wirken! Sie haben Dir eine Menge Infos gegeben über die Ausrichtung dieser Lichtquellen, über Beleuchtung und Belichtung. Das ist super wichtig, das musst Du alles sehen und kennenlernen. Dass Tropfen spiegeln, ist normal, dafür können Blitze nichts. Die Sonne würde hier auch spiegeln. Und über Reflexpunkte bei der Fotografie und Malerei haben wir uns ausführlich ausgetauscht.
Also, nischte war hier umesönst!!!
Du musst Dir nur zugestehen, einen Schritt nach dem anderen zu machen!
Und noch was. Liebe Gabi, Du arbeitest parallel auf mehreren "Baustellen". Dein Bild oben hat erst einmal nichts mit Blitzeinsatz zu tun. Diesem Foto liegt folgende Situation zu Grunde:
Du hast bei düsteren bis schlechten Lichtverhältnissen fotografiert!
Hier zu blitzen ist nur EINE von mehreren Reaktionsmöglichkeiten. Es gibt weitere, dazu schreibe ich dir bei der Besprechung des nächsten Fotos etwas. Nur eines sollte/darf man nicht machen: so tun, als ob es keine düsteren oder schlechten Lichtverhältnisse sind!
Kommentare
ADMIN
Hallo Flora1958,…
Hallo Flora1958,
ja, das könnte eher eine Sandbiene (Andrena sp.) sein. Dies ist aber anhand dieses Fotos und aus dieser Perspektive nicht sicher zu bestimmen.
Dieses Foto ist ein typisches Beispiel für die "Probleme", die in der Makrofotografie bestehen, wenn das (Natur-)Licht (zu) schwach ist. Dann potenzieren sich einige Dinge mit ihren jeweiligen Wirkungen, und heraus kommt ein relativ brillanzschwaches Foto. Gehen wir es einzeln durch:
Schärfe / Tiefenschärfe:
Aufgrund des wenigen vorhandenen Lichts hast Du Blende 5.6 gewählt (den ISO-Wert hast Du ja schon auf 800 geschraubt, was auch richtig ist). Aber für ein Foto von diesem Tier aus dieser Perspektive reicht die Tiefenschärfe einer Blende 5.6 an einem 100mm Objektiv nicht aus. Von dem Wildbienenkörper ist zu wenig in der Schärfenebene; und vor allem ist das Auge außerhalb derselben (es liegt kurz vor der Schärfenebene). Und Du kennst das ja bereits: das Auge MUSS scharf sein! Minimum wäre hier Blende 8.0, mit präziser Ausrichtung der Schärfe auf das Auge.
ISO-Wert:
Natürlich ist die Wahl der ISO 800 hier korrekt, da sie nötig war, um auf die 1/200 Sekunde zu kommen. Denn ein verwackeltes Bild ist von vornherein für die Tonne.
Höhere ISO-Werte setzen aber voraus, dass die Schärfe optimal sitzt - sowohl die Punkt- als auch die Tiefenschärfe. Da steigende ISO-Werte in der Regel an der Brillanz eines Fotos "knabbern", sind die Kontrastkanten einer 100%igen Schärfe nötig, um unterm Strich ein ansehnliches Bild zu erhalten. Ansonsten wirkt sehr schnell alles flau - und genau das ist hier ein wenig der Fall. Betrachte die Behaarung auf dem Brustkorb (Thorax) der Wildbiene, betrachte die blauen Blüten des Vergissmeinnicht - alles wirkt matt, kraftlos, halt flau. Hier muss jetzt eine knackige Schärfe rein, um gegenzuwirken.
Das bedeutet nicht, dass die Stimmung des Fotos - ruhiges, trübes Wetter mit neutralen Farben - verloren geht. Diese Stimmung war da, und sie sollte erhalten bleiben! Aber selbst trübe Stimmung wirkt auf einem brillanten Bild anders als auf einem flauen ...
LÖSUNG:
Wenn die Verschlusszeit von 1/200 Sek. aufgrund zu starker Windbewegung oder irgendwelcher anderen Gründen nicht unterschritten werden kann, gibt es nur zwei Alternativen, um hier bessere Ergebnisse zu erzielen:
Ein Beispiel für diese Alternativ-Lösung hänge ich dir als Bild an. Achte auf die Schärfe/Tiefenschärfe, die Farben, die Brillanz und den Hintergrund (nicht schwarz). Klar, die "trübe" Lichtwirkung ist futsch, aber häufig bekommt man eben nicht alles. Die eierlegende Wollmilchsau gibt´s nun halt mal auch nicht (oder erst recht nicht) bei der (Makro-)Fotografie. Dafür ist dieses Foto aber sehr freundlich. Das wäre dann bei dieser Alternativlösung eben das, was aus einer solchen Situation rauszuholen wäre.
