im Wind

Samenstand der Astern vom Wind gebogen

Kommentare

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gabi,

bei mehreren Astern bzw. Pflanzen wie hier da ist das oft ein bisschen schwierig. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten dafür und man muss schauen was einem da am besten davon gefällt. Hier ein paar Vorschläge dazu.

Das Bild wirkt auf mich so: Hinter deinen vier Astern mit dem langen senkrecht durch das Bild verlaufenden Stiel die man in der vorderen Reihe sieht, wachsen auch noch einige Astern dahinter und diese sind viel zu deutlich zu sehen. Oftmals ist es etwas schwierig so etwas dann richtig freizustellen. Gut ich weiß nicht ob du das überhaupt freistellen wolltest, aber wenn man sich das Foto mal anschaut so sieht man 4 Astern knapp von der Seite mit einem langen zusätzlichen Stiel und die fallen einem alle gleichermaßen ins Auge und mit denen noch dahinter wirkt der Hintergrund dann ziemlich unruhig. Außerdem schauen alle Astern in eine leicht von Dir weggedrehte Richtung und am rechten Rand ist die äußerste Aster viel zu nah in ihrer Blickrichtung am Rand.

Gut der Titel Samenstand der Astern vom Wind gebogen passt hier zwar dafür, aber um die Astern, oder alternativ mal nur eine Aster besser im Bild zu präsentieren wäre es vorteilhafter gewesen mit dem Stativ, ich gehe mal davon aus das du ein Stativ benutzt hast wegen der längeren Verschlusszeit von 1/60 erst mal etwas mehr rechts herum noch zu gehen und die trockenen Blüten, oder eine trockene Blüte entweder direkt von vorne zu fotografieren, oder ganz genau seitlich.

Die Schwierigkeit wäre dann zwar bei direkt von vorne sehr wahrscheinlich wegen den gebogenen Stielen gewesen da dann diese leicht nach hinten gebogen wären, anstelle zur Seite und daher unschärfer wären, aber vielleicht hätte es ja eine Möglichkeit noch zum Befestigen irgendwie gegeben um den Stiel dann noch etwas gerader mit auf das Bild zu bekommen. Alternativ hätte man auch nur eine einzelne trockene Aster Blüte ganz nah mal freistellen können ohne den Stiel mit einzubinden.

Wenn du aber alles so ähnlich wie hier haben möchtest, dann wäre es auch trotzdem besser gewesen nur ein wenig mehr rechts noch herum zu gehen und dann etwas weiter weg zu bleiben mit dem Stativ und zwar so, das rechts noch etwas mehr Platz in diese Blickrichtung der rechten vorderen Aster frei bleibt. Und zudem dann noch mal eine offenere Blende dazu ausprobieren. Eventuell die Blende 4 oder die 5.6 so dass die vorderen Astern aber noch scharf erhalten bleiben. Bei dem 60er Makro sieht man sonst den Hintergrund bei Blende F/6.3 hier noch viel zu stark. Den Fokus würde ich dann auf die vorderste Mittlere Aster legen.

Liebe Grüße

Christine

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MOD

Hallo Christine,

Danke für deine Beurteilung.

Hier meine Bildidee:

Ich wollte die drei Astern aus der Gruppe hervorheben und mit der Schräglage zeigen, wie sie sich gegen den Wind legen. Die hintere Gruppe sollte erkennbar bleiben. Die vierte Aster war mir dabei unwichtig. Schön fand ich, dass der eine Stengel gegenläufig im Bild steht und es so aussieht, als ob er die mittlere Aster versucht zu stützen, jedoch oben dem Druck selbst nicht standhalten kann. Offenbar ist dies für einen Betrachter des Bildes nicht erkennbar und somit ist das Thema  bzw. die Bildidee verfehlt oder eben vom mir  nicht richtig umgesetzt worden.

Der Rand rechs ist zu knapp, da gebe ich dir recht. Das sieht nicht so gut aus. Ich mußte hier auch noch etwas wegschneiden, was nicht gerade optimal war. Noch weiter rechts  befindet sich  Wasser und somit konnte ich dort nicht weiter rüber rücken.

