Sandschnecke Nr. 2

...hier, wie bei dem vorigen Bild angekündigt, eine zweite Version der Sandschnecke...

Kommentare

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Hallo Erika,

die Schnecke hast du gut abgelichtet, was mich persönlich stört ist der große unscharfe Bereich vorne, der außerdem so abrupt nach hinten aufhört. Besser wäre hier ein gleichmäßiger Verlauf nach hinten, optimal wäre für mich allerdings das Bild ohne diese Unschärfe.

Ich persönlich finde das erste Bild bald noch besser, im vorderen Bereich ließe sich die Unschärfe noch leicht korrigieren, nur der hintere Bereich der wird etwas schwieriger. Hast du die Unschärfe beim Bild 1 selbst eingefügt, sie wirkt zumindest so?

LG Dieter

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Hallo Dieter,

danke für Deinen Kommentar. Auf die Schärfe im Bild 2 muss ich nicht näher eingehen, oder? Ich hatte darauf hingewiesen, dass dieses Bild sich auf das erste und da auch auf meinen zweiten Kommentar dazu bezieht. Besser wäre es wohl gewesen, ich hätte diesen hier noch einmal wiederholt. Die Schärfe in Bild 1 (nicht von mir manipuliert) gefiel mir eigentlich gar nicht so schlecht. Aber Du hast wahrscheinlich Recht, auch hier wären die Vorschläge von Roland sinnvoll einzusetzen.

Liebe Grüße

Erika

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ADMIN

Hallo Erika P.!

Interessante Vergleichseinstellung. Gehen wir ins Detail:

Welches Foto ist besser?

Als Foto gefällt mir dieses Bild besser als das erste Schneckenfoto. Warum?

Es hat infolge der tiefen Aufnahmeperspektive mehr Tiefe. Dadurch wird es spannender und ruhiger zugleich. Und die "Schnecken-Spülung" kommt ebenfalls gut :-).

Warum betone ich, dass es mir als Foto besser gefällt? Weil es nicht von Haus aus besser ist. Es handelt sich um zwei völlig verschiedene Fotos, die jeweils ihre volle Berechtigung haben.
Willst Du beispielsweise deutlich den Aspekt der Tarnung der Schnecke auf dem Lavagestein zeigen, ist das erste Schneckenfoto das wesentlich geeignetere. Steht die Schnecke samt ihrem Atemloch alleine im Vordergrund, sticht das zweite Bild mit seiner tollen Bildwirkung. Es kommt also klar auf den Verwendungszweck und damit auf die Absicht der Makronistin an.

Zum Schärfeübergang:

Ja, der ist sehr schroff, sehr intensiv. Ich sehe das wie Dieter. Und Du hast es ja auch aus diesem Grund bereits vorher aussortiert. Damit liegen also alle mit ihrer Einschätzung richtig.

Wie kann man das verhindern?

Problemlage:
Auslöser für diesen krassen Übergang ist die Anwendung des Focus Stackings. Mehrere super scharfe Schärfeebenen werden zusammengesetzt, grenzen vorne und hinten aber an die Unschärfe der Bereiche außerhalb dieser Ebenenstaffelung. Und diese Unschärfen sind diejenigen, die bei einer Einzelaufnahme charakteristisch und "natürlich" bei der dort eingesetzten Blende wirken würden – hier in dem Fall die Blende 5.6.

Focus Stacking "dehnt" nun den Schärfebereich, der bei einer einzelnen Aufnahme (und damit bei einem Einzelfoto mit Blende 5.6!) vorliegen würde, auf eine größere Tiefe, eben die Tiefe der Anzahl der verwendeten Stacks. Vorne und hinten kommt dann aber der Übergang in den Unschärfebereich, der bei der Verwendung einer Aufnahme gegeben wäre. Und das harmoniert nicht miteinander!

LÖSUNG:
Ziel ist es also, diesen nicht mit den Schärfebereichen harmonierenden Übergang zu "entschärfen". Dies geht über folgende "Techniken":

  • Die Blende für die Stacks weiter schließen, um eine höhere Tiefenschärfe und damit einen weniger starken Schärfeabfall vor und hinter dem Hauptmotiv bzw. dem gestackten Bereich zu erhalten.
    Gerade bei dieser tiefen Perspektive des zweiten Schneckenfotos bietet sich das an, da hier ohnehin der Vorder- und Hintergrund auf "kürzestem Weg" die Schärfeebene verlassen.
     
