Stemonitis fusca

Die hatte ich schon länger nicht mehr gefunden. 2:1  / 24Frames / gestapelt / unbeschnitten. Ringleuchte und LED Lenser. Bei diesen Motivgrößen ist Licht und Hintergrund gar nicht so einfach

Kommentare

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ADMIN

Hallo Wolfgang,

ein irre interessantes Pilz-Gebilde! Kann ich mir stundenlang anschauen.

Toller Bildaufbau, recht sauberer Stack.

Aber: Warum fehlt in diesem Bild rundum die knackige Schärfe, die sonst Deine Fotos aufweisen?

Ich vermute, es ist die Summe folgender Faktoren:

  • ISO-800 – leichtes Rauschen
  • Blende 10.0 – bei diesem Abbildungsmaßstab bereits recht deutlich sichtbare Beugungsunschärfen
  • 1/10s – gegebenenfalls Mikroverwacklungen?

Wie schätzt Du es ein?

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Wolfgang Zeiselmair
Makronist

Grüß Dich Roland,

jetzt tue ich mal was, das ich sonst nicht mache und sage, trotz des berechtigten Meckers, bin ich doch recht zufrieden damit. *grins*
Aber der Reihe nach: ISO 800 am Vollformat sollte keine Probleme machen, sichtbares Rauschen bekomme ich erst bei merklich höherer ISO. Mein kleines Berlebach steht wie festgemauert und live view sollte wie Spiegelvorauslösung funktionieren. Aber jetzt kommts, Blende 10 bei 2:1. Das ist was ich normalerweise vermeide. Bei den Stemonitis geht es nicht anders (oder besser gesagt ich weiß es nicht anders). Grund sind die sich wild kreuzenden Füße. Da sie sich virtuell auf verschiedenen Entfernungsebenen kreuzen (in der Geometrie nennt es sich "windschief") ist es bei sehr kleiner Tiefenschärfe physikalisch nicht möglich beide  beim Stack scharf zu bekommen. Im Kreuzungsbereich wird immer der Saum des vordere, den hinteren beeinflussen. Bei geschlossener Blende ist das weit besser. Dann aber kommt die Beugungsunschärfe ins Spiel. Als nächstes sind die Schleimer sehr dezent ausgeleuchtet, was einen weicheren Gesamteindruck ergibt. Grund hierfür sind wieder die Füße die bei zu viel Licht wie schwarz lackiert glänzen. Last but not least, die Oberfläche der Schleimer. Die ist wie gepudert und lässt die Guten weicher und unschärfer erscheinen als sie wirklich sind.
Ganz schlimm ist es bei "blühenden" geweihförmigen Schleimpilzen. Da habe ich unter der Aufnahme von Thomas Kappel ein Detail eingestellt. Hier bin ich komplett gescheitert. Keine Ahnung wie man so etwas Aufnimmt dass es scharf wirkt (auch wenn es scharf ist)
Schade, dass wir so weit auseinander sind, das ist eine Herausforderung der man sich im Wald bis zum Hexenschuss begeistert stellen kann *lach*

Servus
Wolfgang

p.s.: hier sind die exif Informationen da, sie sind aber auch oft im Nirvana verschwunden. Keine Ahnung wieso. Kann es sein, das wenn das Bild zu groß ist und ich es in PS öffne und verkleinert abspeichere die Infos verloren gehen?

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die vielen und interessanten Informationen.

Diese Art der (Mini-)Pilzfotografie, wie Du sie betreibst, ist schon was ganz was Besonderes, was ganz was Individuelles. Hier herrschen nahezu eigene Gesetze. Deshalb ist es so interessant, diese Hintergründe zu erfahren.

Deine Ausführungen sind ein Beleg dafür, wie wichtig es sein kann, ein Foto zu verstehen. Nur mit diesem Wissen kann man verstehen, warum das Bild so ist wie es ist – und warum es nicht anders ist. Deine Fotos sind eine dicke Bereicherung hier auf Makrotreff.

Nochmals vielen Dank für diese Erläuterungen.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Mainecoon
Makronist

Hallo Wolfgang,

zu deinem P.S.: Ja das liegt an PS, wenn du nämlich die Funktion "für Web verkleinern" nutzt. Alternative ist "Speichern unter" und dann im angebotenen Pop up die Größe des Bildes reduzieren. Geht zwar nicht von z.B. 48 auf 2 MB, aber wir können hier ja ziemlich große Bilder einstellen.

Ich krieg das Bild zweier am Boden kriechender Männer mit Kameras nicht aus dem Kopf: "Männer, die auf Pilze starren" oder so...

grinst

Mainecoon

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