Blauschillernde Sandbiene

Die Blauschillernde Sandbiene, auch Senf-Blauschillersandbiene genannt, ist eine imposante Wildbiene. Mit ihren weißen Haarbüscheln und den langen dunkelblau-schillernden Flügeln, die sie beim Blütenbesuch abspreizt, ist sie sehr auffällig. Leider ist sie selten, laut Roter Liste gefährdet und im Bestand abnehmend. Ich bin froh, dass ich in den letzten Wochen einige Zeit mit ihr verbringen konnte - Dank dem Mensch, der einen Teil einer Wiese gegen ein Wildpflanzen-Beet, u.a. mit Ackersenf getauscht hat. 

Bei Sonnenlicht ist der strahlende Senf und die glänzende dunkle Biene herausfordernd für die Belichtung. Auch wenn ein dünner Schleier vor der Sonne definitiv passender wäre, würde ich mir es nie nehmen lassen, auch bei autentischem Sonnenlicht eine seltene Wildbiene abzulichten ;-). Die Rawentwicklung war jedoch keine große Freude. Immer wieder habe ich kleinste Anpassungen vorgenommen und war nie ganz zufrieden. Die Belichtung hat glücklicherweise so gepasst, dass nur unwesentliche Bereiche zu hell oder zu dunkel waren. Im Endeffekt habe ich nur den HG aufgehellt, Lichter etwas zurückgenommen, selektiv geschärft und entrauscht und die Farben etwas angepasst. 

1/4000s, f/5, ISO400, ca. 20% Beschnitt

Meine Fragen:

Habt ihr diese Sandbiene schon einmal gesehen?

Hat jemand Ideen für eine andere/bessere Rawentwicklung/Nachbearbeitung?

Vielen Dank!

Kommentarbereich

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MOD

Hallo Rob,

ich hab diese Biene noch nie vorher beobachten können. Sie ist wirklich eine Schönheit. Da der Senf von Juni bis September blüht besteht also noch eine Chance sie dort anzutreffen. Deshalb finde ich es klasse, dass Du Dein Bild  gerade jetzt zeigst. Geht diese Biene auch an Raps? 

Deine Bearbeitung gefällt mir persönlich sehr gut. Ich kann Dir da also keine Verbesserungsvorschläge machen, die der Biene noch zuträglicher wären. :-) Für mich kommt sie super raus. Ich hätte lediglich den unteren spitzen, abgeblühten Teil , der nach oben links zeigt retuschelt, weil man seine Verzweigung am Hauptstiel nicht mehr sehen kann. Aber das ist echt Geschmackssache und für das Bienenbild vollkommen unerheblich. ;-) 

Ganz liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Hi Gabi,

vielen Dank für deinen Kommentar! Ich habe diese Wildbiene dieses Jahr auch zum ersten Mal gesehen ;-). Wie ich gelesen habe ist im Juli bereits die Flugzeit vorüber. Sie kann offenbar auch am Raps beobachtet werden, aber da sie gefährdet und selten ist, stehen die Chancen nicht gut. Ackersenf mag sie wohl auch lieber.

Du hast völlig Recht. Den unteren Teil der Pflanze hätte ich schon retuschieren sollen. Ich mache nur eine erweiterte Rawentwicklung und bin nahe an der Ausgangsdatei. Solche Eingriffe mache ich so gut wie nie, aber sollte in Einzelfällen von dieser Regel auch mal abweichen ;-) Danke für den Hinweis!

Gute Zeit dir!

Rob

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Makronist

Hallo Rob,

die Flugaufnahmen hat du echt drauf: Kopf und Thorax knackescharf, das Abdomen läuft etwas aus der Schärfe (was für mich die Dynamik des Anfluges unterstreicht), die Flügel nicht statisch, sondern in lebendiger Unschärfe (bei 1/4000 s). So soll es sein. Klasse Aufnahme!

Die Blauschillernde Sandbiene heißt bei Wiki auch Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima). Dort ist auch nachzulesen, dass sie fast nur noch in Südwestdeutschland anzutreffen war, es mittlerweile aber auch Funde in Hessen und Hinweise auf Vorkommen in Sachsen gibt. Sie liebt wohl die Wärme, vielleicht kommt sie ja mit dem Klimawandel auch noch in den hohen Norden? Bei mir wäre sie willkommen ;-). Damit ist deine Frage beantwortet: Ich habe sie bisher noch nie gesehen und nicht einmal von ihr gehört.

Zur Bearbeitung kann ich keine Tipps geben. Aber Gabis Idee, den abgeblühten Teil rauszustempeln, finde ich überlegenswert.

Lieber Rob, hab weiterhin viel Spaß beim Entdecken und Fotografieren!

