Die Wollis on Tour

Endlich hat es geklappt mit den Wollschwebern. Habe gestern eine schöne Wiese gefunden :-)Sind zwar gleich 2, aber habe versucht es trotzdem hinzubekommen.

 

Kommentare

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ADMIN

Hallo Flora1958,

ein sehr ansprechendes Motiv, die "Wollis", wie Du sie nennst. Die sind gar nicht so einfach zu "erwischen".

Und eine sehr interessante Aufnahme, die Du da gemacht hast. Dazu können wir einen sehr interessanten Sachverhalt ansprechen:

Hauptmotiv / Tiefenschärfe / Hintergrund:

Du siehst schon an meiner Unter-Überschrift: Es ist gar nicht so einfach :-). Hier kommen ein paar Dinge zusammen. Ich versuche mal, es zu erklären, indem ich (nach)erkläre, was Du gemacht hast, bzw. was in Deinem Makronistinnen-Kopf bei der Erstellung der Aufnahme vor sich ging (Anmerkung: Das ist sehr riskant, hier bewege ich mich am Rand des Abgrunds. Wenn ein Markonist (Mann) versucht zu erklären, was bei einer Makronistin (Frau) im Kopf so vor sich geht, dann ist das ein sich Bewegen auf ganz dünnen Eis, also sowas wie ein Ritt auf dem Vulkan - ich versuche es trotzdem!):

Du sahst den Hummelschweber, der setzte sich. Mensch, da ist noch einer, die sind ja zu zweit! Du umrissestest (aua, was ist das denn für ´ne Vegangenheitsform :-)), dass es auf der Wiese super hell ist. Also: Bei so komfortablen ISO 200 kann die Blende ruhig auf 11.0 zugemacht werden. Die 1/160 Sek. ist bei der Helligkeit noch genug, die halte ich. Aber dann sind beide Wollis scharf.

War´s so? Wenn ja, hast Du alles richtig gemacht! Zumindest fast alles. Alle Gedankengänge wären korrekt und zutreffend - und würden auch in der nächsten ähnlichen Situation wieder ihre volle Berechtigung haben. Nur hier stimmt leider eines nicht, nämlich das Ergebnis. Beide "Wollis" sind nicht scharf.

Vom hinteren bzw. oberen Wollschweber ist nur der Rüssel scharf, die Augen nicht mehr. Und auch hier gilt immer das Gesetz (Du kennst es): Augen MÜSSEN scharf sein. Und da sie vom zweiten Wollschweber nun nicht scharf sind, "zahlst" Du für die vorgenommene Kameraeinstellung den Preis, den sie kostet, ohne was dafür zu bekommen (so ist das ja immer bei der Fotografie: Du bekommst hier nichts umsonst, alles sind Kompromisse) - nämlich einen unruhigen Hintergrund, bedingt durch die Blende 11.0.
Wie gesagt, Deine Überlegung war richtig und gut: Hätte sie gereicht, um auch den oberen/hinteren Hummelschweber in Schärfe einzuhüllen - alles gut. Aber sie hat nicht gereicht.

LÖSUNG:
In so einem Fall gibt es nur eine Lösung: diesen Sachverhalt noch während der Aufnahme erkennen - und umentscheiden.

Wie kann man erkennen, ob die Tiefenschärfe der Blende 11.0 ausreicht?

Nach den ersten Aufnahmen auf dem Display nachschauen, ob der hintere Wollschweber zumindest mit seinen Augen scharf ist. Klar, die Frage ist, ob die beiden "Wollis" das aushalten. Und hier würde ich sagen: in der Regel nicht!
Deshalb ist es in so einer grenzwertigen Situation immer lohnenswert, Lösung B zu versuchen:

Hat man genügend Zeit, um mehrere Fotos zu erstellen, ist es sinnvoll, auf Verdacht auch einige zu machen, bei der man die Blende wieder öffnet - so auf den Bereich von 5.6. Dann reicht die Schärfe für das vordere Tier aus, das hintere bzw. obere wird deutlich unscharf (sieht dann auch nicht so aus, als hätte man probiert, es scharf zu bekommen, es aber nicht geschafft), ist aber immer noch klar als zweiter "Wolli" zu erkennen. Die Aussage des Hauptmotivs, dass dort zwei Wollschweber sitzen, bleibt also erhalten. Nun ist aber der Hintergrund deutlich homogener. Die Linien, insbesondere die quer verlaufende unterhalb der Tiere, wären wesentlich weicher, fast aufgelöst. Das Gesamtergebnis wäre besser.

FAZIT:
Du hast alles richtig gemacht bei dieser Aufnahme, hast viele Gedankenschritte vollzogen - bis auf den letzten, der hätte lauten müssen: klappt alles nicht, Kommando zurück und mit mitteloffener Blende fotografieren.

So jetzt habe ich das alles ein wenig kompliziert erklärt (ist irgendwie heute nicht mein Erklärtag) und mich dabei auch noch in höchste Gefahr begeben. Hoffentlich willst Du mich nun nicht am liebsten köpfen, weil ich mit meinem Kopf versuchte, Deinen Kopf nachzuvollziehen :-).

Dann gibt es auch noch etwas anders zum Foto zu sagen (natürlich Kleinigkeiten):

Es ist leicht überschärft und insbesondere überkontrastet - ääh, ich meine, zu viele Kontraste. Die dunklen Töne sind nicht dunkel, sondern schwarz.

Alles in allem: Dieses Foto ist eine große Herausforderung, ein spannendes Motiv und stellt fotografisch ein tolles Diskussionsfeld dar. Eine tolle Bildeinstellung!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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MOD

Danke, Roland, für deine Beurteilung!  Es war fast so wie du vermutet hast. Ich hab gesessen und den rechten Wolli angepeilt und dann kam in diesem Moment noch der zweite hinzu. Oh,oh,oh wie bekomm ich die scharf?  :-)))Also dann auf Blende 11 und versuchen, ob es klappt. Das Ergebnis fand ich noch tragbar für mich, jedoch nicht für dein geschultes Auge, das war mir klar. Aber du hast mir jetzt gut erklärt, wie es besser gewesen wäre.

Ich hab natürlich probiert und mehrere Fotos gemacht ;-) Aber ganz scharf ist er leider auch nicht ( siehe unten). Die  kleinen, schwarzen Wollis hab ich auch gesehen. Die sind glaube ich selten. Freu

LG Gabi

 

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ADMIN

Hallo Gabi,

selbstverständlich ist das "Ergebnis noch tragbar", wie Du es schilderst. Und das soll auch so bleiben. Aber hier bei Makrotreff haben wir immer die nächste Stufe nach oben vor Augen - wenn es sie denn gibt. Aber über allem steht: Das Foto ist mehr als tragbar! Und es ist ein super Arbeitsansatz von Dir!

Deine Selbsteinschätzung des Fotos unten teile ich. Das interessanteste ist schon das mit den beiden "Wollis"!

Lieber Gruß,

Roland 

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