Hallo Roland,
deiner Empfehlung folgend, habe ich es mit Zwischenringen versucht.
EFS 60 mm +13+21+31 Zwischenringe.
Das Staubgefäß ist ca. 1 cm lang. Aus dem Bildquerformat wurde Hochformat geschnitten.
Bei der Vergrößerung ist es sehr schwierig den Fokus einzustellen. Man meint, Stativ, Kugelkopf, Einstellschlitten und Schnellklemme sind stabil aber die Vergrößerung zeigt es nicht so.
Gruß Gerhard
Kommentare
ADMIN
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
ja, damit kommst Du ordentlich näher ran. Aber:
Ich sprach von EINEM Zwischenring! Du bist da scheinbar ein ganz Wilder. Wobei: Viele Makronisten sind ganz wilde Fotografen, das kenne ich schon lange :-). Es ist die Verlockung der Vergrößerung, besser gesagt, der Mega-Vergrößerung. Man will nicht nur nah ran, man will am liebste rein! - frei nach dem Motto:
Zieh´ die Schuhe aus und komm´ ganz rein!
Da werden dann keine Gefangene gemacht. Volle Pulle druff. Ich habe schon Experten gesehen, die mit Auszugsverlängerungen von über einem halben Meter (!) gearbeitet haben! Da musste man vorne das Objektiv mit dem Finger hochdrücken, weil sich schon alles gebogen hatte. Kein Witz!
Aber wieder zurück zum Staubgefäß-Foto:
Du hast einen kompletten Satz Zwischenringe an das 60er geschraubt - das ist zu viel. Die optische Leistung der Linse verkraftet das nicht mehr. Du siehst das an den Verzerrungen im unteren und oberen Bereich des Staubgefäßes. Das sind keine Unschärfen, die sich aus der Schärfenebene herausbewegt haben und eben deshalb unscharf sind. Das sind Verzerrungen, die aus dem zu langen Auszug resultieren, in Verbindung mit der Blende 8.0. Damit ist das Objektiv überfordert - dafür ist es aber auch nicht gemacht, sprich berechnet worden.
Also, das Ganze zurückbauen bis zu einem einzigen Zwischenring, den dann moderat einsetzen und die Blende darauf abstimmen. Du solltest am besten ausprobieren, bis zu welcher Blendenschließung das Ganze dann noch funktioniert.
Hier gibt es einen Tatbestand, den die meisten Makronisten nicht beachten:
Mit Zwischenringen bewegt man Linsen also aus dem für sie seitens des Herstellers optimierten Abbildungsbereich heraus. Das sollte man unbedingt beachten. Daraus ergibt sich dann, dass mit der Anhäufung von Zwischenringen irgendwann einmal Schluss mit Qualität ist.
Will man dennoch in größere Maßstäbe, muss eine Spezialoptik her (Lupenobjektiv - Canon hat da ein 60er im Programm) - die dann eben genau für diesen Bereich optimiert wurde. Aber auch damit kann man nicht Unmögliches möglich machen! Im extremen Nahbereich hat man immer auch eine nur extrem schmale Schärfenebene.
Ich hatte hier bei Makrotreff schon öfters von einer Grenze gesprochen, die so in etwa beim Vergrößerungsmaßstab 1:1 liegt. Jenseits dieser Grenze betritt man schwieriges Terrain, da herrschen harte Gesetze, die einen sehr ärgern können :-).
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Ja, Roland, als Neuling auf…
Ja, Roland, als Neuling auf diesem Gebiet bin ich ein Wilder, der die technischen Grenzen seines Equipments
austesten möchte. Zum Glück helfen deine Kritiken danach die richtige Mitte zu finden.
Ich werde mit den Zwischenringen Millimeterpapier fotografieren, dann habe ich keine Schärfentiefeprobleme und kann die Verzerrungen, so hoffe ich, erkennen.
Gerhard
ADMIN
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
"Wilde" sind immer gut, nicht nur bei der (Makro-)Fotografie. Die bewegen was ...
Lieber Gruß,
Roland
Roland, als Antwort auf…
Roland, als Antwort auf deine letzten Hinweise
Gerhard
Hallo Roland, habe deinen Rat befolgt und die Ergebnisse verschiedener Zwischenringe ermittelt.
Alles mit Stativ und Fernsteuerung, manueller Fokussierung und Blende 5,6.
Wenn auch Millimeterpapier bei den Vergrößerungen nur aus unregelmäßigen Druckerpunkten besteht, kann man doch eine Tendenz ablesen.
Für mich überraschend, dass 13 mm mehr Verzerrungen erzeugt als 21 mm.
Gerhard
ADMIN
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
ja, das ist interessant. Dass die größte Verzerrung beim 13er Ring auftritt, kann ich nicht erklären. Ich gehe mal davon aus, das keine Einstellungsungenauigkeit Deinerseits vorliegt.
Aber das ist letztendlich für die Praxis irrelevant. Entscheidend ist die Feststellung, dass man mit Zwischenringen gut arbeiten kann, aber nicht ausschließlich was "geschenkt" bekommt. Da haben wir es wieder, die Sache mit den Kompromissen bei der Fotografie, insbesondere bei der Makrofotografie: Mit einem Vorteil "kauft" man sich automatisch auch wieder einen Nachteil ein. König ist der, der das weiß!
Lieber Gruß,
Roland
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
ich habe natürlich weiter geforscht und die gleichen Versuche mit meinem Tamron 90 mm und besserem Objekt (geprägte Skala einer Schiebelehre) gemacht und festgestellt, dass ich bessere Ergebnisse erhalte, als mit dem EFS 60.
Deine Aussage scheint sich zu bestätigen, dass die optimierten Eigenschaften des Objektivs durch die Zwischenringe beeinflusst werden und das es nicht unbedingt lineare Einflüsse sind.
Also meine persönliche Erkenntnis, wenn Zwischenringe, dann nur mit dem 90er.
Gerhard
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