Ingo

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Makronist

Hallo Ingo,

dankeschön! Ich verwende seit kurzem, den elektr. 1. Verschlussvorhang und meine, dass die Flügel dann etwas dynamischer rauskommen. Es hat schon einige Tage gedauert, bis ich wenige Flugaufnahmen und ein paar Belegbilder zusammen hatte. Am Anfang war ich nervös (weil seltene Wildbiene) und konnte das Flugverhalten schwer einschätzen. Die Wildbiene hat meine Anwesenheit glücklicherweise toleriert. Ich hoffe sehr, dass die Bestände zunehmen und sie es bis zu dir hoch schaffen. Es kann aber auch sein, dass diese Art in wenigen Jahren verschollen ist. In Augsburg habe ich einige gefährdete Wildbienen noch gefunden. Die Unwetter und Hochwasser waren aber auch für diese Tiere ein harter Schlag dieses Jahr. Hier in der Region wird mittlerweile schon einiges getan, um heimische Wildpflanzen und Wildbienen zu fördern. Ob das ausreicht, um gefährdete Arten zu erhalten, ist trotzdem offen. 

Sonnige Grüße in den Norden!

Rob

 

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Makronist

Hallo Rob, ich habe mir Dein Bild und auch dein anderes Portfolio mehrfach angesehen. Du machst wirklich sehr eindrucksvolle und detailreiche Fotos von Deinen "Lieblingstieren". Also,  so interpretiere ich deine Fotos jedenfalls, kommt es dir auf das Dokumentarische (?) an und da wüsste ich nicht, was man besser machen könnte. Deine Frage nach einem anderen (besseren ?) RAW-Entwicklungsprozess ist schwierig zu beantworten. Du schreibst, dass Du 20% beschnitten, selektive Detailschärfungen vorgenommen und das Bild vom Rauschen befreit hast. Damit bis Du schon ziemlich tief in die Retusche eingestiegen. Allein diese drei Maßnahmen beeinflussen sich nach meinen Erfahrungen gegenseitig (heben sich sogar wechselseitig auf), so dass Du in einen "Teufelskreis" gerätst. Das kann einen zur Verzweiflung bringen ;:-). Dabei spielt auch der Kamerasensor (Vollformat, APS-C oder MFT) eine Rolle. Einen richtig guten Tipp zur Verbesserung kann ich Dir aber auch nicht geben. Ich drücke in einem solchen Fall die Resett-Taste, schlafe drüber und fange neu an. Ich nutze übrigens viel die Nik-Collection. weil sie nach meiner Ansicht eine sehr gute selektive Bearbeitung bietet - besonders die neue Version - und aus LR - mein Vorzugstool- oder PS direkt anzusteuern ist. Wenn es überhaupt erforderlich ist, nutze ich zum Entrauschen "Dfine". Das kann man sehr gut steuern - ohne gleich alles glatt zu bügeln.  Aber sei es drum, das von Dir gezeigte Ergebnis ist auch für mich sehr gut!

War das eine Hilfe :-)?

Liebe Grüße Ecki

 

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Makronist

Hallo Ecki,

vielen Dank für deinen Kommentar! Freut mich, dass dir meine Bilder gefallen. Die Frage nach dem Ziel/Ansatz ist nicht so leicht zu beantworten. Geändert haben sich die Ziele zudem. Im Moment versuche ich in meinem Umfeld so viele (auch gefährdete) Wildbienenarten, wie für mich möglich, zu entdecken und zu dokumentieren. Ich komme noch nicht davon los, die Tiere in Aktion, im Flug ablichten zu wollen. Mir gefällt das einfach und manchmal kommt ein Dokument und Kunst zusammen. Wenn ich ein Tier noch nie im Flug fotografieren konnte mache ich gerne auch Abstriche bei der Kunst ;-). 

Ich verwende nur Darktable, ein erweiterter Raw-Entwickler mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, und habe mich leider noch nicht, so wie du, in die von dir genannten Programme eingearbeitet. Sollte ich wohl mal machen. Topaz wäre auch mal einen Test wert. 

Du hast völlig Recht, dass Maßnahmen wie Entrauschen und Schärfen sich gemeinsam gegen ein Bild verbünden können. Da passe ich aber doch ziemlich auf. Geschärft wird hauptsächlich selektiv und beim Entrauschen erhalte ich die allermeisten Details durch verschiedene Einstellungen. Bei diesem Bild war ich eher unsicher bei dem dunklen HG der Rawdatei und bei den Einstellungen zu Helligkeitswerten und Farbwerten.

Ein Bild dann mal öfter liegen zu lassen und eine Nacht darüber zu schlafen ist ein super Tipp. Mir hilft jede Rückmeldung weiter, weil wir zusammen einfach mehr sehen ;-).

Schöne Zeit dir!

Rob

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