Mitmachpost: Das große Krabbeln
Das große Krabbeln beginnt – und Du bist mittendrin!
von eurem Makrotreff-Team
Liebe Makronistinnen und Makronisten,
sie krabbeln, glänzen, schimmern, tarnen sich perfekt oder tragen Farben, die wirken, als wären sie direkt einem Fantasy-Film entsprungen: Käfer gehören zu den faszinierendsten Bewohnern unserer heimischen Natur. Mit über 6.000 Arten allein in Deutschland begegnen sie uns beinahe überall – auf Blüten, an Baumstämmen, im Gras, auf Wegen oder versteckt unter morschem Holz.
Für viele Makrofotografinnen sind Käfer ein ganz besonderes Motiv. Ihre oft erstaunlichen Strukturen, metallischen Farben, facettenreichen Augen, Fühler und Panzer bieten unzählige Möglichkeiten für spannende Bilder. Gleichzeitig stellen sie uns fotografisch vor Herausforderungen: geringe Schärfentiefe, schwierige Lichtverhältnisse und nicht selten ein Motiv, das genau dann verschwindet, wenn alles perfekt vorbereitet ist.
Deshalb möchten wir Dich heute zu einem neuen Mitmachpost einladen:
OM1-II; Olympus Makro 3,5/90mm; f/8; 1/125s; ISO 400; Foto Gabi Jaeger
Bunter Zipfelkäfer (Malachius affinis) an Schachtelhalm
Käfer – groß herausgebracht
Zeig uns Deine schönsten Käfer-Aufnahmen!
Dabei spielt es keine Rolle,
- ob Du einen winzigen Blattkäfer oder einen stattliches Exemplar fotografiert hast
- ob Dein Bild ein klassisches Naturdokument oder eine kreative Interpretation ist
- ob es sich um ein Freihandfoto, einen Stack oder eine Vintage-Aufnahme handelt
- ob der Käfer farbenprächtig oder unscheinbar daherkommt
ILCE-1; Mitutoyo M plan apo 5x NA 0.14; Tubus Linse Raynox (125mm); Beleuchtung diffus, LEDs; 1/20s, ISO 100; Foto Ulrich Vogl
Weiblicher Glänzender Blütenprachtkäfer (Anthaxia nitidula). Diese Art weist einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf. Das Männchen ist vollständig metallisch grün, während Kopf und Halsschild beim Weibchen rot sind. Hier sehen wir ein Weibchen. Je nach Lichteinfall schimmern die Flügel zwischen Blau und Grün. Auch das Halsschild schimmert in Orange- bis Dunkelrottönen. Alle Farben sind auf die physikalische Struktur der Oberflächen zurückzuführen.
Interessant sind nicht nur spektakuläre Seltenheiten. Oft faszinieren gerade die alltäglichen Arten, wenn sie mit einem besonderen Blick oder in einer außergewöhnlichen Situation fotografiert wurden.
OM1-II; Olympus Makro 3,5/90mm; f/6,3; 1/100s; ISO 800; Stack aus 15 Bildern; Foto Gabi Jaeger
Weißpunktiger Schwertlilien-Rüssler (Mononychus punctumalbum)
Erzählt uns etwas dazu
Wie immer freuen wir uns, wenn Du zu Deinen Bildern ein paar Zeilen schreibst:
- Um welche Art handelt es sich?
- Wo hast Du den Käfer entdeckt?
- Gab es besondere fotografische Herausforderungen?
- Welche Technik oder Gestaltungsidee kam zum Einsatz?
Vielleicht hast Du auch eine spannende Beobachtung gemacht oder etwas über die Lebensweise des Käfers erfahren.
„Der 1,1 bis 1,6 cm große Dünen-Sandlaufkäfer lebt räuberisch auf trockenwarmen Sandflächen mit spärlicher Vegetation. Er ist ein ausgezeichneter Jäger. Seine Beute sind Ameisen, andere Insekten und Spinnen. Beutetiere werden ihn als furchterregende „Kampfmaschine“ wahrnehmen.
Das Tier ist sehr wachsam. Fühlt es sich gestört oder bedroht, läuft es weg oder fliegt auf, um ein paar Meter weiter wieder zu landen.
Chancen auf ein gutes Makro bekommt man deshalb nur, wenn man sich zunächst Zeit nimmt und sein Verhalten studiert. Und – wichtig - auch dem Käfer Zeit gibt, sich an die Anwesenheit des Makronisten zu gewöhnen. Außerdem habe ich subjektiv den Eindruck gewonnen, dass ca. einer von zehn Sandlaufkäfern mutiger und neugieriger ist als seine Artgenossen. Nach denen halte ich Ausschau.
