...kleine Welt der Pilze

Korallenpilz, genaue Art leider nicht bestimmbar oder wer's schlau mag Ramaria spec

Canon EOS 60 D
EF 100mm 2,8 Makro

f7,1
1/15
Iso 400

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ADMIN

Hallo Ralf,

ein seht schönes Exemplar eines Korallenpilzes! Hinsichtlich der näheren Bestimmung gebe ich Dir Recht - das ist dann absolute Expertensache!

Du hast diesen Pilz mit einem 100mm Makro-Objektiv aufgenommen. Die Charakteristik dieser Brennweite spiegelt sich im Ergebnis wieder: vorderer Teil des Pilzes unscharf, Mitte scharf, hinterer Teil wieder unscharf. Aber aufgrund der relativ geschlossenen Blende 7.1 ist der Hintergrund ziemlich stark strukturiert und damit unruhig.

Du hast mit dieser Linse bei diesem Motiv das versucht zu machen, was man machen kann! Die eingestellten Werte sind also (für dieses Objektiv) wohl optimal. Dennoch befriedigt das Ergebnis nicht wirklich. Wie gesagt: Vom Pilz ist trotz der relativ weit geschlossenen Blende zu wenig scharf - das ist störend für das Auge des Betrachters. Und obwohl hier die Tiefenschärfe fehlt, ist im Hintergrund zu viel davon. Er ist nicht schön unscharf, aber auch nicht schön scharf. Hier ist das ein bisschen so wie bei der berühmten "eierlegenden Wollmilchsau".

Ich möchte bei diesem Bild einen völlig anderen Weg anregen: Oft ist es günstiger, bei einem "so großen" und "so dreidimensionalen" Hauptmotiv nicht die klassische längere Makro-Brennweite einzusetzen, sondern mit einem Weitwinkel in die Makrowelt vorzustoßen. Das könnte dann so aussehen:

Irgendetwas zwischen 15mm und 40 mm (kleinbildäquivalent !!) auf die Kamera schrauben, Blende wählen zwischen 5 und 16, auf die Mitte des Hauptmotivs (hier auf die Mitte des Körpers des Korallenpilzes) scharf stellen und - das Vögelchen raus lassen :-) . VORHER die hellen Linien im Bildausschnitt beseitigen: Das sind insbesondere die hellen querverlaufenden Linien im Hintergrund und die längs verlaufende Baumnadel links unten am Pilz. Eventuell auch noch die eine oder andere dunkle Linie im Hintergrund (von oben nach unten verlaufend) entfernen.

Als Ergebnis kommt dann ein Bild heraus, bei dem entweder sowohl Pilz als auch Hintergrund komplett scharf sind. Oder aber der Vordergrund ist weitestgehend komplett scharf, der Hintergrund dann leicht aber angenehm unscharf. Die nötige Ruhe kommt dabei dadurch ins Bild, dass einerseits das Betrachterauge nicht mehr zwischen unscharfen und scharfen Bereichen beim Hauptmotiv hin- und herfuhrwerken muss. Andererseits ist der Hintergrund beruhigt und reduziert durch das Entfernen der störenden Strukturen.

Ich denke, viel anders bekommt man dieses Motiv nicht hin. Denn der Einsatz eines längerbrennweitigen Makroobjektivs führt immer zu einem zu engen Tiefenschärfenbereich für so´nen "dicken Pilz".

Ich habe Dir mal zwei Fotos eingestellt, die zwar nicht direkt mit Deinem Motiv vergleichbar sind, aber vom Prinzip her in etwa das zeigen, was ich oben beschrieben habe. DU hast Dein Motiv gesehen und damit im Kopf - also wirst auch nur DU beurteilen können, ob dieser von mir vorgeschlagene Weg machbar gewesen wäre und vielleicht zu einem besseren (oder eben schlechteren) Ergebnis geführt hätte.
Du findest die beiden Fotos auf Makrotreff hier:

Parasolpilz

Schlüsselblume

Beachte hierbei insbesondere die Hintergründe und den tatsächlichen Tiefenschärfenbereich: Beim ersten Bild (Parasolpilz) ist der breite Pilzhut komplett scharf, der Hintergrund leicht, aber angenehm unscharf (Blende 5.0 bei 20mm - 40 mm kleinbildäquivalent).


Beim zweiten Bild (Schlüsselblume) ist von vorne bis hinten alles scharf (Blende 9 bei 8.5mm - 17mm kleinbildäquivalent). Die Schlüsselblume hebt sich aber alleine schon durch ihre Farbe vom Hintergrund genügend ab.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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