Hallo Roland,
das Thema " Büschelblüten " hab ich jetzt nochmal aufgegriffen .
Das Alpenveilchen war in einem Gewächshaus wo ich Gelegenheit hatte mich aufzustützen umso die relativ lange Belichtungszeit von 1/125 gegenüber der Brennweite 146mm auszugleichen ( man sagt ja Verschlußzeit mindestens so kurz wie die Brennweite um Verwacklungen zu vermeiden).Die Blende konnte ich nicht mehr schliessen, da das Wetter und die allgemeinen Lichtverhältnisse nicht so toll waren (hab am PC noch ein bisschen aufgehellt).Scharfgestellt hab ich bewußt auf die mittlere vordere Blüte .Die unteren Blätter hab ich auch bewußt in der höhe mit eingebaut (das hab ich mir von deinen Bildbeispielen abgeschaut)da dies sehr gut ausschaut wie ich finde.
Ja ,es ist noch nicht perfekt aber ausbaufähig mit viel Luft nach oben.
Die "Büschelblüten " werden in Zukunft immer wieder Thema sein ,da bin ich mir sicher.
Ich freue mich auf deine Bildbeurteilung .
LG
Geli
Kommentare
ADMIN
Hallo Geli,…
Hallo Geli,
ja, ich kann gut erkennen, dass Du viele Dinge versuchst zu berücksichtigen. Das Foto des Alpenveilchens hat seinen Reiz!
Etwas problematisch ist die
Bildaufteilung:
Du hast auf die mittlere vordere Blüte scharf gestellt. Das ist gelungen. Aber es ist auch die einzige scharfe Blüte. Und hier kommt nun das Problem mit der Bildwirkung: Die scharfe Blüte steht mittig im Bild, und dort steht sie ziemlich verloren so vor sich hin.
Du erinnerst Dich, ich hatte bei der ausführlichen Besprechung über die Fotografie von "Büschelblüten" davon geschrieben, dass eine gewisse "flächenhafte Wirkung" oder "Anordnung" der Blüten vorhanden sein sollte. Ich sprach von der "Ausrichtung" der Blüten.
Hier beim Alpenveilchen-Foto gibt es eigentlich keine Ausrichtung der (scharfen) Blüten: Hier ist eine scharf, und die steht in der Mitte. Das ist nicht sehr spannend (ich möchte den Begriff "langweilig" umgehen :-) ). Besser wäre also, diese eine Blüte zumindest leicht seitlich zu platzieren, das ergibt eine spannenderer Komposition - insbesondere, weil links im Bild relativ viel Platz ist. Zwischen Blüten und dem linken Bildrand ist ´ne Menge Luft.
So wäre das Bild zwar besser, aber immer noch nicht wirklich gut. Es würde irgendwie in der rechten Bildhälfte ein "Ausgleich" fehlen - siehe hier nochmal als Vergleich das Foto Leberblümchen - offene Blüten und meine Ausführungen hierzu.
Beim Alpenveilchen würde sich anbieten, den Blütenstand mit den abgeworfenen Blütenblättern mit in die Schärfenebene zu nehmen. Dies wäre auch so ein weiterer Bezugspunkt rechts neben der "Hauptblüte". Der müsste dann aber tatsächlich voll mit in der Schärfe liegen!
Der Ansatz mit den grünen Laubblättern unten im Bild ist gut. Es wäre allerdings deutlich wirkungsvoller gewesen, die noch mehr mit ins Bild zu rücken.
Trete einmal einen Schritt zurück und betrachte Dein Bild mit etwas Distanz (ich weiß, das ist beim eigenen Bild gar nicht so einfach - aber ungemein wirkungsvoll!!!): Jetzt sieht es so aus, als sei es unten hart abgeschnitten, so als ob es da etwas zu verbergen gäbe. Oben hingegen ist ´ne Menge Luft! Da ist viel "Himmel" über den Blüten (Rahmen, grüner Hintergrund), der in einem krassen und damit unharmonischen Verhältnis zum gecutteten Boden steht! Also: Unten etwas mehr, dafür oben etwas weniger - und die ganze Sache sähe noch mal ein Stück besser aus.
Aber nochmals: Das Hauptproblem bei dieser Art von Fotos ist die Ausrichtung der einzelnen oder mehreren Blüten zur Schärfenebene. Hier liegt der Schlüssel. Und wenn man sich bewusst oder notgedrungen für nur eine "scharfe" Blüte entscheidet, wird die nur in den seltensten Fällen am besten in der Mitte aufgehoben sein! Hier ist in der Regel eine seitliche Positionierung mit dem Wesen des "Blicks in das Bild" (und nicht hinaus) die bessere Lösung. Du weißt, bei mir können auch Pflanzen schauen ... :-).
