Dein Bild von einer Libelle (ich denke, es ist eine Heidelibelle?) hat eine sehr schöne Bildaufteilung und strahlt eine wunderbare Ruhe aus.
Drei Dinge möchte ich ansprechen:
Licht:
Das Foto ist insgesamt etwas zu dunkel. Vor allem die im Schatten liegenden Bereiche saufen leicht ab - vor allem auffallend in der unteren Hälfte der Facetten-Augen. Das sind die Bereiche, zu denen das (diffuse) Himmelslicht nicht mehr vordringen konnte.
LÖSUNG:
Aufhellung mittels Bildnachbearbeitung: sowohl insgesamt leichte Aufhellung als auch separat zusätzlich die dunklen Töne etwas hochziehen.
Schärfe:
Die Schärfe liegt genau auf den Facetten-Augen. Das ist ein Volltreffer, und das ist gut so, aber auch notwendig. Du hast die Offenblende 2.8 gewählt - und damit ein Minimum an Tiefenschärfe. Folge: Die "Nase" der Libelle, die aufgrund ihrer Größe eine relativ große Fläche mitten im Libellengesicht einnimmt, liegt bereits vor der Schärfenebene. Damit wirkt auf den ersten Blick ein größerer Teil des Libellenkopfes unscharf, das ist etwas ungünstig.
LÖSUNG:
Die Blende geringfügig schließen. Bereits die Schließung um 1/3 bis 2/3 liefert etwas mehr Tiefenschärfe, ohne den insgesamt stark beruhigten Hintergrund zu nachteilig zu verändern.
Und vor allem hat dies einen weiteren positiven Effekt: Die Punktschärfe ist im Foto nicht zu 100% da, und das Foto wirkt im Gesamten leicht milchig (bitte nicht falsch verstehen, ich habe das übertrieben ausgedrückt!). Beides liegt daran, dass die volle Offenblende eingesetzt wurde, und beides wird ebenfalls deutlich besser, wenn du die Blende um die oben genannte geringe Stufe schließt.
Das heißt nicht, dass dein Objektiv schlecht ist! Ein Objektiv muss bei der vollen Offenblende alles an Leistung geben, was es hat - bis in die äußersten Randbereiche seiner Linsen. Da zeigen sich dann Schwächen. Das ist bei jedem Objektiv so! Und jedes Objektiv verbessert sich bei auch nur einer leichten Schließung seiner Blende - relativ gesehen zu seiner eigenen Leistung bei völlig geöffneter Blende. Deshalb ist es ratsam, die volle Offenblende nur in "Notfällen" einzusetzen oder wenn man tatsächlich aus irgendwelchen Gründen die absolut geringste mögliche Tiefenschärfe haben möchte. Ansonsten wie gesagt: minimal abblenden, und die Qualität (Punktschärfe und Brillanz) steigt sofort sichtbar an, ohne dass die Tiefenschärfe ins unermessliche steigt :-).
Dieses mehr an Qualität kannst du übrigens bei deinem Kohlweißling-Bild (Blende 5.6) ziemlich deutlich sehen. Das Bild ist schärfer und auch sichtbar brillanter.
Bitte das von mir Gesagte nicht falsch verstehen. Das Foto der Libelle ist gut, hat eine tolle Wirkung. Dennoch ist es wichtig bzw. sinnvoll zu verstehen, warum ein Foto so ist, wie es ist. Dann kann man die fotografische Fülle, die sich bietet, erst voll ausnutzen.
Pollen:
Insbesondere auf den großen Libellenaugen sind einzelne helle Punkte, sieht aus wie Pollenkörner - obwohl eine Libelle mit Pollen recht wenig zu tun hat. Aber nicht zuletzt genau deshalb würde ich diese Körner wegretuschieren. Das fördert nochmals die schöne harmonische Bild-Gesantwirkung.
Jetzt kannst Du noch einen Kleinen oben drauf setzten: Retuschiere noch dieses staubfaden- bis spinnfaden-ähnliche "Gerät" da unten am Ende des linken Flügels (an seiner Spitze) weg. Das sieht irgendwie voll fusselig aus - und stört noch das harmoniesüchtige Betrachterauge :-).
(Das ist so ein bisschen wie damals bei Loriot - Da hing mal ein Stück Spagetti seitlich am Mund im Restaurante, du erinnerst dich sicher ... :-).
Kommentare
ADMIN
Hallo Wo_Köhler,…
Hallo Wo_Köhler,
herzlich willkommen bei Makrotreff!
Dein Bild von einer Libelle (ich denke, es ist eine Heidelibelle?) hat eine sehr schöne Bildaufteilung und strahlt eine wunderbare Ruhe aus.
