Guten Abend Ihr lieben,
Dieses Foto habe ich noch kurz vor meinem anderen Schnecken, Pilz, Kugelspringer Foto aufgenommen.
Die gleiche Schnecke nur etwas früher und mit Blende 8 und etwas weniger Iso.
Ich habe das Foto gleich etwas mehr beschnitten und es wurde auf beide Tierchen scharfgestellt, alle beide liegen direkt im Fokusfeld.
Aufgehellt habe ich diesmal nicht. Den Weißableich habe ich nur etwas wärmer eingestellt. Die Lichtsituation ist wahrscheinlich die gleiche oder ähnlich, aber ich wollte es trotzdem noch mal zeigen, denn es gefiel mir recht gut wie das Tierchen so auf der Schnecke turnte. Zum Schluss ist das Tierchen bei der Schnecke bis über den Kopf gelaufen und hat dann sogar an einem Fühler gehangen. Die Schnecke hat ihn dann gleich eingezogen und das Tierchen ist dann weg geflogen. Schon ganz lustig war das. :-)
Das kleine Tierchen auf der Schnecke kenne ich leider nicht.
Liebe Grüße
Christine
Canon Eos 80D
Bohnensack
Kommentare
ADMIN
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
tjaaaa, das ist ein völlig anderes Foto! Und das ist deutlich interessanter und auch besser als das andere aus dieser Serie. Warum? Das gehen wir gleich einzeln durch. Zunächst aber zum "Tierchen":
Biologie
Es handelt sich um eine Brackwespe (Braconidae). Brackwespen gehören zu den Schlupfwespenartigen (Ichneumonoidea), einer Überfamilie, zu der auch die bekannteren Schlupfwespen gehören. Brackwespen sind, wie die Schlupfwespen, Parasitwespen. Sie legen ihre Eier in der Regel in die Larven, manchmal auch Eier, anderer Insekten. Dort schlüpfen dann die Larven der Parasitwespe und fressen die Wirtslarve auf. Es gibt sehr viele verschiedene Brackwespenarten, die bis auf die Art-Ebene nur sehr schwer zu bestimmen sind. Anhand eines Fotos ist dies kaum möglich. Das können nur Spezialisten, und die benötigen dann das Tier selbst zur Bestimmung.
[Anmerkung: Ich füge den Wespennamen oben in der Überschrift ein, damit er besser über unsere Suchfunktion gefunden wird.]
Das Reich dieser Schlupfwespenartigen ist schier unermesslich groß. Hier gibt es super viele Arten, viele sind noch nicht entdeckt, noch mehr noch nicht erforscht. Das ist insofern bemerkenswert, als dass wir gerade dabei sind, diesen hochinteressanten Wirt-Parasiten-Kosmos zu zerstören, ohne ihn überhaupt hinreichend zu kennen. Neben der Überprüfung des eigenen Verhaltens (z.B. Kaufverhalten) sollten wir jede sich bietende Gelegenheit dazu nutzen, dagegen vorzugehen. Es fängt bereits damit an, den Hauptverursachern und -verantwortlichen gegenüber klare Positionierung zu zeigen, auch öffentlich. Überall wird heute gevotet – davon sollte man bei diesen dramatischen Themen ebenfalls Gebrauch machen. Die Menschen sollten aufstehen und rufen, dass sie diese Zerstörung nicht mehr wollen – und dass sie bereit sind, die daraus resultierenden Konsequenzen hinsichtlich Wohlstand, Reichtum, Konsum und Luxus zu tragen.
Du siehst also, Du hast hier ein super tolles Tier aufgenommen, mit einer super tollen Biologie und aufgrund seiner parasitischen Lebensform mit einer in hohem Maße regulierenden Wirkung innerhalb vieler Tierpopulationen. Das ist eine ganz interessante Angelegenheit!
Die Tatsache, dass die Brackwespe hier auf der Nackschnecke rumturnt, hat keine weitere biologische Bedeutung; sie steht in keiner Beziehung zu ihr. Sie nutzt sie ausschließlich als "Aussichts"- und Orientierungspunkt, wahrscheinlich auf der Suche nach ihrem Wirt, den sie olfaktorisch – das heißt über Geruchsmoleküle – auffindet.
Nun zum Foto:
Licht:
Das Licht ist hier deutlich besser. Oder genauer formuliert: Hier stört die (künstliche) Aufhellung wesentlich weniger, da nun die Schnecke mit der Brackwespe das Hauptmotiv bilden, nicht mehr der Pilz! Diese beiden Tiere sollten gut ausgeleuchtet werden, und das sind sie hier.
Position:
Auch die Position der Schnecke ist hier attraktiver, weil sie sich etwas mehr an der beschriebenen Kontrastkante bewegt. Und hervorragend ist die "suchende" (olfaktorisch nach Beute, siehe Beschreibung oben) Brackwespe getroffen. Sie befindet sich voll auf der Kontrastkante, auf der sie sich hervorragend vor dem unscharfen Hintergrund abhebt. Und beide Tiere sind, wie Du es auch schon beschrieben hast, voll in der Schärfe. Super!