Über Bildnachbearbeitung lässt sich das Foto noch etwas verbessern (natürlich nicht die Schärfe!): die dunklen Bereiche etwas aufhellen, die Kontraste leicht anheben und einen Schuss Farbe hinzugeben - natürlich alles moderat.
Bildaufteilung:
Die Bildaufteilung ist suboptimal. Hier liegt erkennbar wieder diese klassische "Entschlussunfreudigkeit" der Makronistin vor: die Biene nicht mittig, aber auch nicht weit genug nach rechts platzieren. Also versucht man es mal mit der Mitte zwischen Mitte und rechts :-). Dadurch bleibt rechts relativ viel Bildfläche mit grünem Hintergrund, während links die Vergissmeinnicht-Blüte abgeschnitten wird. Das wirkt ein wenig unharmonisch. Hier wären also durch "Rechtsverschiebung" zwei Fliegen mit einer Klappe geschnappt worden:
Gleichzeitig hätte alles auch ein klein wenig mehr nach oben gehört. Auch der dortige "freue Raum" steht in keinem harmonischen Verhältnis zu der unten abgeschnittenen Blüte.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Olympus E-M1; Olympus Zuiko 80mm F4.0 Makrokopf am Balgengerät; ISO 200; Blende 8.0; Zangenblitz
Männchen der Sandbiene Andrena flavipes bei der Nektaraufnahme auf Großblättrigem Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
MOD
Guten Morgen, Roland!…
Guten Morgen, Roland!
Da sieht man den Unterschied überdeutlich.:-)
Dein wunderschönes Makro zu meinem matschigen Sandbienen Portrait.So hätte ich es auch gern hinbekommen. :-))))
Hab das Bild mit dem Einbein gemacht, da zwischen mir und der Biene eine Hecke stand.Und so ist das ganze eine ziemlich wackelige Angelegenheit gewesen. Deshalb hab ich die Blende 5,6 gewählt, was auch nicht gerade der Schärfe dienlich war. Bei der Bildaufteilung war ich mir nicht sicher,ob bei einem Verschieben weiter nach rechts das ganze nicht kippt.Da. ist sie dann, die Entschlussun freudigkeit .:-) Den Blitz hatte ich da noch nicht. Mich stört am meisten neben der Unschärfe die total matschige Blüte auf meinem Foto.
Werde versuchen mit deinen Tipps noch etwas herauszuholen.;-)
Gut, dass du mir das Foto angehängt hast, da ich darauf sehen kann, wie der Blitz richtig eingesetzt wird und wirkt.Ich war mir bei meinen ersten Gehversuchen sehr unsicher und wußte eigentlich nicht, wo ich hin muß. Die versuche mit der Drosera waren in sofern nicht hilfreich, da auf den Tropfen alles spiegelt.. Habe echt gedacht , daß ich es vermasselt habe .Das hat mich ein wenig verwirrt und verunsichert.
Ist halt schwer alles so umzusetzen. Mache halt viel so aus dem Bauch heraus. ;-)
Ich danke dir für deine Tipps und wünsche dir noch einen schönen Sonntag!
LG Gabi
ADMIN
Hallo Gabi,…
Hallo Gabi,
nein, nein, nein! Mit den Drosera-Versuchen warst Du überhaupt nicht vergeblich unterwegs, erst recht hast Du damit nichts vermasselt! Im Gegenteil: Diese Fotos haben Dir gezeigt, WIE Deine neuen Blitze wirken! Sie haben Dir eine Menge Infos gegeben über die Ausrichtung dieser Lichtquellen, über Beleuchtung und Belichtung. Das ist super wichtig, das musst Du alles sehen und kennenlernen. Dass Tropfen spiegeln, ist normal, dafür können Blitze nichts. Die Sonne würde hier auch spiegeln. Und über Reflexpunkte bei der Fotografie und Malerei haben wir uns ausführlich ausgetauscht.
Also, nischte war hier umesönst!!!
Du musst Dir nur zugestehen, einen Schritt nach dem anderen zu machen!
Und noch was. Liebe Gabi, Du arbeitest parallel auf mehreren "Baustellen". Dein Bild oben hat erst einmal nichts mit Blitzeinsatz zu tun. Diesem Foto liegt folgende Situation zu Grunde:
Du hast bei düsteren bis schlechten Lichtverhältnissen fotografiert!
Hier zu blitzen ist nur EINE von mehreren Reaktionsmöglichkeiten. Es gibt weitere, dazu schreibe ich dir bei der Besprechung des nächsten Fotos etwas. Nur eines sollte/darf man nicht machen: so tun, als ob es keine düsteren oder schlechten Lichtverhältnisse sind!
Aber dazu beim Spinne auf Platterbsen-Bild mehr.
Lieber Gruß,
Roland
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