Drei Dinge möchte ich ansprechen:
Licht:
Das Foto ist insgesamt etwas zu dunkel. Vor allem die im Schatten liegenden Bereiche saufen leicht ab - vor allem auffallend in der unteren Hälfte der Facetten-Augen. Das sind die Bereiche, zu denen das (diffuse) Himmelslicht nicht mehr vordringen konnte.
LÖSUNG:
Aufhellung mittels Bildnachbearbeitung: sowohl insgesamt leichte Aufhellung als auch separat zusätzlich die dunklen Töne etwas hochziehen.
Schärfe:
Die Schärfe liegt genau auf den Facetten-Augen. Das ist ein Volltreffer, und das ist gut so, aber auch notwendig. Du hast die Offenblende 2.8 gewählt - und damit ein Minimum an Tiefenschärfe. Folge: Die "Nase" der Libelle, die aufgrund ihrer Größe eine relativ große Fläche mitten im Libellengesicht einnimmt, liegt bereits vor der Schärfenebene. Damit wirkt auf den ersten Blick ein größerer Teil des Libellenkopfes unscharf, das ist etwas ungünstig.
LÖSUNG:
Die Blende geringfügig schließen. Bereits die Schließung um 1/3 bis 2/3 liefert etwas mehr Tiefenschärfe, ohne den insgesamt stark beruhigten Hintergrund zu nachteilig zu verändern.
Und vor allem hat dies einen weiteren positiven Effekt: Die Punktschärfe ist im Foto nicht zu 100% da, und das Foto wirkt im Gesamten leicht milchig (bitte nicht falsch verstehen, ich habe das übertrieben ausgedrückt!). Beides liegt daran, dass die volle Offenblende eingesetzt wurde, und beides wird ebenfalls deutlich besser, wenn du die Blende um die oben genannte geringe Stufe schließt.
Das heißt nicht, dass dein Objektiv schlecht ist! Ein Objektiv muss bei der vollen Offenblende alles an Leistung geben, was es hat - bis in die äußersten Randbereiche seiner Linsen. Da zeigen sich dann Schwächen. Das ist bei jedem Objektiv so! Und jedes Objektiv verbessert sich bei auch nur einer leichten Schließung seiner Blende - relativ gesehen zu seiner eigenen Leistung bei völlig geöffneter Blende. Deshalb ist es ratsam, die volle Offenblende nur in "Notfällen" einzusetzen oder wenn man tatsächlich aus irgendwelchen Gründen die absolut geringste mögliche Tiefenschärfe haben möchte. Ansonsten wie gesagt: minimal abblenden, und die Qualität (Punktschärfe und Brillanz) steigt sofort sichtbar an, ohne dass die Tiefenschärfe ins unermessliche steigt :-).
Dieses mehr an Qualität kannst du übrigens bei deinem Kohlweißling-Bild (Blende 5.6) ziemlich deutlich sehen. Das Bild ist schärfer und auch sichtbar brillanter.
Bitte das von mir Gesagte nicht falsch verstehen. Das Foto der Libelle ist gut, hat eine tolle Wirkung. Dennoch ist es wichtig bzw. sinnvoll zu verstehen, warum ein Foto so ist, wie es ist. Dann kann man die fotografische Fülle, die sich bietet, erst voll ausnutzen.
Pollen:
Insbesondere auf den großen Libellenaugen sind einzelne helle Punkte, sieht aus wie Pollenkörner - obwohl eine Libelle mit Pollen recht wenig zu tun hat. Aber nicht zuletzt genau deshalb würde ich diese Körner wegretuschieren. Das fördert nochmals die schöne harmonische Bild-Gesantwirkung.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo, danke für die Tipps,…
Hallo, danke für die Tipps, alles kann ich jetzt nicht mehr ändern.
Ich habe am Bild ein wenig nach Deinen Tipps herumgeschraubt und denke es ist deutlich besser geworden.
Danke mit herzlihen Grüßen
Wolfgang
ADMIN
Hallo Wolfgang,…
Hallo Wolfgang,
super geworden!
Jetzt kannst Du noch einen Kleinen oben drauf setzten: Retuschiere noch dieses staubfaden- bis spinnfaden-ähnliche "Gerät" da unten am Ende des linken Flügels (an seiner Spitze) weg. Das sieht irgendwie voll fusselig aus - und stört noch das harmoniesüchtige Betrachterauge :-).
(Das ist so ein bisschen wie damals bei Loriot - Da hing mal ein Stück Spagetti seitlich am Mund im Restaurante, du erinnerst dich sicher ... :-).
Ein tolles Bild!
Lieber Gruß
Roland
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