Bildaufteilung:
Bei der Bildaufteilung liegt der berühmte kleine Wermutstropfen. Dadurch, dass Schnecke und Brackwespe alleinig das Hauptmotiv darstellen, wäre es günstiger gewesen, sie etwas weiter in die linke Bildhälfte zu platzieren, die Bildaufteilung also ausschließlich nach ihnen auszurichten. Dadurch wäre rechts (in "Blickrichtung") mehr Raum gewesen. Und der an sich recht uninteressante Pilz hätte links weniger Bildfläche bekommen, was aber auch nicht geschadet hätte. Denn wie gesagt: Das Interessante im Bild sind Schnecke und Brackwespe!
Dennoch ein klasse Bild mit einer tollen "Tier-Kombi" und einer interessanten kleinen Geschichte. GRATULATION! So etwas sind tolle Naturfotos.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Lieber Roland,…
Lieber Roland,
Das ist aber schön, ich freue mich sehr darüber dass es ein gutes Naturfoto geworden ist und dir gut gefällt.
Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich die Kamera gleich etwas anders ausgerichtet.
Jetzt müsste ich noch mehr beschneiden das alles etwas weiter nach links rutscht.
Rechts ist leider kein beschnitt mehr.
Es ist toll dass du dich so gut auskennst, sehr interessant zu lesen.
Ich habe schon öfter mal eine Brackwespe gesehen, aber nicht gewusst was das überhaupt war. Im Sommer habe ich mal eine andere Art in Orange viel größer mit einem Stachel fotografiert, aber das Foto wieder gelöscht weil der Fokus nicht so richtig saß.
Was meinst du denn genau mit dem eigenen Verhalten und dem Kaufverhalten, was sollte man denn als Verbraucher nicht mehr kaufen um nichts Negatives zu unterstützen? Ich bin dann gleich mit dabei dann kommt es auf meine sogenannte rote Liste, denn ich kaufe schon sehr lange so einiges wegen Tier Leid und der Umwelt nicht mehr.
Ich bin zwar deshalb schon für viele ein Exot, aber das ist mir egal. Es ist alles Gewöhnungssache und ich bin fit und gesund dabei.
Beim Vegan ist es genauso, jeder einzelne zählt, auch wenn es sehr oft belächelt wird.
Den ganzen Wohlstand, Reichtum, Konsum und Luxus brauch ich auch nicht. Ich bin mit wenig zufrieden, nur Glücklich möchte ich sein und die Gesundheit erhalten beides ist das A und O.
Und ohne Gesundheit geht gar nichts mehr.
Liebe Grüße und einen schönen Abend
Christine
ADMIN
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
ich meine mit dem eigenen Verhalten mehr eine generelle Überprüfung bzw. Neujustierung, weniger konkrete Einzelpunkte. Letzteres führt sehr schnell zu dem klassischen "erhobenen Zeigefinger", das ist nicht so mein Ding.
Ich denke da mehr an eine klare Definition des Begriffs "genug"! Ich frage mich häufig, wann genug ist, genug beim (Wirtschafts-)Wachstum, genug beim individuellen Besitz, genug bei der Gier nach Glück, genug bei ach so vielen Ansprüchen ans Leben und darüber hinaus. Das frage ich mich häufig bei Anderen, aber oft auch mich selbst. Dieser Umstand, dass eben viel zu wenig gesagt wird "jetzt ist genug!", führt maßgeblich mit zu der globalen Zerstörung auf der Erde. Nahezu alle Gesellschaftssysteme haben diesen Begriff nicht im Fokus, ausgenommen einige sehr wenige Naturvölker. Überall gilt die Prämisse: nehmen, was man kriegen kann. Das ist der Freibrief für unkontrolliertes Wachsen, Anhäufen, Horten, Verprassen – und in der Folge Zerstörung.
Will man hier aussteigen, geht das nicht innerhalb der gelebten Systeme. Dazu müssen die vorhandenen Systeme vollkommen geändert, ja abgeschafft, und durch neue ersetzt werden. Das ist die wahre Herausforderung der Zukunft – und die einzige Chance, die Erde auch in vielleicht noch 100 Jahren für den Menschen bewohnbar zu halten. Beispielsweise ist es keine "wahre", sprich problemlösende Herausforderung der Zukunft, das Weltwirtschaftswachstum zu sichern, oder den materiellen Wohlstand der Spezies Homo sapiens zu erhöhen – oder die nächsten X9 oder Q12 zu entwickeln!
