Aufgetankt! Ready for takeoff!

Nikon 5300

Tamron 16-300 3,5-6,3

210 mm

Blende 6,3

Belichtungszeit 1/125; ISO 200

Kommentare

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Co,

guter Titel. Der Falter an der Tankstelle!

Im Bild liegt ein wunderschönes Licht; ein Sonnenstrahl lenkt den Betrachterblick direkt auf die helle Blüte am unteren Bildrand, an der der Falter gerade Nektar aufnimmt.

Schärfe

Das Bild ist etwas verwackelt. Dadurch liegt eine leichte Unschärfe über dem gesamten Hauptmotiv.

Diese Verwackelung ist der für den Makrobereich recht langen Belichtungszeit von 1/125 Sekunde insbesondere bei Brennweite 210mm geschuldet. Neben der Gefahr der eigenen Körperbewegung bzw. Kamerabewegung darf nicht die Bewegung des Hauptmotivs, hier des Falters, unterschätzt werden. Der Schmetterling ist in Aktion. Er saugt Nektar. Dabei bewegt er sich, gegebenenfalls kaum sichtbar für uns Menschen. Aber diese Mikrobewegungen reichen bereits aus für eine solche latente Unschärfe im Bild.

LÖSUNG:
Reserven im ISO-Bereich nutzen: Eine Verstellung des ISO-Wertes auf 400 hätte eine 1/250s Belichtungszeit ergeben. Die hätte ausgereicht, um die geringe Verwackelung zu vermeiden.

Schärfeebene

Die Schärfeebene liegt knapp hinter dem Falterkopf auf dem Thorax (Brust).

Es ist ein MUSS, dass die Augen eines Tieres scharf sind, weil wir Menschen dort zuerst hinschauen. Hierzu gibt es nur wenige Ausnahmen. Deshalb muss man beim Fotografieren immer darauf achten, dass der Schärfebereich die Augen zumindest mit erfasst. In der Regel muss sogar der Schärfepunkt selbst genau auf ihnen liegen, da die Schärfentiefe im Makrobereich so gering ist, dass Verschiebungen des Schärfepunkts meist dazu führen, dass die Augen aus der Schärfeebene herausrutschen.

Bildaufteilung

Du hast einen sehr engen Ausschnitt gewählt, bei dem die Falterflügel rechts und links den Bildrand zu berühren scheinen. Da dies an beiden Seiten in gleichem Maße zutrifft, ist hier eine gewisse Harmonie gegeben – und damit in Ordnung.

In Verbindung mit seiner schrägen Sitzposition rutscht der Falter in die untere Bildhälfte. Bei diesem Bildausschnitt ist dies nicht zu vermeiden, weil ansonsten die rechte Flügelspitze in die obere rechte Bildecke oder sogar an den oberen Bildrand rutscht.

Nun liegt allerdings eine gewisse Disharmonie vor: In der unteren Bildhälfte sitzt der Falter, der sich nach unten aus dem Bild herausorientiert (Saugposition Richtung unterer Bildrand), während die obere Bildhälfte relativ leer und grau ist. Das Zentrum des Hauptmotivs sind die Augen und der Rüssel des Falters (die "Aktion") – und beides befindet sich relativ nah am unteren Bildrand.

LÖSUNG:
Entweder weiter weg gehen vom Motiv, also einen kleineren Abbildungsmaßstab wählen, und dabei den Falter etwas höher ins Bild setzen. Oder genau umgekehrt: näher ran (größerer Abbildungsmaßstab), die Flügel also beidseitig beschneiden, und dann den saugenden Falter fast als Porträt ebenfalls etwas höher ins Bild setzen.

Was bleibt ist ein tolles Licht und eine sehr ansprechende Linienführung durch die Positionierung der Flügellienien im Bild.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.
CAPTCHA
dieser Test dient dazu den Spam zu verhindern. Wir bitten um Verständnis!