Wenn ich hätte nur eine Aster zeigen wollen wäre ich sicher anders vorgegangen. Das wäre dann aber ein ganz anderes Bild geworden.

Liebe Grüße

Gabi

 

 

 

 

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gabi,

Ich verstehe Dich sehr gut, so ein Motiv ist auch nicht immer ganz einfach umzusetzen. Das was man selbst dabei eigentlich sieht und sich dabei denkt und dann noch jedem möglichst gleichermaßen gut verständlich rüber zubringen ist oft ziemlich schwer. Wobei das dann ja eigentlich normal für einen das wichtigste dabei ist und man sich das eigentlich auch so wünscht.

Ich glaube aber das geht fast jedem mal so und es kommt auch immer auf die Foto Situation an. Zum Beispiel, ob alles vor Ort auch gleich passt und dazu braucht es auch oft noch sehr viel zusätzliche Übung und Auseinandersetzung und am besten längere Zeit immer wieder nur mit dem selben Motiv in verschiedenen Situationen. 

Ich habe jetzt noch mal etwas für Dich ausprobiert, schau mal bitte vielleicht wäre das ja auch eine gute Alternative um deine Bildidee noch sichtbarer umzusetzen und für dich trotzdem noch akzeptabel genug. Wenn nicht, dann ist es natürlich auch nicht schlimm, aber in diesem Quadrat ist jetzt denke ich eigentlich alles vorhanden was Du Mir beschrieben hast und dir bei diesem Foto wichtig war zu zeigen.

Einmal die drei wichtigen Astern, die Du hervorheben wolltest. Die unwichtige linke Aster die fehlt jetzt ganz, denn wenn sie dir nicht wichtig war, dann wird sie wohl auch anderen meistens nicht besonders wichtig sein und niemand etwas aussagen und dann nur im Bild irritieren.

Der Stengel der stützt ist auch noch vorhanden und am rechten Bildrand der fehlende Platz der unmöglich zu erweitern war wird durch die linke eng beschnittene Seite wo die zwei Stiele jetzt unten zusammen in der Ecke mit eingebunden wurden etwas ausgeglichen. Am unteren Bildrand überschneiden sich jetzt außerdem auch zwei Stiele und das ist dann in etwa ein ausgewogenes Verhältnis mit den zwei linken Stielen in der Ecke. Im Hintergrund sieht man noch weitere Astern. Und im gesamten wiegen sich jetzt die drei vorderen Astern gestützt von dem Stiel im Wind.

Liebe Grüße

Christine :-)

 

 

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Flora1958,

wieder mal ein Bild, das sehr treffend die aktuelle Winterstimmung unserer (Flachland-)Breiten wiedergibt. Das finde ich sehr gut. Stimmungen im Bild festzuhalten ist ein sehr interessantes fotografisches Feld, eine hohe fotografische Herausforderung und Disziplin.

Genau diese Stimmung charakterisiert Dein Foto der vom Wind gebogenen Astern im Winterzustand: trübes (Winter-)Licht, verdorrte (Winter-)Pflanzen mit den vollreifen Fruchtkörpern, die Neigung der Pflanzen infolge von (Winter-)Winden. Es dominieren Beige-, Braun- und dunkle Grüntöne – alles klassisch Winterfarben. Das Ganze wird wirkungsmäßig verstärkt durch die ISO 800, die diese Farbwiedergabe unterstützt.

Und dabei dann sehr wichtig: volle Schärfe, und die an den richtigen Stellen. Dadurch vermittelt das Bild trübe Stimmung, ist selbst aber brillant.

Einige Gedanken zu

zwei kleineren Bereichen des Hintergrundes:

Zum einen schimmert oben links in der Bildecke irgendetwas Bläuliches. Ist der Quell dieses Farbausreißers ein Garten-Zierstab, ein Gardena-Spaten, oder Dein Gartenhandschuh? Egal, Du siehst, ich weiß es nicht, kann es also nicht ein- und zuordnen. Für mich passte es nicht in die ansonsten winterliche Naturgarten-Stimmung. Dürfte aber kein Problem sein, diesen "Handschuh" wegzutun (grins).