  • Unbedingt darauf achten, dass tatsächlich nur die absolut notwendige Anzahl von Einzelfotos (= einzelne "Schärfescheibchen") verwendet werden. Dabei immer überprüfen, ob vom Hauptmotiv von vorne bis hinten tatsächlich alles von der Schärfe erfasst sein muss. Können hier nicht bereits sanfte Unschärfen beginnen, vielleicht sogar kreativ wirken und damit sogar das Gesamtbild gestalterisch aufwerten?
     
  • Unter Umständen eine kürzere Makrobrennweite für eine solche Umsetzung wählen, z.B. 30 oder 35mm).
    Kürzere Makrobrennweiten zeichnen in den unscharfen Bereichen vor und hinter dem Hauptmotiv mehr durch, stellen also "nicht so gut frei" – was hier von Vorteil wäre, um den Übergang zu entschärfen.

Eine Kombination aus möglichst wenig Einzelfotos (= möglichst geringer, aber natürlich ausreichender Schärfebereich) in Verbindung mit einer geschlosseneren Blende (= möglichst viel Schärfentiefe vor und hinter dem Hauptmotiv, ohne dass es zu unruhig wird), gegebenenfalls unter Einsatz einer kürzeren Makrobrennweite, wird zur "Entspannung" der Situation beitragen.

Du siehst: wieder einmal eine super tolle Bildeinstellung mit einer Menge interessanter Diskussionsansätze!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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Hallo Roland,

vielen Dank für Deinen SEHR hilfreichen Kommentar! Die Lösungsansätze sind nachvollziehbar und konstruktiv.

Ich stehe mit dem geplanten Kauf der sony a6500 vor einem Wiedereinstieg ins APS-C-Format (mein Weg war a6000 - a7 - a7ii...), weil ich mir gerade für die Makrofotografie davon Vorteile erhoffe. Die a7 brachte mir damals im Vergleich zur a6000 deutliche Verbesserungen in puncto Schärfe und Details, vor allem in höheren ISO-Bereichen (bereits ab ISO 400). Dies soll sich ja mit dem neuen Modell verbessert haben. Und gerade hier in diesem Beispiel könnte einer der Vorteile des APS-C-Sensors (mehr Tiefenschärfe) deutlich werden. Auch gibt es für sony-APS-C ein kleines und preiswertes 35er-Makroobjektiv mit super Schärfe, leider nur f3,5, aber hier hätte ich es einsetzen können. :-)

Doch was mache ich nun mit der Schnecke? Inzwischen hat sie sicher einen anderen Schlafplatz gefunden. ;-) Meine Idee ist, einmal zu versuchen, durch Bildbearbeitung den Hintergrund eines der Einzelfotos mit der gestackten Schnecke zu verknüpfen. Wenn es gelingen sollte, werde ich, wenn ich darf, auch dieses Foto hier zeigen.

Liebe Grüße

Erika

 

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MOD

Hallo Erika,

gut, dass du beide Fotos eingestellt hast!!!

Das Problem mit dem unscharfen Vordergrund hatte ich auch schon und so freue ich mich, dass Roland hierzu wieder eine weiterführende Erklärung eingestellt hat. So haben wir alle was davon ;-)

Mir persönlich gefallen beide Bilder, jedoch würde ich das 2. bevorzugen. Da kommt die Schnecke bei schönem Hintergrund sehr gut zur Geltung. Was stört ist wirklich einzig und allein der Vordergrund. Aber das wurde hier ja auch schon geschrieben. Vielleicht könntest du für dieses Foto noch ein quadratisches Format versuchen, damit der rechte Bildteil kleiner wird. Ich weiß aber nicht, ob die Schnecke dann zu dick in der Mitte sitzt.

Nun bin ich gespannt auf deine neue Bildeinstellung und wie du das ganze gelöst hast.

Gutes Gelingen wünsche ich dir!

Liebe Grüße

Gabi

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