Ü-Eier – Parasitoid Telenomus sp. in Wanzeneiern

Eigentlich wollte ich wieder eine Serie wie diese hier machen. Doch es kam anders...

Wie viele parasitoide Wespen befällt auch die Art (Telenomus sp., vmtl. telenomus turesis) Wanzeneier. In der Tat war das komplette Gelege befallen. Die weibliche Wespe legt ihre Eier in die (frisch gelegten) Wanzen-Eier. Diese schlüpfen und ernähren sich über die gesamten Larvenstadien hinweg von dem Wanzen Ei, bis sie dann nach ca. 2-3 Wochen als erwachsene Tiere schlüpfen (siehe Bild 2). Einziger Nachteil dieser Strategie: Man kann nicht größer als ein Wanzen-Ei werden, also so 1,5-2 mm max. Bemerkenswert finde ich die extreme Behaarung der Flügel dieser Tiere - sie kommt hier durch die Dunkelfeld-Beleuchtung besonders (weiße Härchen) zur Geltung.

Übrigens: Noch kleiner sind diese parasitoiden Wespen, Motteneier sind eben noch kleiner als Wanzen-Eier. Das Entwicklungs-Prinzip bleibt aber dasselbe.

Verwendete Objektive: Mitutoyo 5HR NA 0.21 (Bild 1) und 20x NA0.42 (Bild 2 und 3)

Schöne Grüße

Uli

Kommentare

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ADMIN

Hallo Uli,

diese Dokumentation ist sowohl fachlich/inhaltlich als auch fotografisch wieder einmal vom Allerfeinsten!

Es gibt, wie du bereits schreibst, sehr viele Parasitoide (Erklärung für die Leser: Parasitoide sind Tiere, deren parasitisches Verhalten zum Tod des Wirtes führt). Sie sind die großen Regulatoren unserer Ökosysteme. Ohne Parasitoide funktioniert die Selbstregulation von Ökosystemen nicht.

Das ist ein sehr großes Problem beim aktuellen Insektensterben, das den meisten Menschen nicht bewusst ist und über das kaum gesprochen wird. Die nahezu ausschließliche Fixierung auf gut sichtbare, möglichst "schöne" Insekten wie Schmetterlinge oder Bienen führt zu einer gefährlichen Falscheinschätzung der Situation in der Natur.

Sehr schön zu sehen bei deinem 1. Foto ist die Dunkelfärbung der Eier. Während diese Wanzeneier im nicht parasitierten Zustand hell sind, färben sie sich nach erfolgter Eiablage des Parasitioden rasch dunkel, sodass man den Übergang in diesen neuen Zustand von außen sehr gut feststellen kann.

GRATULATION zu dieser TOP-Fotoserie!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland  

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Makronist

Danke, Roland fürs Schleiferl. Dass die Eier dunkler als üblich sind, ist mir schon aufgefallen. Aber ich dachte halt, das sei eine andere Wanzenart. Unwissenheit kann das Leben manchmal auch spannender machen :-)

Was mir noch aufgefallen ist: Die Wanzen-Eier haben ja eine so schöne runde "Soll-Bruchstelle", die von den Wanzen-Nymphen auch feinsäuberlich genutzt wird (siehe 2. Bild in dieser Serie). Die Wespen hingegen fressen sich völlig unstrukturiert durch den Deckel.

Schöne Grüße

Uli

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ADMIN

Hallo Uli,

ja, genau, dieser perforierte Deckel ist genial! Die schlupfbereite Larve (die bei Wanzen Nymphe genannt wird) verfügt über einen eigens für den Schlupfvorgang konzipierten Eizahn, mit dem sie diesen Deckel von innen aufstößt. Den haben die Parasitoid-Wespen nicht. Deshalb läuft das Schlüpfen bei denen etwas "unsauberer" ab.

Funktioniert aber trotzdem :-)!

Liebe Grüße
Roland 

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MOD

Hallo Uli,

ich ziehe mal wieder den Hut vor Dir und Deinen Fotoarbeiten. Immer wieder hoch interessant und informativ. Vielen Dank für Deine tolle Einstellung hier! Zum hochverdienten Toppi gratuliere ich Dir ganz herzlich.

Liebe Grüße

Gabi

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