"der Zersetzer der Zapfen" - das hört sich gut an! Eine gute Alliteration.
Das Foto zeigt schön, mit welcher Konsequenz der Späte Zapfen-Rübling den Zapfen "bearbeitet".
Zum Foto selbst:
Schärfe:
Mit Blende 9 hast Du den größten Teil der nutzbaren Tiefenschärfe abgeschöpft - kurz dahinter ist die Grenze zur Beugungsunschärfe. Der relativ große Tiefenschärfenbereich ist allerdings auch notwendig, sonst wären zu viele der "Einzel-Pilze" zu unscharf geworden - und dennoch reicht er nicht ganz aus. Aus dieser Perspektive fotografiert, sticht vor allem der vordere Teil des Zapfens etwas störend (weil unscharf) ins Auge. Für die meisten der einzelnen Fruchtkörper reicht die Schärfe noch aus, aber das Hauptmotiv besteht aus Fruchkörper + Zapfen - und so gesehen liegt dann doch eine ganze Menge dieses Hauptmotivs in der Unschärfe, und hier sogar noch der vordere, ins Auge stechende dunkle Hauptteil!
LÖSUNG:
Verwendung einer anderen Brennweite. Diesbezüglich ist die gleiche Überlegung angebracht wie beim letzten Pilzfoto (Korallenpilz).
Bildaufteilung:
Die "Moos-Einbettung" des Zapfens ist zwar eine schöne Bildkomponente, allerdings nimmt das Moos auf der rechten Bildseite etwa 1/3 der gesamten Bildfläche ein - und dann auch noch größtenteils unscharf. Das ist zu viel, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Zapfen sich durch seine leichte Schräglage "nach rechts orientiert" - also quasi "nach rechts schaut". Durch diese Ausrichtung des Hauptmotivs wird der linke Teil des Bildes abgehängt.
LÖSUNG:
Bei der vorliegenden Ausrichtung des Hauptmotivs zur Kamera das Ganze nach links verschieben, sodass rechts mehr Fläche entsteht. Oder - noch besser - ein Hochformat aus diesem Bild machen.
Licht:
Das Hauptproblem bei diesem Bild ist das Licht. Im Wald, und hier vor allem auf dem Waldboden, ist es zwar sehr dunkel, aber aus fotografischer Sicht darf sich das nicht in "schwarzen Löchern" zeigen. Dadurch, dass hier das Licht nahezu ausschließlich von oben und so gut wie nichts von den Seiten kommt, sind überall UNTER irgendwelchen Strukturen entsprechend unausgeleuchtete Stellen, die sich auf dem Bild als schwarze Löcher darstellen - insbesondere unter dem Zapfen. Das Foto wirkt trübe, düster, unbrillant. Nun könnte man natürlich sagen: "Klaro, so ist halt der Waldboden! Es ist nun mal dessen Charakteristik, düster zu sein. Und das will man ja schließlich auch so fotografieren."
Das stimmt zwar, aber so paradox es klingt, besteht ein großer Spielraum darin, wie man "düster" fotografieren kann. Einem Bild sieht man sofort an, ob es düster wirkt, weil bestimmte fototechnische Parameter nicht beachtet oder eingesetzt wurden, oder ob völlig bewusst eine düstere Stimmung eingefangen wurde. Dies ist eine Sache, die lange geübt werden muss ...
LÖSUNG:
Blitzen in dieser Situation ist schwierig. Es würden zwar die zu dunklen Bereiche aufgehellt, aber insgesamt wird es sehr schwer sein, die sonstige Charakteristik des Blitzes zu verbergen. Das Foto würde aller Wahrscheinlichkeit nach "künstlich" aussehen, und das wäre schlecht. (Es sei denn, man würde hier mit vier oder mehr Blitzen aufmarschieren - aber das ist wohl Unsinn :-) ).
Am besten eignen sich für solche Situationen sogenannte "Aufheller". Das sind Reflexflächen irgendwelcher Art: vom aufwendigen, großen Faltreflektor bis zur Alufolie. Hauptsache, man reflektiert seitlich ein weiches Licht (vom Himmel) in die extrem dunklen Bereiche des Motivs. Das ist zwar ein ziemliches Gefummel, und man muss noch weiteres Zubehör mitschleppen; Aber es ist wohl die einzige realistische Möglichkeit, dieses Problem zufriedenstellend zu lösen.
Fotografie auf Waldboden ist ein sehr schönes Thema. Aber hier herrschen ganz besondere Lichtverhältnisse - und ganz andere, als außerhalb des Waldes.
Kommentare
ADMIN
Hallo Ralf,…
Hallo Ralf,
"der Zersetzer der Zapfen" - das hört sich gut an! Eine gute Alliteration.
