Heidekraut im Sonnenuntergang

... fotografiert im Februar 2018 m Berggarten Hannover.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Horst Husheer ...,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Mit Deinem Heidekraut-Bild hast Du ein sehr stimmungsvolles Foto eingestellt: wundervolles Licht, tolle Farben. Zwei Dinge möchte ich ansprechen:

Licht

Die untere Bildhälfte säuft ein wenig ab. Hier wird alles etwas zu dunkel. Das ist eigentlich logisch, weil das Licht oben bzw. im Hintergrund ist und die Gesamtbelichtung entsprechend nach unten zieht. Dennoch ist der Gegensatz von oben zu unten im Bild etwas zu groß. Insbesondere im direkten Vergleich zu oben wirkt die untere Hälfte leicht trübe.

LÖSUNG:
Dies wäre so eine klassische Situation für das HDR: Die Erstellung von zwei Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, die nachher zusammengesetzt werden.
Die Gefahr hierbei ist, dass der untere Teil zu hell wird. Dies geschieht sehr schnell, muss aber bei Deinem Motiv in jedem Fall vermieden werden, weil ansonsten die tolle Bildstimmung futsch ist. Hier geht es tatsächlich um Nuancen.

Aus diesem Grund würde ich nur mit den Möglichkeiten der Bildbearbeitung angreifen und die dunklen Lichtbereiche etwas nach oben ziehen. Das dürfte ausreichen. Gegebenenfalls gleichzeitig die Kontraste etwas erhöhen – und dann die Bildergebnisse miteinander vergleichen.

Schärfe

Die Schärfe liegt sehr schön auf den Nadeln des "Hauptmotiv-Zweigs". Dort gehört sie auch hin. Gleichzeitig sollte sie aber auch die Vorderseite der wunderschönen Heidekraut-Blüten erreichen. Die befinden sich aber geringfügig vor der Schärfeebene – und sind damit leicht unscharf. Natürlich steuert das Betrachterauge sehr schnell genau zu diesen Blüten. Die bietest Du als Fotograf dem Betrachter an, und die will er scharf sehen.

LÖSUNG:
Die Lösung ist nicht ganz einfach. Das Verlegen der (vorhandenen) Schärfeebene darf nicht zu einer Unschärfe in den oben angesprochenen Nadeln führen. Sie stellen eine Kontrastkante dar und ziehen ebenfalls den Betrachterblick stark an. Also muss die Schärfeebene vergrößert werden. Eine geringe Erweiterung würde reichen. Dennoch würde diese Erweiterung auch dazu führen, dass der Hintergrund etwas strukturierter wiedergegeben würde, also die Tiefenschärfe zunimmt. Das wiederum wäre nicht wünschenswert, weil der Hintergrund dann zu sehr vom Hauptmotiv, dem leicht schräg gestellten Heidekraut-Zweig, ablenken würde.

Dies ist ein klassischer Fall für Focus Stacking. Unter Beibehaltung der offenen Blende 2.8 (Hintergrund-Wiedergabe!) ein paar Fotos mit verschobener Schärfeebene machen und anschließend zusammensetzen. Hier reichen drei bis acht Fotos aus (ausprobieren!), mit der Schärfeschrittstufe 2 Deiner Kamera. Dann hast Du beides: vordere Blüten + seitliche Nadeln des Hauptmotiv-Zweigs scharf, Hintergrund weiterhin unscharf.

Was ich hier anspreche sind relative Kleinigkeiten. Der Lichtabfall nach unten ist gering, und die Unschärfe in den vorderen Blüten ist nur bei größerer Vergrößerung zu sehen. Damit ist Dir also bereits ein sehr schönes Foto gelungen!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland 

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