Haarmücken (Bibionidae)

Sie fliegen wieder, z.T. in größeren Schwärmen!

Alle Haarmücken (Bibionidae) weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Die Weibchen sind etwas größer als die Männchen, haben aber einen deutlich kleineren Kopf mit kleinen, seitlich sitzenden Facettenaugen (Bild 2). Die Männchen hingegen haben ein spezielles zusätzliches Augenpaar, das größere Facetten aufweist und einen "360°-Panoramablick" nach oben gewährt (Bild1). Jeweils 7 Ommatiden sind miteinander verschaltet, wodurch eine sehr hohe Sensitivität auf Bewegungen erreicht wird. Die oberen und unteren Augen werden zudem von verschiedenen Gehirnarealen ausgewertet - also "Parallelprocessing", lange bevor Intel den 2-Kern Prozessor erfunden hat. 

Und wozu das Ganze? Natürlich um die Weibchen besser sehen und finden zu können!

(Also zwar andere Sensorik wie bei den Zuckmückenmännchen, aber gleicher Grund für den Aufwand)

Warum die Tiere Haarmücken heißen erschließt sich von selbst. Aber insbesondere die Haare in den Augen ("Wimpern") sind besonders, und schützen vor Verunreinigungen. In Bild 3 ist eine Märzfliege (m) gezeigt, die über und über voll war mit Pollen - nur die Augen sind sauber! (Auch hier ist das zweigeteilte Auge gut zu sehen, aber leider nicht so schön farblich abgesetzt wie bei  "Dilophus febrilis", deutscher name: Dunkelflügelige Haarmücke, Bild 1).

 

Kommentare

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Makronist

Moin Uli,

Haarmücken habe ich auch schon "geknipst", aber natürlich nicht in diesem ABM. Valentin würde "Wahnsinn" sagen ;-).  Tolle Aufnahmen. Und dazu noch die biologischen Hintergründe. Unglaublich, welche Optimierungen die Evolution hervorbringt - letztlich immer mit dem Ziel, einen Vorteil bei der Weitergabe des Erbgutes zu erlangen. Danke fürs Einstellen und die Erläuterungen!

Beste Grüße aus dem Norden

Ingo

Profile picture for user Flora1958

MOD

Guten Morgen, Uli!

Mal wieder ein paar "Leckerbissen" von Dir für uns. Vielen lieben Dank für Deine Einstellungen und Erläuterungen auch von mir. Die Haarmücke scheint der Punk unter den Mücken zu sein, so puschlig wie sie( eigentlich ja er) ist. Die "Dame" schaut aus wie ein futuristischer Hase aus einer anderen Galaxis. :-)Wie unterschiedlich die beiden doch sind!  Bei Bild 3 finde ich es auch erstaunlich, wie sich die Pollen überall verteilt haben, nur eben nicht an den Augen. Man sieht hier deutlich, wie wirksam der Schutz ist.

Ich wünsche Dir und der lieben Biologin ein schönes Wochenende.;-)

Liebe Grüße

Gabi

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