Ende eines Birkenblattes

An einer kleinen Birke konnte ich beobachten, wie zunächst ein kleines Tier im Blatt Gänge fraß und später dann zur Raupe(n) wurde, die das Blatt radikal bis zum Stiel fraßen. Das ist jedenfalls meine laienhafte Erklärung.

Gerhard.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Gerhard,

eine tolle Zusammenstellung!

Jedoch hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun. Hier ein paar Sätze dazu.

Biologischer Ausflug zu Minier-Raupen und Blattwespen:

Die linke Freistellung zeigt einen klassischen Fraßverlauf einer Minier-Raupe: In der Mitte der Haupt-Blattader wurde am linken Außenrand der Ader das Ei abgelegt. Dort schlüpfte die super kleine Raupe und fraß sich zunächst mal in einem Rundbogen durch die linke Blatthälfte - genau zwischen den beiden Epidermishäuten (Blatthäuten). Dabei wuchs sie, langsam, aber stetig, zu sehen daran, dass dieser Fraßgang zunehmend dicker wird.

Oben im Blatt fraß sie sich dann durch die Hauptader rüber auf die rechte Blatthälfte. Nun war sie so groß und ihre Kiefernzangen so stark, dass sie kleinere Seitenadern problemlos durchbeißen und mitfressen konnte - mit dem Ergebnis, dass sie zum minierenden Flächenfraß überging. Dies ist der braun gefärbte Bereich Mitte der rechten Blatthälfte. Anfangs fraß sie hier allerdings auch noch in einzelnen Bereichen parallel zu Seitenadern, eben so lange, bis ihre Kauwerkzeuge alles durchtrennen konnten (zu sehen im unteren Bereich der rechten Birkenblatthälfte). Schließlich war die Larve reif, verpuppte sich - und schlüpfte, wahrscheinlich als Kleinmotte.

Die rechte Freistellung zeigt relativ reife Blattwespenraupen in Warnstellung. Aus ihnen schlüpfen - logischerweise Blattwespen. Sie fressen ausschließlich außerhalb der chlorophyllhaltigen Pflanzenteile, minieren also nicht.
Es gibt nur eine Untergruppe (Familie) bei den Blattwespen, deren Larven minieren (Heterarthrinae). Hierzu gehören die oben abgebildeten Larven aber nicht. Deren genaue Bestimmung ist in diesem Stadium anhand eines Fotos nicht möglich.

Lieber Gerhard, vielen Dank für diese schöne Einstellung, die uns wieder einmal einen kleinen Ausflug in die Biologie ermöglichte.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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