Und dann ist da etwa in der Bildmitte des oberen Bildrandes ein heller, trockener, unscharfer Halm (leichte Schrägstellung so etwa auf 1:00 Uhr). Der kommt von unten, stört hier aber nicht. Oben jedoch öffnet er das Bild, das ist ungünstig.

Anders ist beispielsweise die "Bildöffnung" durch den senkrecht verlaufenden, gebogenen Trockenhalm im rechten Bilddrittel. Er befindet sich in der Schärfeebene, ist damit also Teil des Hauptmotivs, und integriert sich sowohl farblich als auch von seiner Form her (Bogenform) voll in die übrigen Bestandteile des Hauptmotivs, verstärkt diese sogar (Bogenform!). Auch er "öffnet" das Bild, aber mit der bereichernden Aussage: das Hauptmotiv geht hier noch weiter (oben und unten), ist also nicht "geschlossen".
Hier wird schön die unterschiedliche Wirkung von hellen und dunklen, scharfen und unscharfen Linien deutlich.

Anmerkung zum oben Diskutierten:

Hintergrund:

Ich meinen Augen ist der Hintergrund in diesem Fall nicht zu unruhig. Dies liegt an zwei Dingen:

  • Zum einen deckt das Hauptmotiv mit drei (vier) im Vordergrund befindlichen und diesen sehr ausfüllenden Fruchtständen viel Bildfläche ab und lenkt dadurch bereits den Blick rasch auf sich.
  • Zum anderen sind die haarigen Fruchtstände hell und technisch sehr gut und scharf abgelichtet. "Hell" und "haarig" zieht das Auge an.

Damit "darf" der Hintergrund voll seinem Sinn nachkommen: zeigen, dass es sich um eine über das gezeigte Hauptmotiv hinaus größere Astern-Gruppe handelt, das abgelichtete Hauptmotiv also nur ein Ausschnitt eines größeren Ganzen darstellt (unterstützt durch den motiv-öffnenden, stark gebogenen Stiel).

Enge des Ausschnitts:

Ja, hier teile ich die oben angesprochene Ansicht. Der Ausschnitt ist, insbesondere am rechten Bildrand, recht eng.

Genau in der Bildmitte des rechten Randes, exakt zwischen dem Fruchtkörper der rechten Aster und dem Bildrand, befindet sich irgendetwas Fusseliges, vielleicht ein einzelner Samen mit Fädchen der Aster, ein großer Hausstaubbrocken oder der Flügel einer Wintermücke (-grins) – so genau kann ich das nicht erkennen. Aber wenn Du den wegretuschierst, ist zumindest der rechte Bildrahmen frei.

Die große "Nähe" der Asternfruchtstände zum Bildrand wird dadurch etwas relativiert bzw. wirkt dadurch nicht ganz so störend, dass das Hauptmotiv (die drei scharfen Asternfruchtkörper) sich gleichmäßig über das gesamte Bild verteilt. Deshalb ist das mit dem knappen Rand insgesamt nicht ganz so tragisch.

(Stelle Dir im Gegensatz dazu nur die rechte Blüte alleine im Vordergrund vor. Die würde dann extrem stark nach rechts ziehen, und damit wäre der knappe Abstand zum Bildrand, verbunden auch noch mit ihrer "Blickrichtung" nach außen, ein absoluter NoGo.

Bildaussage: gegenläufiger Stängel:

Deine Bildidee, den einen Stängel als gegenläufigen Stängel und somit als eine Art Stütze bewusst ins Bild zu integrieren, finde ich klasse. Ehrlich gesagt habe ich dies aber auch nicht exakt so wahrgenommen, weil seine Krümmung so stark ist, dass er in seiner oberen Hälfte wieder dem allgemeinen Wuchsverlauf folgt. Anstatt dessen habe ich – wie oben schon beschrieben – mehr den Bogenverlauf wahrgenommen, dem ich aber auch viel abgewinnen kann (Bildöffnung, s.o.). Aber dies wird sicherlich von anderen Betrachtern jeweils anders wahrgenommen bzw. gesehen. Insofern steht im Vordergrund die tolle Bildidee.

