schön, jetzt hat´s geklappt mit dem Foto-Upload. Herzlich willkommen bei Makrotreff!
Du hast ein sehr schönes Honigbienen-Foto eingestellt. Insbesondere Bildausschnitt und Bildaufteilung sind sehr gelungen. Die Positionierung der Biene im Bild ist toll! Auch die Bildaussage - Biene beim Nektarsammeln - ist sehr gut! Hier ist ein "Verhalten" dokumentiert.
Ein paar Anmerkung bezüglich der "beiden" Schärfekriterien:
Punktschärfe:
Es gibt zwar eine Schärfe im Bild, aber leider hat die Biene davon nicht allzuviel abbekommen. Es ist schön zu erkennen, dass die vordersten Blütenblätter und die darunter liegenden fleischigen, grünen Sukkulentenblätter scharf sind. Du hast also nicht verwackelt! Warum ist die Biene dennoch nicht scharf?
Die relativ größte Schärfe liegt bei der Biene im Bereich ihres Kopfes - das wäre also auch schonmal gut. Aber dennoch ist auch dieser Bereich eben nicht voll scharf. Und das liegt daran, dass die Biene sich beim Nektarsammeln bewegt. Du hast zwar nicht verwackelt, aber die Biene hat sich verwackelt! Sie bewegt sich beim Nektarsammeln, auch wenn das mit bloßem Auge nicht oder kaum wahrzunehmen ist. Zumindest bewegt sie sich zu stark für eine 1/250 Sek. Belichtungszeit. Und das zeigt sich in diesem leicht verwaschenen Eindruck ("Mikro-Unschärfen") dort, wo eigentlich die Punktschärfe sitzen müsste - also am Bienenkopf.
LÖSUNG:
Belichtungszeit verkürzen!
Im Makrobereich herrschen absolut andere Gesetze als bei vielen anderen Bereichen der Fotografie. 1/250 Sek. bei der Landschaftsfotografie - kein Problem! Bei der Portraitfotografie - kein Problem, usw. usf. Aber in der Makrowelt ist 1/250 Sek. bei sich bewegenden Motiven eine regelrechte "Schnecken-Belichtungszeit", weil die Bewegung immer im Verhältnis zur Abbildungsgröße zu sehen ist.
Um in der gegebenen Situation die Belichtungszeit zu verkürzen, bleibt Dir neben der Möglichkeit des Blitzeinsatzes (dann wird´s fototechnisch aber etwas komplizierter) nur der Weg, den ISO-Wert hochzuziehen. Denn bezüglich der Blende hast Du keinen weiteren Spielraum - im Gegenteil, und das zeigt der nächste Punkt.
Selbst, wenn das Problem mit der oben angesprochenen nicht vorhandenen Punktschärfe auf der Biene nicht wäre: Im Foto ist zu wenig Tiefenschärfe. Von der Biene liegen zu viele Körperteile außerhalb der Schärfenebene. Dadurch wirkt die Biene insgesamt ziemlich unscharf. Das Betrachterauge müsste zu lange suchen, bis es die wenigen Schärfepunkte gefunden hätte, an denen es sich orientieren könnte.
Tiefenschärfe:
Selbst, wenn das Problem mit der oben angesprochenen nicht vorhandenen Punktschärfe auf der Biene nicht wäre: Im Foto ist zu wenig Tiefenschärfe. Von der Biene liegen zu viele Körperteile außerhalb der Schärfenebene. Dadurch wirkt die Biene insgesamt ziemlich unscharf. Das Betrachterauge müsste zu lange suchen, bis es die wenigen Schärfepunkte gefunden hätte, an denen es sich orientieren könnte.
LÖSUNG:
Du hast dieses Foto mit Blende 4.5 gemacht - die liefert für dieses Motiv zu wenig Tiefenschärfe. Die Blende muss weiter geschlossen werden, so Richtung Stufe 8 - 11. Klar, dann hast Du noch weniger Licht - also das gleiche Problem beziehungsweise sogar eine weitere Verschärfung des Problems der nicht vorhandenen Punktschärfe! Nutzt aber leider nichts, irgendwie muss das Vieh scharf werden :-)!
Also: ISO-Wert rauf, der verträgt noch einiges. Hier wird viel übertrieben, wenn´s um das Rauschen geht. Es nützt aber nichts, wenn es zwar nicht rauscht, dafür aber das Hauptmotiv (hier die Honigbiene) unscharf ist.
Sollte das dann immer noch nicht reichen - Blitzeinsatz!
Geht das nicht, auf "helleres" Wetter warten (nicht unbedingt volles, steiles Sonnenlicht - ist zu hart!).
Geht das auch nicht: Kamera weglegen, der Biene beim Nektarnaschen zuschauen und sich mit ihr über die tolle Blüte freuen :-).
Kommentare
ADMIN
Hallo Arcadia,…
Hallo Arcadia,
schön, jetzt hat´s geklappt mit dem Foto-Upload. Herzlich willkommen bei Makrotreff!