Wenn man all dies beachtet, kann es gelingen, sich auf Makrodistanz anzunähern.
Hat man das geschafft, darf man seine Schönheit auf den Sensor bannen: Die beeindruckenden Kieferzangen, die tollen weißen Härchen und seine Farbenpracht. Ein Wunder der Evolution“
Eine kleine Zusatzaufgabe
Wenn Du möchtest, kannst Du versuchen, nicht nur den Käfer selbst zu zeigen, sondern auch etwas von seiner Welt: seinen Lebensraum, seine Nahrungspflanze oder eine typische Verhaltensweise. Oft erzählen solche Bilder besonders interessante Geschichten.
Wir sind gespannt auf Deine gepanzerten Modelle und freuen uns auf eine vielfältige Sammlung aus der faszinierenden Welt der Käfer.
Viel Freude beim Stöbern in Deinen Archiven oder bei der nächsten Käferpirsch draußen in der Natur!
Stelle uns hier im Anschluss an den Post Dein schönstes Käfer-Bild ein.
Dein Makrotreff-Team
PS: Welcher Käfer hat Dich fotografisch bisher am meisten begeistert – und welcher steht noch auf Deiner persönlichen Wunschliste?
Kommentare
Grüß dich Birgit,bei dem…
Grüß dich Birgit,
bei dem Käfer im trockenen Gras kommen bei mir gleich positive Sommer-Vibes auf. Super eingefangen.
Liebe Grüße
Inga
Hallo zusammen einen sehr…
Hallo zusammen
einen sehr interessanten Käfer hätte ich auch noch.
Vor Kurzem habe ich ihn im Garten entdeckt. Es ist ein männlicher Gelber Schneckenhauskäfer (Drilus flavescens). Drilus flavescens ist einer der extremsten Fälle von Sexualdimorphismus bei Insekten.
Die Männchen sind etwa 4 - 8 mm groß. Als ausgewachsene Käfer nehmen sie keine feste Nahrung mehr zu sich. Sie ernähren sich ausschließlich von flüssigem Nektar- und Pollenresten. Sie leben nur kurz, um sich zu paaren.
Die Weibchen sind 13 bis 15 mm groß, larvenartig und flügellos. Sie und ihre Larven fressen kleine Gehäuseschnecken. In die leergefressenen Schneckenhäuschem verkriechen sich ihre Larven zum Überwintern.
Daher haben die Käfer wohl ihren Namen.
Weibchen sind schwer zu finden, da sie sich in der niedrigen Bodenschicht oder auch in leeren Schneckenhäuschen aufhalten.
Zur Paarungszeit findet man sie manchmal an Grashalmen, auf die sie klettern um für Männchen sichtbar zu sein. Vielleicht lohnt es sich, sich leere Schneckenhäuschen ab und zu genauer anzuschauen.
Leider konnte ich kein besseres Bild machen. Die Käfer können zwar nicht gut fliegen aber zum abhauen hat es gereicht.
Aufgenommen wurde das Bild mit einer Sony Alpha 58, Objektiv war ein Minolta (Sony) AF 2.8/50 mm Macro + Raynox DCR 250, mit Einbein.
Blende: f/6.3 1/160s, ISO 1250
L G.Astrid ,
Hallo Astrid,da hast Du ja…
Hallo Astrid,
da hast Du ja einen interessanten Käfer gefunden. Vielen Dank für die spannenden Beobachtungen und Infos. Ich bin immer wieder begeistert, was für Schätze der Natur unser Käfer-Post hervorbringt.
Liebe Grüße
Inga
Ich hatte Sonntag meine…
Ich hatte Sonntag meine 15min Fotozeit, und wollte eigentlich nur meine Bienchen neben diesen Blumen neben der Eingangstüre aufnehemen.
Plötzlich sprang mir dieses Käferchen vor die Linse, nur um nach einem Wimpernschlag sofort weiterzufliegen.
Dieses Bild lässt sich aufgrund des Schattens sehr verschieden schneiden, hier aber die ungeschnittene Variante
Das "große" Krabbeln...
Das "große" Krabbeln...
Hallo zusammen. Leider habe…
Hallo zusammen. Leider habe ich euren neuen Mitmachpost erst jetzt entdeckt. Sorry dafür! Habt ihr einen Newsletter? Wenn ja, nehmt mich bitte gerne auf <3
Ich fotografiere sehr gerne Spinnen - in diesem Fall eine Brückenkreuzspinne mit urbanen Lichtern im Hintergrund. Das ganze mit dem Nikon Makro 105mm, f 2,8. Ich habe hier eine Bokehschablone in Sternform verwendet.
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