Quadratisches Bildformat:

Ja, das ist meines Erachtens durchaus eine gelungene Alternative. Im Vordergrund steht hierbei das Wesen der Alternative; es stellt eine andere, ebenfalls gelungene Lösung dar. Beide Varianten haben ihren Reiz.

Übrigens: Blende 6.3 war bei diesem Abbildungsmaßstab notwendig, um die Fruchtstände scharf zu bekommen – was ebenfalls wiederum notwendig war. Passt also!

Fazit:

Damit ist dies ein Bild, was sowohl stimmungsmäßig als auch technisch weitestgehend gut ist und anspricht.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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MOD

Hallo Roland,

auch hier lieben Dank  für das Anschauen und Durcharbeiten.

Es gibt halt bei  der Betrachtung von Motiven einen uns eigenen Blickwinkel. Das macht die Fotografie oder auch das Malen so vielseitig und interessant. Jeder kann etwas anderes darin sehen. Und das finde ich auch in Ordnung und spannend. Es gibt jedoch auch Merkmale, die eben  ein handwerkliches  " nicht in Ordnung" darstellen. Dazu sind wir hier, lassen beurteilen und wollen lernen wie man es richtig macht.

Ich bin noch einmal raus, um den blauen Fleck zu orten. Da ist nix. Ja....... und dann fiel es mir ein,es war  wohl meine Kameratasche :-))) Vor lauter Schauen und Schärfe suchen etc. habe ich das nicht bemerkt.Der Weg zum guten Fotografen ist echt steinig oder mit Taschen besetzt - lol  ;-)

Der mittlere, obere helle Fleck stört.Da hast du recht. Vielleicht sollte ich ihn doch oben wegretuschieren. Der lenkt ab, das stimmt.

Zum Quadrat:

Ist auch eine ansprechende Form , durchaus interessant, jedoch kommen dann meine Stengel zu" kurz" (Bildidee) und der durchlaufende Stengel sitzt genau in der Mitte. Ausserdem fehlt einer meiner Hauptdarsteller in der Schärfenebene. (Mit der vierten, unwichtigeren, meinte ich die Aster in der zweiten Reihe.) Wird halt ein anderes Bild.

Danke nochmal  und schönes Wochenende

Liebe Grüße

Gabi

 

 

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ADMIN

Hallo Gabi,

die Kameratasche!

Tschuldige bitte, dass ich Deine Kameratasche mit Deinen Gartenhandschuhen verwechselte. Asche auf mein Haupt. Tja, der steinige Weg zum guten Bild. Du gehst ihn gerade – bis zum guten Foto. Das ist klasse!

Ja, der eigene Blickwinkel bei der Motivbetrachtung – das ist ein ganz hohes Gut bei der Fotografie und bei der Kunst im Allgemeinen. Dies zu diskutieren, das lohnt sich bei diesem Foto hier von Dir, dafür habe ich mir bei Deinem Bild fast die Finger wund geschrieben :-).

Und ganz wesentlich bei Deinem Vorgehen war genau dieser Schritt: Du hast Dir eine Menge Gedanken vor der Aufnahme gemacht. Dadurch ist das Bild so stimmungsvoll, dadurch weist es eine erkennbar beabsichtigte, nicht rein zufällige Komposition auf. Eine Komposition, die schlüssig der Grundintention der Makronistin folgt. Deshalb spricht mich dieses Foto an.

Was das Quadrat anbetrifft, sehe ich das ähnlich wie Du (also subjektiv). Objektiv gesehen stellt es aber auch eine mögliche Möglichkeit dar. Aber entscheidend ist hier: Was wolltest DU bei der Erstellung Deines Fotos ausdrücken? Und das zeigt eben (nachvollziehbar) das andere Foto, das Rechteckformat.

Liebe Grüße,

Roland

 

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MOD

Danke, Roland, ich weiß das sehr zu schätzen!!! Das macht dir viel Arbeit.Danke für die Mühe und Geduld, die du hier immer wieder aufbringst.

Ich hoffe, du hattest und hast trotzdem noch ein angenehmes Wochenende . ;-)

Liebe Grüße

Gabi

 

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