ein schönes Foto des Kohlweißlings. Außergewöhnlich ist die Tatsache, dass der weiße Kohlweißling auf weißen Blüten sitzt, vor weißem Hintergrund - sieht gut aus!
Zwei Anmerkungen:
Tiefenschärfe:
Die Bildaufteilung passt, und auch die Schärfe. Hier liegt die Schärfe voll auf der "Breitseite" des Falters. Wermutstropfen: Die Flügel halten die Schärfe nicht ganz. Oben links werden sie zunehmend unscharf. Das ist nicht viel, aber sichtbar.
Gerade dieser hintere Flügelrand ist bei Schmetterlingen ein wichtiges "Schärfethema". Weil er meistens einen schönen Kontrast zum Hintergrund liefert und auch noch behaart ist (so wie hier beim Kohlweißling auch), zieht er das Betrachterauge magisch an. Und dann ist es gut, wenn er entweder konsequent scharf oder konsequent unscharf ist. Dann hat das Auge Orientierung. Das "schlimmste" ist eigentlich so ein Mischding, wenn also das Auge nicht so genau weiß, "ist er nun scharf oder nicht?". Dann fängt das unsichere visuelle Umherschweifen an, und genau das sollte der Fotograf dem Betrachter ersparen.
Sitzt beispielsweise der Falter so schräg zur Kamera, dass der hintere Teil der Flügel klar in der Unschärfe liegt, kann der Betrachter dies sofort erkennen und "konzentriert" sich sofort auf den vorderen Teil des Falters mit seinem Kopf (vorausgesetzt, dass der natürlich scharf ist :-)). Dann kommt auch nicht der Irrtum auf, dass der Fotograf vielleicht versucht hatte, die Flügel komplett in die Schärfe zu legen, es ihm aber nicht gelungen ist. Die Sache ist dann eindeutig und "führt den Betrachter schnell zum Ziel", und das sollte das Ziel des Fotografen sein.
Auch wenn es sich hier um eine Nuance handelt - sie hat eine relativ große (Aus)Wirkung!
Helligkeit:
Markant ist der hohe Weißanteil im Foto. Er bestimmt auch maßgeblich die Bildwirkung. Aber: Es ist nicht wirklich weiß! Es ist alles etwas zu dunkel! Schau dir vor allem die Blüten genau an: Die sind nicht weiß, sondern leicht "dreckig"-weiß (Zugegeben, das ist jetzt etwas übertrieben ausgedrückt, aber ich will es verdeutlichen :-)). Dadurch ist das Weiß zwar sehr schön durchgezeichnet und reißt nirgendwo nach hoben hin aus, aber es gibt hier einen
Grundsatz:
Weiß darf ruhig weiß sein!
Damit gehen Fotografen oft falsch um. Sie sind zu vorsichtig, aus der Angst heraus, die Lichter im Weiß könnten zu stark ausfressen. Das soll natürlich auch nicht passieren, aber dennoch ist Weiß halt weiß! Die Kunst liegt eben genau darin, das Weiß weiß darzustellen, ohne dass es ausreißt.
LÖSUNG:
Per Nachbearbeitung aufhellen und dabei darauf achten, dass die Spitzlichter nicht ausreißen. Du wirst sehen, das Bild wird heller, freundlicher - und noch besser!
Kommentare
ADMIN
Hallo Wo_Köhler,…
Hallo Wo_Köhler,
ein schönes Foto des Kohlweißlings. Außergewöhnlich ist die Tatsache, dass der weiße Kohlweißling auf weißen Blüten sitzt, vor weißem Hintergrund - sieht gut aus!
Zwei Anmerkungen:
Tiefenschärfe:
Die Bildaufteilung passt, und auch die Schärfe. Hier liegt die Schärfe voll auf der "Breitseite" des Falters. Wermutstropfen: Die Flügel halten die Schärfe nicht ganz. Oben links werden sie zunehmend unscharf. Das ist nicht viel, aber sichtbar.
Gerade dieser hintere Flügelrand ist bei Schmetterlingen ein wichtiges "Schärfethema". Weil er meistens einen schönen Kontrast zum Hintergrund liefert und auch noch behaart ist (so wie hier beim Kohlweißling auch), zieht er das Betrachterauge magisch an. Und dann ist es gut, wenn er entweder konsequent scharf oder konsequent unscharf ist. Dann hat das Auge Orientierung. Das "schlimmste" ist eigentlich so ein Mischding, wenn also das Auge nicht so genau weiß, "ist er nun scharf oder nicht?". Dann fängt das unsichere visuelle Umherschweifen an, und genau das sollte der Fotograf dem Betrachter ersparen.
Sitzt beispielsweise der Falter so schräg zur Kamera, dass der hintere Teil der Flügel klar in der Unschärfe liegt, kann der Betrachter dies sofort erkennen und "konzentriert" sich sofort auf den vorderen Teil des Falters mit seinem Kopf (vorausgesetzt, dass der natürlich scharf ist :-)). Dann kommt auch nicht der Irrtum auf, dass der Fotograf vielleicht versucht hatte, die Flügel komplett in die Schärfe zu legen, es ihm aber nicht gelungen ist. Die Sache ist dann eindeutig und "führt den Betrachter schnell zum Ziel", und das sollte das Ziel des Fotografen sein.
Auch wenn es sich hier um eine Nuance handelt - sie hat eine relativ große (Aus)Wirkung!
Helligkeit:
Markant ist der hohe Weißanteil im Foto. Er bestimmt auch maßgeblich die Bildwirkung. Aber: Es ist nicht wirklich weiß! Es ist alles etwas zu dunkel! Schau dir vor allem die Blüten genau an: Die sind nicht weiß, sondern leicht "dreckig"-weiß (Zugegeben, das ist jetzt etwas übertrieben ausgedrückt, aber ich will es verdeutlichen :-)). Dadurch ist das Weiß zwar sehr schön durchgezeichnet und reißt nirgendwo nach hoben hin aus, aber es gibt hier einen
Grundsatz:
Damit gehen Fotografen oft falsch um. Sie sind zu vorsichtig, aus der Angst heraus, die Lichter im Weiß könnten zu stark ausfressen. Das soll natürlich auch nicht passieren, aber dennoch ist Weiß halt weiß! Die Kunst liegt eben genau darin, das Weiß weiß darzustellen, ohne dass es ausreißt.
LÖSUNG:
Per Nachbearbeitung aufhellen und dabei darauf achten, dass die Spitzlichter nicht ausreißen. Du wirst sehen, das Bild wird heller, freundlicher - und noch besser!
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Herzlichen Dank für so…
Herzlichen Dank für so wertvolle Tipps.
Ich habe das Foto gemäß Deinen Tipps nachbearbeitet und kann nur staunen!!
Herzlichen Dank
Wolfgang Köhler
ADMIN
Hallo Wolfgang,…
Hallo Wolfgang,
prima! War vorher schon gut, jetzt ist es noch besser!
Lieber Gruß
Roland
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