Vielfalt

Insekten auf Blüte

Frage: Auf was soll man sich da genau konzentrieren? Wo muss die Schärfe hin? Wie hätte ich es besser hinbekommen? Bei soviel schönen Tieren fällt das schwer.

 

Kommentare

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ADMIN

Hallo Flora1958,

stimmt, eine tolle Aussage: Biodiversität (biologische Vielfalt) auf einer einzigen Blüte! Dazu halte ich nächste Woche Samstag in Würzburg (Püssensheim) und am 11. März in Uhingen bei Stuttgart einen Multivisions-Vortrag. Das mit der biologischen Vielfalt auf unseren Blütenpflanzen ist ein Hammer-Thema!

Ehe ich zu deiner Frage komme, kurz noch eine Anmerkung zu Licht und Schärfe bei deiner Aufnahme.
Das Licht ist maximal suboptimal, weil es steil und hart ist. Links sind nahezu überstrahlte Bereiche auf der Blüte, rechts dagegen saufen Teilbereiche nach unten ab. Solche Fotos sind am besten bei bedecktem Himmel zu machen.

Die Schärfe ist leider auch bei diesem Bild nicht voll da. Es liegen leichte Verwacklungen vor.

Nun zu deiner Frage:
Hast du mehrere Insekten gleichzeitig auf einer Blüte sitzen, dann ist es das Ziel, solange zu warten, bis möglichst viele gleichzeitig in einer attraktiven Position sitzen. Das ist in der Regel dann gegeben, wenn sie (diese möglichst vielen) in Richtung Fotograf sitzen, man also den Kopf sieht oder zumindest möglichst viel davon. Dann sollten diese zum Fotografen sitzenden Insekten auch noch möglichst in einer Schärfenebene sitzen, also relativ parallel nebeneinander. Ansonsten sind nicht alle scharf, denn hier gilt das Gleiche wie allgemein bei der Tierfotografie: Köpfe und vor allem Augen sollten möglichst voll in der Schärfe liegen!

So jetzt nähern wir uns allmählich der berühmten eierlegenden Wollmilchsau :-). Zähle mal all die "möglichst" im oberen Abschnitt!
Es ist nicht einfach, ein solches Foto gut hinzubekommen. Das ist ein Motiv mit recht hohen Anforderungen. Aber wenn es gelingt, dann hast du den 6er im Fotolotto!
Du musst lange genug warten, bis eine Situation, wie ich sie oben beschrieben habe, eintritt. Und dann, wenn es soweit ist, musst du sofort das "Vögelchen fliegen lassen", sonst hat sich das "Arrangement" auf der Blüte wieder negativ verändert. Du musst also warten, bereit sein und im richtigen Moment schnell auslösen. Tritt dieser Moment nicht ein, dann bleibt noch: Kamera weglegen, mehrmals tief durchatmen und sich am Anblick der Biodiversität erfreuen :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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MOD

Hallo Roland,

danke für deine Ausführungen. Schade, dass du für mich nicht so schnell erreichbar bist wegen des Vortrages. Ich wäre gern gekommen. Aber vielleicht bist du ja mal in Hessen unterwegs.

Ich bemerke immer mehr,dass diese Vielfalt verloren geht. Es ist so schade. Leider haben Insekten keine so große Lobby. Oft höre ich hier von den Obstbauern, dass das alles nur Schädlinge sind. Mich gruselt es dann immer, denn ich möchte nicht ohne diese wunderschönen Tiere sein. Leider wird überall gespritzt und gedüngt. Und die Fruchtfolge wie früher wird auch nicht eingehalten. Mit schlimmen Folgen.

Ich weiß, dass das Foto nicht ganz  scharf geworden ist. Deine Tipps sind daher für mich wichtig und hilfreich. Leider bin ich immer ganz aufgeregt, wenn ich sowas vor die Linse bekomme. Erst einmal paar Mal tief durchzuatmen würde sicher bessere Ergebnisse bringen ;-) Ich merke, da gibt es noch eine Menge zu verbessern. Bald ist es ja wieder soweit, darauf freue ich mich..

Lieben Dank nochmal

LG Gabi

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ADMIN

Hallo Gabi,

da ich relativ häufig Multivisionen halte, ist es durchaus möglich, dass wir uns da mal irgendwo treffen. Wäre interessant. Ich mag solche "Kreisschlüsse" ...

In deinem Absatz über die Vielfalt triffst du voll ins Schwarze - leider! Du schreibst, dass du immer mehr bemerkst, "dass die Vielfalt verloren geht". Woran machst du das fest? Stellst du das fest im Vergleich zu früher - vielleicht im Vergleich zu deinen Kindertagen?