Du hast ein sehr schönes Honigbienen-Foto eingestellt. Insbesondere Bildausschnitt und Bildaufteilung sind sehr gelungen. Die Positionierung der Biene im Bild ist toll! Auch die Bildaussage - Biene beim Nektarsammeln - ist sehr gut! Hier ist ein "Verhalten" dokumentiert.
Ein paar Anmerkung bezüglich der "beiden" Schärfekriterien:
Punktschärfe:
Es gibt zwar eine Schärfe im Bild, aber leider hat die Biene davon nicht allzuviel abbekommen. Es ist schön zu erkennen, dass die vordersten Blütenblätter und die darunter liegenden fleischigen, grünen Sukkulentenblätter scharf sind. Du hast also nicht verwackelt! Warum ist die Biene dennoch nicht scharf?
Die relativ größte Schärfe liegt bei der Biene im Bereich ihres Kopfes - das wäre also auch schonmal gut. Aber dennoch ist auch dieser Bereich eben nicht voll scharf. Und das liegt daran, dass die Biene sich beim Nektarsammeln bewegt. Du hast zwar nicht verwackelt, aber die Biene hat sich verwackelt! Sie bewegt sich beim Nektarsammeln, auch wenn das mit bloßem Auge nicht oder kaum wahrzunehmen ist. Zumindest bewegt sie sich zu stark für eine 1/250 Sek. Belichtungszeit. Und das zeigt sich in diesem leicht verwaschenen Eindruck ("Mikro-Unschärfen") dort, wo eigentlich die Punktschärfe sitzen müsste - also am Bienenkopf.
LÖSUNG:
Belichtungszeit verkürzen!
Im Makrobereich herrschen absolut andere Gesetze als bei vielen anderen Bereichen der Fotografie. 1/250 Sek. bei der Landschaftsfotografie - kein Problem! Bei der Portraitfotografie - kein Problem, usw. usf. Aber in der Makrowelt ist 1/250 Sek. bei sich bewegenden Motiven eine regelrechte "Schnecken-Belichtungszeit", weil die Bewegung immer im Verhältnis zur Abbildungsgröße zu sehen ist.
Um in der gegebenen Situation die Belichtungszeit zu verkürzen, bleibt Dir neben der Möglichkeit des Blitzeinsatzes (dann wird´s fototechnisch aber etwas komplizierter) nur der Weg, den ISO-Wert hochzuziehen. Denn bezüglich der Blende hast Du keinen weiteren Spielraum - im Gegenteil, und das zeigt der nächste Punkt.
Selbst, wenn das Problem mit der oben angesprochenen nicht vorhandenen Punktschärfe auf der Biene nicht wäre: Im Foto ist zu wenig Tiefenschärfe. Von der Biene liegen zu viele Körperteile außerhalb der Schärfenebene. Dadurch wirkt die Biene insgesamt ziemlich unscharf. Das Betrachterauge müsste zu lange suchen, bis es die wenigen Schärfepunkte gefunden hätte, an denen es sich orientieren könnte.
Tiefenschärfe:
Selbst, wenn das Problem mit der oben angesprochenen nicht vorhandenen Punktschärfe auf der Biene nicht wäre: Im Foto ist zu wenig Tiefenschärfe. Von der Biene liegen zu viele Körperteile außerhalb der Schärfenebene. Dadurch wirkt die Biene insgesamt ziemlich unscharf. Das Betrachterauge müsste zu lange suchen, bis es die wenigen Schärfepunkte gefunden hätte, an denen es sich orientieren könnte.
LÖSUNG:
Du hast dieses Foto mit Blende 4.5 gemacht - die liefert für dieses Motiv zu wenig Tiefenschärfe. Die Blende muss weiter geschlossen werden, so Richtung Stufe 8 - 11. Klar, dann hast Du noch weniger Licht - also das gleiche Problem beziehungsweise sogar eine weitere Verschärfung des Problems der nicht vorhandenen Punktschärfe! Nutzt aber leider nichts, irgendwie muss das Vieh scharf werden :-)!
Also: ISO-Wert rauf, der verträgt noch einiges. Hier wird viel übertrieben, wenn´s um das Rauschen geht. Es nützt aber nichts, wenn es zwar nicht rauscht, dafür aber das Hauptmotiv (hier die Honigbiene) unscharf ist.
Sollte das dann immer noch nicht reichen - Blitzeinsatz!
Geht das nicht, auf "helleres" Wetter warten (nicht unbedingt volles, steiles Sonnenlicht - ist zu hart!).
Geht das auch nicht: Kamera weglegen, der Biene beim Nektarnaschen zuschauen und sich mit ihr über die tolle Blüte freuen :-).
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Lieber Roland,…
Lieber Roland,
ganz herzlichen Dank für deinen hilfreichen Kommentar. Werde mich damit auseinandersetzen.
Ich habe zu Weihnachten einen Ringblitz bekommen und freue mich schon auf erste Versuche damit.
Herzliche Grüße!
ADMIN
Hallo Arcadia,…
Hallo Arcadia,
das ist prima! Damit wirst Du viel herumprobieren können - und viele Makrofoto-Freuden erleben!
Lieber Gruß,
Roland
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