Hallo Roland, habe in mehreren Bildreihen versucht, deine Anregungen umzusetzen.
Bei Blende 5,6, 90 mm und Mindestabstand muss man mit einer Schärfentiefe von ca. 0,2 mm rechnen. Diese Feineinstellung ist mir am Schlitten nicht möglich und brachte für mich unbefriedigende Ergebnisse.
Blende 8 mit einer Tiefenschärfe von ca. 0,5 mm ist für meine Verhältnisse machbar. Allerdings waren bei einer Objekttiefe von ca. 35 mm 42 Stackschritte nötig, um ein für mich befriedigendes Ergebnis zu erreichen.
Glaube aber, dass die feine Oberflächenstruktur der Muschel eine besondre Herausforderung des Stackingprogrammes ist.
Gerhard
Kommentare
ADMIN
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
also zunächst mal die gute Nachricht: Das Bild hat an Wirkung wesentlich dazugewonnen. Die Muschel wirkt gewaltig (groß), fast marzialisch, was allerdings auch mit der insgesamt sehr grau-dominierenden Farbgebung zusammenhängt.
Du hast Dir die notwendigen Stack-Schritte genau ausgerechnet. Damit müsste ja eigentlich alles auch passen. Insgesamt sieht der Stack auch sehr gut aus. Aber ...., auch hier leider wieder ein Aber. Aber ich weiß, Du bist Perfektionist - und Perfektionisten wollen es genau wissen. Also schauen wir es uns genau an. Und das kennst Du ja schon: Wenn ich mal anfange, meine spitze Pinzette rauszuholen und damit anfange zu popeln, finde ich meist auch etwas. Und das ist das oben angesprochene ABER :-).
Nun ABER konkret:
Du hast nicht ganz genau gearbeitet beim Verschieben der einzelnen Ebenen. Dies wird beispielsweise an zwei Stellen am oberen Rand der Muschel deutlich, und insbesondere, wenn Du Dir den Sandgrund links und rechts neben der Muschel ansiehst. Dort sind mehrere, im wesentlichen 2 (3) schmale Ebenen mit Unschärfeverläufen zu sehen - und die ziehen sich natürlich auch nach rechts über die Muschel, sind hier aber deutlich undeutlicher.
Gerhard, wir reden hier von ganz kleinen Dingen! Da muss wirklich die "spitze" Pinzette hervorgekramt werden! Anders ausgedrückt: Das sieht kaum einer (ich will nicht sagen "kein Schwein"). Aber diese kleinen Ungenauigkeiten sind trotzdem da. Und es handelt sich dabei nicht um einen Fehler beim Zusammensetzen der einzelnen Fotos, also beim Bearbeitungsprogramm, sondern um Einstellungs-Ungenauigkeiten bei der Erstellung der Einzelfotos.
Da gibt es allerdings rechts im Bild eine "Erscheinung", die ich mir nicht erklären kann. Am rechten Rand der unteren Muschelhälfte gibt es einen regelrechen (länglichen) Aussetzer: ein weißlich verschwommener Bereich mit länglicher Form. Wie der zustande kommt, keine Ahnung. Hier könnte es sich tatsächlich um ein Software-Problem handeln.
Du äußerst oben die Vermutung, dass es sich bei diesem Motiv um eine "besondre Herausforderung" handelt. Das ist korrekt. Hier sind in der Tiefe der Dreidimensionalität exakte und scharf abgegrenzte Strukturen über die gesamte Bildbreite vorhanden. Das SIND "besondre Herausforderungen"! Bei solchen Motiven gibt es fast nur eine Möglichkeit, diese Ausreißer zu verhindern: Man muss mehr Ebenen fotografieren als eigentlich rechnerisch notwendig sind. Ziel dabei ist es tatsächlich, dass sich die Schärfeneben der Einzelaufnahmen überlappen. Meiner Erfahrung nach setzt dann auch Photoshop das Ganze korrekt zusammen.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
also ich finde das Foto ausgesprochen gelungen!
Besonders schön finde ich die ineinandergreifenden Zähne der beiden Schalenhälften.
Was Roland mit seiner spitzen Pinzette herausholt ist schon beachtlich. Ist mir erst mal nicht aufgefallen, aber das Auge sieht auch nur sehr wenig scharf. Das scharfe Bild kommt erst im Kopf zustande.
Gut, wir wollen alle etwas lernen, und hier bringt die "Pinzettenbegutachtung" wirklich etwas.
Noch ein anderes Thema :
Beim Lesen des Titels "Schellmuschel" habe ich mich gefragt, was das wohl sein soll.
Ich meine, dass es sich um eine Art der Herzmuscheln handelt.
Ich gebe zu, oft ist es schwierig, das was man da gerade fotografiert auch noch zu bestimmen.
Eigentlich wollte ich einen Appell loswerden an die Fotografen, sich mit dem "Objekt", das sie gerade fotografieren etwas näher zu beschäftigen, dem Ding einen Namen zu geben.
Ich weiß, für Anfänger ist das extrem schwer, aber es lohnt sich! Oft ist es noch spannender über das Leben besonders der Tiere zu lesen. Ich kann das nur wärmsten empfehlen.
Ich finde es schade, wenn man es bei Oberbegriffen wie "Blume" oder "Tier" belässt.
Und wenn's gar nicht geht, kann man immer noch jemanden fragen.
Die bei Makrotreff scheinen sich ganz gut auszudenken ;-))
Mein Tipp:
Im Internet kann man auch nach Bildern/Fotos suchen.
Und dann gibt es noch Wikipedia und sonstige Bestimmungslektüre.
