Herbst-Anemonen

Eine weithin bekannte Pflanze und Gast in sehr vielen Gärten und Blumenläden. Das Elgeet bringt sie sehr schön zur Geltung.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Jürgen,

das Elgeet zeigt hier sein enormes Mal-Potenzial in Verbindung mit einer hohen Schärfe. Das Bokeh ist eine Wucht.

Dies hat jedoch auch zur Folge, dass das Hauptmotiv – die mittlere Blüte, die in der Schärfe liegt – etwas untergeht. Das mächtige Bokeh zieht den Betrachterblick sofort auf sich. Hier trifft ein wenig der Spruch zu, den ich bei den Workshops immer wieder zeige:

Der Oscar geht an den Nebendarsteller!

Das ist die Höchststrafe für den Hauptdarsteller. Und so ist es hier auch ein wenig.

Es wäre also eine Überlegung wert, dieses Motiv mit einem Objektiv abzulichten, dass bei gleicher Vorder-Hintergrundkonstellation den Hintergrund etwas beruhigt, aber natürlich immer noch deutlich "malt". Das wäre entweder

  • ein Objektiv mit gleichen Daten (also so um die 50mm mit einer offenen Blende 1.5), oder
  • ein Objektiv gleicher Brennweite, aber noch offeneren Blende (z.B. 1.2 oder 0.95), oder
  • ein Objektiv mit längerer Brennweite bei gleicher Blende 1.5 (z.B. das Cyclop).

All diese Varianten würden das Hauptmotiv etwas mehr vom Hintergrund isolieren und damit seine Bedeutung als Hauptmotiv kräftigen. Das Verhältnis Hauptmotiv zu Negativraum (hier in diesem Fall die Unschärfen im Hintergrund) wäre ausgeglichener.

Das alles heißt nicht, dass dies kein tolles Bild ist. Und so mancher Betrachter (vor allem überzeugte Vintage-Makronisten 😃) wird auch in die Runde werfen, er fände es so, wie es ist, einfach klasse. Und das stimmt ja auch. Dennoch sollte auch das angesprochene Verhältnis beachtet werden.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

vielen Dank für den sehr konstruktiven Kommentar. Als überzeugter Vintage-Makronist werde ich mein Bokeh natürlich mit Händen und Füßen verteidigen. Aber ich sehe natürlich auch, dass man je nach Geschmack in einen kleineren Gang zurückschalten kann und es ggf. mit einem 1.2 Objektiv oder gar mit der "Dream Lens" versucht bzw. verschiedene Aufnahmen miteinander vergleicht.

Wenn es auch mir einmal zuviel wird, habe ich bereits des öfteren halbwegs erfolgreich versucht, dies bei der Bildbearbeitung abzumildern. So macht es schon etwas aus, wenn man den Kontrast und die Mikrokontraste nur beim Hauptdarsteller bearbeitet (anhebt). Ich glaube auch, dass dem Hauptdarsteller geholfen werden kann, wenn man ihm etwas mehr Licht gibt ("Spot an"). Jedoch so maßvoll, dass man es nicht auf den ersten Blick sieht. In gleicher Weise kann man im Bokeh ein klein wenig Licht herausnehmen.

Ich freue mich aber bereits, wenn der unvorbereitete Betrachter das Bild erstmals sieht und so etwas wie "Boaah" murmelt.

Noch ein schönes Wochenende

Jürgen

 

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ADMIN

Hallo Jürgen,

nicht nur der unvorbereitete Betrachter des Bildes wir ein unüberhörbares "Boaah" murmeln, dessen bin ich sicher :-).

Aber du weißt ja, ich bin ein Fan vom Ausschöpfen aller Möglichkeiten bereits beim Fotografieren, sodass die Bildbearbeitung am Rechner nur noch auf ein Minimum reduziert wird. Ich bin halt lieber draußen... :-). Aber klar, über Bildbearbeitung lassen sich dann noch einige Dinge verschieben oder korrigieren.

Liebe Grüße

Roland

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MOD

Hallo Jürgen,

für mich ein absolut klasse Vintage-Gemälde.Mein erster Ausspruch war also Wow! Wie schön ist das denn. :-)

Dennoch kann ich Rolands Einwände voll nachvollziehen. Es wäre nochmals einen Versuch wert mit den von ihm genannten Alternativen. Hast Du die Blumen bei Dir im Garten und kannst nochmal wiederholen?

Liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Hallo Gabi,

leider kann ich die Aufnahme nicht 1:1 mit anderen Objektiven reproduzieren. Die Blumen standen in einer öffentlichen Anlage und mir war es nicht möglich, dort genau den oder einen einigermaßen identischen Bildausschnitt zu finden. Ich habe zwar einige Fotos mit f/1.2 Objektiven gemacht, jedoch differierten die einzelnen Abstände, so dass ein richtiger Vergleich nicht möglich war. Ich hatte auch den Eindruck, dass sich die Pflanzen etwas verändert hatten.

In der Sache stimme ich natürlich Roland zu. Wenn man das Bokeh etwas zähmen möchte, dürfte beispielsweise ein 1.2 Objektiv geeigneter sein. 

Noch ein schönes Wochenende.

Jürgen

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MOD

Hallo Jürgen,

das ist ja wirklich super, dass Du es nochmal probiert hast. Aber ich denke die Anemonen bewegen sich so oft im Wind dass die Situation immer eine andere sein wird. Das geht nur, wenn man gleich raus kann wie z.B. in den Garten und dann probiert. Selbst dann bleibt es schwierig. Egal, sicher hast Du mit dem Oly eine fast genauso schöne Situation einfangen können oder es gelingt noch.

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Probieren und auch ein schönes Wochenende. :-)

Liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Boah! :-) So, das wäre gesagt und sicher zurecht.

Hallo Jürgen,

ja Rolands Vorschläge sind immer bedenkenswert und ich lese sie mit hohem Interesse, weil man das ja auch ausprobieren kann. Ich kenne gerade bei den Herbstanemonen, die ich selbst im Garten habe, den Effekt eines 50mm 0,95. Das ist ganz anders, aber deswegen ist Dein Bild, für mich als Bokeh-Freak trotzdem eine Freude. So isses eben manchmal mitte Geschmäckers. Wie im richtigen Leben ;-)

lg

wolffslicht

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Makronist

Hallo Jürgen,

Herbstanemonen sind schöne, aber schwierige Motive, wie ich finde.

Auch wenn der Oscar an die Nebendarsteller verliehen wurde ;-) mag ich dieses Bild sehr. Bin ebenso ein Fan von wildem Bokeh wie Wolfslicht und das könnte ich mir sogar an der Wand vorstellen.

Viele Grüße, Jana 

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