Zur Verschlusszeit:
Die Regel, dass die Verschlusszeit mindestens so kurz sein soll wie die Brennweite, gibt es seit Jahrzehnten, Jahrhunderten, Jahrtausenden ... Im Prinzip stimmt sie auch - als Faustregel! Hier gibt es allerdings weitere Faktoren, die einen großen Einfluss haben, wie zum Beispiel auch die "modernen" Stabilisatoren in Kameras oder Objektiven. Die gab es noch nicht, als die Faustregel aufgestellt wurde.
Dann spielt natürlich eine sehr große Rolle, ob der Wind, der Puls beim oder der Alkohol im Fotografen zu Schwankungen oder gar Zittern führt. Hier gibt es enorme individuelle Unterschiede! Die sollte man nicht unterschätzen.
Oder: Fotografiert der Makronist aufrecht stehend? Oder mit einer Hand? Oder seitlich um sich herum gedreht und geichzeitig nach vorne gebeugt - und das Ganze noch auf einem Bein stehend? Oder liegt er bequem auf dem Boden, die beiden Arme auf die Ellbogen aufgestützt, getragen von der eigenen Ruhe und Ausgeschlafenheit? Solche Unterschiede können es ausmachen, ob man bei ansonsten gleichen Bedingungen Zeiten von 1/15 Sek. verwacklungsfrei hält oder Zeiten von 1/1000 Sek. locker verreißt!
Aber eines steht dabei fest: Achtet der Makronist beim Fotografieren immer und bewusst auf dieses Thema, wird er mit der Zeit besser. Das kann Jahre dauern, aber hier hilft wirklich (fast) immer üben, üben, üben. Und dann ist entscheidend, was der Makronist individuell in der Lage ist, ruhig zu halten - und nicht mehr die Faustregel!
Das funktioniert folgendermaßen: Der Makronist legt sich beispielsweise mit dem Körper auf den Boden. Mit den beiden Vorderarmen, die die Kamera halten, stützt er sich zusätzlich auf die Ellbogen auf. Nun hat er drei Auflagepunkte, die den Körper stabilisieren: sein Körper auf dem Boden, linker Ellbogen, rechter Ellbogen.
Dieses Prinzip kommt aus dem Schießwesen und reduziert deutlich die Körperbewegungen. Das ist übrigens auch das Prinzip des Dreibein-Stativs!
Nun kannst Du diese drei Auflagepunkte aufs Wildeste variieren: Schulter gegen Baumstamm drücken, Ellbogen seitlich an Zaun oder Mauer klemmen, Kopf gegen Autoreifen drücken - der sollte aber nicht rollen :-) usw, usw, ...
Auch ein mitgeführter langer, schlichter Stock kann hier Wunder wirken, wenn er vom Körper seitlich wegführend zum Beispiel in den Boden gerammt wird und der Körper sich dann leicht dagegen stützen kann.
Teste Dich zwischendurch immer mal wieder selbst. Mache Fotos, die gefühlt an der Verwacklungsgrenze liegen. Versuche hierbei, besonders ruhig zu halten, unter Umständen unter Ausnutzung von "Hilfen" wie seitliches Anlehnen an einen Baumstamm, Aufstützen auf den Boden oder Ähnliches (Drei-Punkt-Auflage - siehe TIPP 1).
Und versuche, beim Auslösen die Wackelbewegung der Kamera zu beobachten und Dir diese einzuprägen. Anschließend schaust Du Dir die Fotos an und prüfst, ob es geklappt hat - oder eben nicht! So wirst Du über die Zeit große Fortschritte machen - und lernst, Dich selbst einzuschätzen bezüglich: "Was kann ich noch halten, und was nicht!". Wenn Du das machst, werden Dich Deine eigenen Fortschritte überholen :-)!
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland,,…
Hallo Roland,,
Gut ,also ,der Ansatz ist ja schon mal da ,zu einem guten "Büschelblütenfoto",deine Bildbeurteilung werde
ich mir wieder verinnerlichen.Leider ist es für mich manchmal schwierig alles korrekt von Theorie in die Praxis umzusetzen aber es wird schon .
Und danke für die tollen Tipps.
LG
Geli
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