Und wo fängt das Bewusstsein über diesen Umstand an? In den Köpfen der Menschen, zuerst einiger weniger Menschen, später dann in den Köpfen einiger Menschen mehr. Eine Veränderung kann und wird – sollte sie denn kommen – von diesen Menschen ausgehen, von Menschen, die ganz normal auf dieser Welt leben. Sie wird nicht ausgehen von Herrschenden, (politisch) Führenden, (materiell) Mächtigen oder (materiell) Reichen, denn: Wirkliche Veränderungen sind schon immer von "unten" gekommen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das ändern könnte. Warum? Weil die anderen Menschen (die Herrschenden usw.) keine Änderungen wollen!
Sich alleine darüber ernsthaft Gedanken zu machen, verändert eine Menge.
Lieber Gruß,
Roland
Guten Morgen Roland,…
Guten Morgen Roland,
Die Überprüfung des eigenen Verhalten, das könnte aber sehr schwierig werden, denn seien wir mal ehrlich fast jeder der etwas besser finanziell dasteht und eine besondere gute Ausbildung hat, wo er vorher schon sehr viel Zeit und Geld investieren musste möchte doch am Ende so viel wie möglich noch davon profitieren.
Das kommt natürlich dann nochmal ganz darauf an wieviel Empathie derjenige hat für andere bzw. Lebewesen, Menschen, Tiere und Pflanzen, das gesamte halt. So ein Mensch setzt seine Ansprüche normalerweise aber schon sehr viel höher.
Die ganz Großen die dafür zuständig sind klar ändern die das nicht, die würden sich ja damit ins eigene Fleisch schneiden und noch weniger damit klarkommen zu verzichten. Und selbst die kleinen die vielleicht überwiegend Herz haben denen wird schon so viel abgekappt Finanziell, dass sie froh sind in Geschäften billige Ware vorzufinden. Dann hört es bei den kleinen auch schon wieder auf:
Bei den meisten zumindest.
Das System ist wirklich katastrophal und ich befürchte, dass es zu spät sein wird bis da wirklich etwas Ernstes getan wird. Es ist eigentlich jetzt schon zu viel kaputt, ob das noch 100 Jahre dauert, da kann man nur spekulieren.
Manches kommt jetzt schon nicht mehr wieder.
Es müsste auch alles einheitlich gerechter verteilt sein, denn eigentlich wird jeder Beruf gebraucht. Egal ob etwas ganz hohes, zb. Politik mittendrin zb. Arzt oder zb. Handwerker oder Reinigungskräfte und Pflegekräfte um nur ein paar Beispiele zu nennen. Genaugenommen sind alle Berufe sehr wichtig und verdienen die gleichen Rechte.
Manche sehen das zwar anders, aber das sind dann meistens auch diejenigen wo etwas besser dastehen.
Würde es nicht so große Unterschiede geben, sehe die Sache wahrscheinlich schon ein bisschen anders aus und die Menschen hätten mehr Empathie und wären offener.
Das Problem ist auch, jeder der zb ein Auto gewöhnt ist und es sich leisten kann würde doch da nicht freiwillig drauf verzichten, besonders wenn er auf dem Land wohnt wo es kaum oder gar keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt um dann zur Arbeit zu fahren oder zum Einkaufen, zum Arzt oder sonst wohin.
In Städten geht das, aber dort ist ja schon überhaupt keine Natur mehr was für ein Teufelskreis.
Viele wollen in Urlaub fliegen und nicht darauf verzichten, in anderen Ländern ist die Luftverschmutzung und die Wasserverschmutzung teilweiße noch viel höher wie bei uns. Es müsste normalerweise die ganze Welt mitziehen und sofort etwas dagegen tun.
Das Tierfutter wird zb. angebaut massenweise um die Massentierhaltung wie Kühe zu unterstützen, die noch mehr C02 wie die PKWs ausstoßen und die Luft verpesten. Dann lieber das Gemüse gleich selber essen. Und dann ja die Düngemittel, ich weiß schon bescheid, das ist alles mehr als eine ganz große Katastrophe.
Die Lederindustrie ist auch nicht besser, unabhängig von dem Leid was den Tieren zustößt ist die Lederherstellung auch nicht gerade Umweltfreundlich.
Es gibt so wahnsinnig viel und da kann man nur hoffen und bangen wie das alles noch weitergeht. Aber ich stimme dir voll und ganz zu sich darüber Gedanken zu machen verändert eine Menge, zumindest ist das der erste Schritt.
Liebe Grüße
Christine
MOD
Hallo Christine!…
Hallo Christine!
Ein sehr schönes Foto in super Schärfe. Tolles Motiv.Gefällt mir sehr gut.
Liebe Grüße
Gabi
Hallo Gabi,…
Hallo Gabi,
Das freut mich sehr das es dir auch gefällt.
Am Sonntag war tolles Wetter und ich wollte eigentlich wieder Pilze Fotografieren und da flogen doch glatt wieder ein Paar Tagpfauenaugen und Schwebfliegen umher. Die haben sich auf so gelbe Blüten auf einem Acker gesetzt. Ich glaube Senf oder Raps war das. Ich hoffe das noch ein paar schöne Tage sind, das muss man unbedingt nutzen.
Liebe Grüße
Christine
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