Mich haben seit letztem Jahr die Wanzen "befallen", ein echt spannendes Thema!
... und wie schön die sind !!!
Liebe Grüße an alle Naturbegeisterte und solche, die es werden wollen.
Water Castle
Danke für deine Bemerkungen…
Danke für deine Bemerkungen. Ein Ölgemälde großer Meister wirkt auch nur aus der Entfernung, aber nur der Fachmann erkennt die Qualität und Echtheit mit der Lupe.
Ich fotografiere schon länger, aber in der Nähe versuche ich mich erst seit kurzer Zeit, deshalb bin ich froh, dass ich über einen Literaturhinweis auf Makrotreff gekommen bin und freue mich über die kritischen Analysen.
Ich komme mehr von der Technik her, deshalb war für mich bisher das Motiv selbst zweitrangig, ob aus der unbelebten oder belebten Natur, sondern die Frage, wie fotografiere ich es? Das habe ich auch schon mit Roland diskutiert und kenne nun die Schwerpunkte von Makrotreff.
Für mich sind zunächst Bezeichnungen wie Kristall, Kaktus, Muschel ausreichend. Shellmuschel ist schon überbestimmt und möglicherweise, wie du bemerkst, falsch.
In die lateinischen Benennungsstrukturen werde ich mich nicht mehr einarbeiten. Wenn jemand einen Vorschlag macht, werde ich ihn gerne in die Bildbeschreibung übernehmen.
Vor wenigen Wochen war mir der Begriff Stacking noch unbekannt, heute erkenne ich seinen Anspruch.
Gerhard
Hallo Gerhard,…
Hallo Gerhard,
es ist gut, dass Du so offen über das Deine Motivation schreibst.
Ich finde jede Herangehensweise an das Thema Fotografie berechtigt und nachvollziehbar.
Deshalb: Ich wollte keine Kritik üben, sondern wollte im Sinne der "Mission" von Makrotreff (siehe ganz unten auf der Startseite) anregen, sich mit den fotografierten Motiven näher zu beschäftigen.
Der Appell war nicht speziell an Dich gerichtet.
Meine rein persönliche Interessenlage ist sicher auch sehr individuell.
In der Naturfotografie kann man ein oder mehrere Fotos machen eines Motivs und es ist gut. Das ist auch bei mir wohl in der Regel so.
Zweck der Aufnahme recht unterschiedlich:
- technisch perfekt
- einfach schön
- Nachweis
- Motiv im Verlauf der Zeit
...
- oder mehrere Zwecke gemeinsam.
Alle sind gerechtfertigt!
Manchmal jedoch lohnt es sich an einem Thema dranzubleiben. Das wollte ich anregen.
Ein aktuelles Beispiel :
In einem gekauften Blumenkohl saß eine große Raupe. Wir hätte sie entsorgen können.
Stattdessen wurde sie von uns durchgefüttert bis zur Verpuppung.
Leider haben wir den Schlüpfvorgang nicht bemerkt und der Falter ist uns erst mal in die Wohnung entwischt, weil wir nicht damit gerechnet hatten, dass die Verwandlung so schnell geht.
Es war für uns echt spannend; bestimmen, was für eine Raupe das ist, die Ansprüche des Tiers zu erfüllen, hoffen, dass sie durchkommt, die Verpuppung, der fertige Schmetterling :-)))
Über all dem haben wir, auch zum Wohle des Tieres, nicht primär ans Fotografieren gedacht.
Es gibt ein paar Aufnahmen, nichts Besonderes, der Kohleule, als welche wir sie bestimmt haben.
Warum schreibe ich das?
Natur ist spannend, mit Schönheiten, Familienleben, Krimis, Mord, Totschlag, List, Tücke, Anmut, Unerwartetem, und vielem mehr.
Für mich ganz persönlich ist das ein Quell der Freude und Lebensqualität.
Und die Fotografie kommt als i-Tüpfelchen oben drauf!
Dafür muss ich mich mit allen Themen beschäftigen. Die Fotografie ist für mich nicht nur Technik, obwohl ich auch aus dieser Ecke komme, denn technische Perfektion alleine reicht mir nicht für ein gutes Foto.
Makrotreff hat ganz ordentliche Anforderungen an ein perfektes Foto. Das ist auch gut so.
Aber das perfekte Foto gibt es meiner Meinung nach nicht. Es spielt viel Persönliches mit.
Deine Herzmuschel gefällt mir, wie gesagt, sehr gut. Es spielen sicher Emotionen von Urlaub und Meer mit und technisch fast perfekt ist sie auch.
Aber wusstest Du, dass Herzmuscheln springen können? Durch das schnelle Umklappen ihres Fußes können sie auf dem Sediment mehrere Dezimeter weit springen. Eine Herzmuschel und Springen? Wer hätte das gedacht?
Das habe ich durch Deine Aufnahme inspiriert erfahren.
Danke Gerhard :-)))
Hallo Gerhard, Water Castle,…
Hallo Gerhard, Water Castle, Roland und Valentin
Als immer noch Newbie im Makro-Treff beschäftige ich mich - mit sehr viel Lerneffekt - auch mit den älteren Einträgen im Forum. Die oben geführte Diskussion ist so ein typisches Beispiel, was den Makro-Treff aus all den Foren, die ich bisher kenne, heraushebt. Der hohe Anspruch an Qualität, der sorgsame Umgang untereinander, die wohlwollende Kritik, das Vermeiden von Platitüden, der Mix aus Technik, Natur, Kreativität.
Hoffen wir, dass dies Qualität erhalten bleibt. Danke für eure Beiträge und euer Engagement für die Makrofotografie!
Mandi
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