Mir geht es jedenfalls so. Ich bin seit meiner Kindheit/Jugend extrem viel unterwegs, immer in der Pampa, habe quasi "im Gebüsch" gelebt :-). Und das, was ich in dieser doch recht kurzen Zeit - gemessen an der viele Millionen Jahre andauernden Evolution oder den Milliarden Jahren Erdgeschichte - selbst greifen kann an Biodiversitätsschwund-Erkenntnis, das ist absolut erschreckend - in so einem Mini-Zeitrau, weniger als der berühmte Fliegensch... . Der aktuelle drastische Rückgang insbesondere unserer Insekten wird auch von zahlreichen Wissenschaftlern bestätigt und von wissenschaftlichen Studien belegt. Derzeit läuft eine Menge schief auf unserem Erdball.

Die gute Message ist: Immer mehr Leute stellen das auch fest! Und obwohl die Zerstörung erst noch zunehmen wird, koppelt sich gerade parallel dazu eine Bewegung ab. Zur Zeit schlummern überall einzelne Menschen alleine vor sich hin. Sie stellen fest, was da passiert, und sind ziemlich unzufrieden und deprimiert. Und diese Menschen werden immer mehr. Sie denken, sie sind mehr oder weniger alleine. Das sind sie aber nicht! Sie haben nur (noch) zu wenig Verbindung untereinander. Und genau das ist, denke ich, die Aufgabe unserer heutigen Zeit: diese Menschen zusammenführen. Sie miteinander vernetzen.
Unter anderem deshalb halte ich so viele Vorträge. Du kannst dir nicht vorstellen, was ich da häufig in Diskussionen erlebe! Da tauchen diese verstreut sitzenden Menschen auf einmal verwundert auf, geben sich zu erkennen - und freuen sich.

Und genau in diese Richtung gehen auch Valentins und meine Arbeiten hier bei Makrotreff und in der Zeitschrift MAKROFOTO. Unsere biologische Ausrichtung ist kein Zufall, und wir werden diese Ausrichtung ausbauen - zusammen mit Usern wie dir! Über genau diese Schiene haben Valentin und ich uns kennengelernt und unsere gemeinsame Arbeit hier beschlossen.

Ich denke, wir sollten uns immer im Klaren darüber sein, dass wir als einzelner Mensch nicht die Welt retten können. Das müssen wir aber auch nicht. Doch wir haben ein Zeitfenster, wenn auch kleines, in dem wir leben - und in dem wir (be)wirken können. Und das können wir in unserem jeweils individuellen Rahmen nutzen. Vielleicht kommt die Zeit noch, in der draußen die biologische Vielfalt wieder erkennbar zunehmen wird, in der es ganz normal sein wird, inmitten von weitestgehend intakter Natur zu leben. Jetzt ist eine andere Zeit. Jetzt geht es darum, diese Zeit von vielleicht morgen vorzubereiten, mit unseren Mitteln und Möglichkeiten. Jeder redet heutzutage vom "Voten". Gehen wir es an, "voten" wir"! Sagen wir: "Stopp, damit bin ich nicht einverstanden! Ohne mich!" Solche Positionierungen müssen wieder mehr werden, und sie werden zunehmen, da bin ich mir sicher.

Liebe Grüße nach Hessen,

Roland

 

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MOD

Ja, Roland, ich weiß wovon du sprichst. Ich bin auch bei meiner Großmutter im Garten groß geworden und diese hat mir die Achtung vor Pflanzen und Tieren beigebracht.. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ich bin auch oft in der Pampa unterwegs, auch wenn es mir nicht  mal nicht so gut geht, weil das Draußen hilft und heilt.Die Vielfalt von früher gibt es leider schon lange nicht mehr. Wenn ich noch an diese prächtigen Sommerwiesen denke, mit Vögeln, Kröten,Salamandern, Schmetterlingen......  Die heutige Vielfalt ist eigentlich keine mehr.

Und so bin ich froh, daß ich auf eure Seite gefunden habe. Denn da ist man dann mit seinen Interessen und Wirken nicht mehr ganz allein. Ihr leistet hervorragende Arbeit hier!!! Die unterstütze ich gern. Ja, und ihr macht auch Mut weiterzukämpfen für eine bessere Umwelt. Wenn manchmal auch nur in kleinen Schritten.

Wie du schreibst : Gehen wir es an ! :-)

Einen schönen Abend noch

LG Gabi

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