Frage zum Abbildungsmaßstab

Profile picture for user nordbert
Makronist

Hallo,
ich heiße Norbert und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 60 Jahre und fotografiere schon ein wenig länger. Mit der Makrofotografie bin ich vor einem halben Jahr angefangen und ganz angetan davon.
Ich besitze eine Panasonic S1 (Vollformat mit 24 MP und einer internen Fokusstackingfunktion), als Objektiv dazu ein Sigma 105mm DG DN Makro ART. Ich mache meine Bilder zu 95%
draußen im " freien Feld". Motive sind Pflanzen, Pilze und Tiere/ Insekten. Ich würde gerne mit einem größeren Abbildungsmaßstab als 1:1 fotografieren.....vielleicht bis max.8:1.
Das interne Focusstacking der Kamera will ich dabei weiter nutzen. Welche Möglichkeiten gibt es und zu was würdet ihr mir raten mit dieser Kombi um eine gute bis sehr gute Abbildungsleistung zu erreichen? Ich habe schon ein bisschen hier gestöbert und gelesen aber noch nicht das richtige für mich gefunden.......
 

Kommentare

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Norbert,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Das, was Du suchst, gibt es nicht auf dem Markt – zumindest nicht maßgeschneidert. Um in einem Abbildungsmaßstab von bis zu 8:1 fotografieren zu können, benötigst Du ein dafür berechnetes Spezialobjektiv. Du kannst zwar mittels Extrem-Erweiterung des Auszugs – beispielsweise über eine Staffel von Zwischenringen – in solch große Maßstäbe vordringen. Dann leidet jedoch die Qualität der Ausgangsoptik gewaltig.

Es gibt zur Zeit kein Spezialobjektiv für den L-Bajonett-Anschluss Deiner Kamera, das entsprechend mit der Kamera kommuniziert. Letzteres ist aber die Voraussetzung, um die Kamera-internen Focusstackingfunktionen in vollem Umfang nutzen zu können.

Die "Krücke" wäre zur Zeit also, sich eine andere Optik vorne draufzuschrauben, die optisch den hohen Abbildungsmaßstab zufriedenstellend bewältigt, und dann Arbeiten wie Focus-Stacking oder Vergleichbares manuell durchzuführen. In Frage kämen beispielsweise alte analoge sogenannten Lupenobjektive oder auch das MP-E von Canon und auch die Spezialobjektive von LAOWA, die speziell für diese hohen Maßstäbe konstruiert wurden – dann aber alle leider nicht entsprechend mit Deiner Kamera kommunizieren.

Liebe Grüße 

Roland

Profile picture for user Christian

Moin zusammen!

Vor genau demselben Problem stehe ich mit meiner Nikon Z6 (24MP Vollformat). Das aktuelle neue Nikkor 105 für Z-Mount liefert eine hervorragende (nie gekannte) optische Leistung bei leider nur 1:1.

Für 2:1 verwende ich eine aufgeschraubte (!) Raynox DCR250. Während ich ohne Raynox DCR250 mit Offenblende (= effektive Blende f4.5 bei 1:1) fotografieren kann, muss ich auf mindestens F10 (effektive Blende bei Nikon angezeigt entspricht ca. f6 eingestellt bei anderen Herstellern) abblenden, damit es scharf wird. Mit dieser Kombination kann ich dann aber auch in die Natur!

Für 3:1 kann ich ein 50mm/1.8 in Retro-Stellung vor das 105er Makro verwenden. Auch hier muss ich abblenden und im Randbereich ist Abbildung nicht optimal. Außerdem ist der Motivabstand extrem klein, so dass es auch bereits mit dem Licht Schwierigkeiten gibt. Für Insekten nicht zu empfehlen.  

Mit beidem kann ich das "Fokus-Bracketing" verwenden. Auf eine bessere Lösung, die einen größeren Abbildungsmaßstab in Kombination mit dem Autofokus bietet, warte ich immer noch...

Gruß,

Renke

Profile picture for user Rob
Makronist

Hallo Norbert,

herzlich willkommen! Schön, dass du auch zur Makrofotografie gefunden hast. Macht unglaublich Spass ;-)

Ich kenne das mit den hohen Zielen, habe also Verständnis, aber am Anfang gleich bis 8:1 gehen ist natürlich schon eine Ansage. In diesem Bereich sind dann wohl auch die professionellen Stacking-Programme deutlich überlegen. Für die interne Stacking-Funktion im Feld ist sowas aus meiner Sicht schon grenzwertig. Aus diesem Grund werden solche Shots eigentlich im Studio mit Makroschlitten (Fokus-Rails) gemacht.

Dein Setup (105er + Nahlinse) ist doch auch im Moment recht gut. Du kommst bis 2:1 und kannst die interne Stacking-Funktion nutzen. Für die allermeisten Insekten ist dieser ABM absolut ausreichend. Für Kugelspringer und Co. braucht man natürlich schon mehr. Alternativ und günstig kommst auch auf größere ABMs wenn du eine kurze Brennweite (z.B. 25mm) in Retrostellung in Verbindung mit Zwischenringen verwendest. Autofokus ist dann natürlich nicht möglich.

Schaue dir unbedingt die Bilder vom Uli hier im Forum an. Er zeigt uns beeindruckende Mikrofotografie-Projekte und schreibt oft dazu, wie solche Bilder entstehen. Die Herausforderungen in diesem Bereich sind schon sehr hoch. Extrem viele Bilder werden benötigt und detailgenaue Nachbearbeitung ist angesagt. Aus diesen Gründen habe ich bisher nicht gewagt, mich in diesen Bereich zu begeben. Bis etwa 3,5:1 (ohne Stacking) bin ich etwa gekommen, aber ich finde es sehr schwer, hier vernünftige Ergebnisse hinzubekommen. Aufgrund der Beugungsunschärfe, die sich bei großen ABMs noch schneller zeigt, muss die Blende dann recht weit auf gemacht werden. Die Schärfe wird noch dünner und sehr viele Bilder werden für das Stacken benötigt. Bei 2:1 (am Vollformat) mit internem Stacking kannst du womöglich noch f/8 einsetzen und dann braucht du nicht ganz so viele Bilder.

Wenn du ein Makroobjektiv zukaufen möchtest, dass ohne weitere Hilfsmittel über 1:1 hinaus geht, eignen sich u.a. die Gläser von Laowa, z.B. auch das 100mm 2:1 oder eben gleich das 2,5-5fach, wie Alexander schon geschrieben hat. Aber die sind alle rein manuell. Mit Nahlinsen/Zwischenringen kannst du dann noch näher ran. Wenn dir das nicht reicht, müssen Lupenobjektive eingesetzt werden. Beim Uli kannst du nachsehen, welche Lupenobjektive er einsetzt, um noch größere ABMs möglich zu machen.

Bin gespannt auf deine Ergebnisse!

Schöne Grüße

Rob

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