Das Foto zeigt schön, mit welcher Konsequenz der Späte Zapfen-Rübling den Zapfen "bearbeitet".
Zum Foto selbst:
Schärfe:
Mit Blende 9 hast Du den größten Teil der nutzbaren Tiefenschärfe abgeschöpft - kurz dahinter ist die Grenze zur Beugungsunschärfe. Der relativ große Tiefenschärfenbereich ist allerdings auch notwendig, sonst wären zu viele der "Einzel-Pilze" zu unscharf geworden - und dennoch reicht er nicht ganz aus. Aus dieser Perspektive fotografiert, sticht vor allem der vordere Teil des Zapfens etwas störend (weil unscharf) ins Auge. Für die meisten der einzelnen Fruchtkörper reicht die Schärfe noch aus, aber das Hauptmotiv besteht aus Fruchkörper + Zapfen - und so gesehen liegt dann doch eine ganze Menge dieses Hauptmotivs in der Unschärfe, und hier sogar noch der vordere, ins Auge stechende dunkle Hauptteil!
LÖSUNG:
Verwendung einer anderen Brennweite. Diesbezüglich ist die gleiche Überlegung angebracht wie beim letzten Pilzfoto (Korallenpilz).
Bildaufteilung:
Die "Moos-Einbettung" des Zapfens ist zwar eine schöne Bildkomponente, allerdings nimmt das Moos auf der rechten Bildseite etwa 1/3 der gesamten Bildfläche ein - und dann auch noch größtenteils unscharf. Das ist zu viel, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Zapfen sich durch seine leichte Schräglage "nach rechts orientiert" - also quasi "nach rechts schaut". Durch diese Ausrichtung des Hauptmotivs wird der linke Teil des Bildes abgehängt.
LÖSUNG:
Bei der vorliegenden Ausrichtung des Hauptmotivs zur Kamera das Ganze nach links verschieben, sodass rechts mehr Fläche entsteht. Oder - noch besser - ein Hochformat aus diesem Bild machen.
Licht:
Das Hauptproblem bei diesem Bild ist das Licht. Im Wald, und hier vor allem auf dem Waldboden, ist es zwar sehr dunkel, aber aus fotografischer Sicht darf sich das nicht in "schwarzen Löchern" zeigen. Dadurch, dass hier das Licht nahezu ausschließlich von oben und so gut wie nichts von den Seiten kommt, sind überall UNTER irgendwelchen Strukturen entsprechend unausgeleuchtete Stellen, die sich auf dem Bild als schwarze Löcher darstellen - insbesondere unter dem Zapfen. Das Foto wirkt trübe, düster, unbrillant. Nun könnte man natürlich sagen: "Klaro, so ist halt der Waldboden! Es ist nun mal dessen Charakteristik, düster zu sein. Und das will man ja schließlich auch so fotografieren."
Das stimmt zwar, aber so paradox es klingt, besteht ein großer Spielraum darin, wie man "düster" fotografieren kann. Einem Bild sieht man sofort an, ob es düster wirkt, weil bestimmte fototechnische Parameter nicht beachtet oder eingesetzt wurden, oder ob völlig bewusst eine düstere Stimmung eingefangen wurde. Dies ist eine Sache, die lange geübt werden muss ...
LÖSUNG:
Blitzen in dieser Situation ist schwierig. Es würden zwar die zu dunklen Bereiche aufgehellt, aber insgesamt wird es sehr schwer sein, die sonstige Charakteristik des Blitzes zu verbergen. Das Foto würde aller Wahrscheinlichkeit nach "künstlich" aussehen, und das wäre schlecht. (Es sei denn, man würde hier mit vier oder mehr Blitzen aufmarschieren - aber das ist wohl Unsinn :-) ).
Am besten eignen sich für solche Situationen sogenannte "Aufheller". Das sind Reflexflächen irgendwelcher Art: vom aufwendigen, großen Faltreflektor bis zur Alufolie. Hauptsache, man reflektiert seitlich ein weiches Licht (vom Himmel) in die extrem dunklen Bereiche des Motivs. Das ist zwar ein ziemliches Gefummel, und man muss noch weiteres Zubehör mitschleppen; Aber es ist wohl die einzige realistische Möglichkeit, dieses Problem zufriedenstellend zu lösen.
Fotografie auf Waldboden ist ein sehr schönes Thema. Aber hier herrschen ganz besondere Lichtverhältnisse - und ganz andere, als außerhalb des Waldes.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Danke Roland für deine sehr…
Danke Roland, wie immer…
Danke Roland, wie immer nehme ich ne Menge mit.
Neuen Kommentar hinzufügen