Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos)

Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) ist ein Wanderfalter der im Frührjahr von Afrika bis nach Europa fliegt. Durch sein Aussehen und Größe (Flügelspannweite bis zu 13cm) ist er bei den Schmetterlingszüchtern sehr beliebt. Das Foto zeigt einen frisch geschlüpften Falter aus meiner eigenen Zucht.

Kommentare

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Patchworkdad,

diese wuchtigen Falter sind wirklich faszinierende Tiere. Und Dein Foto zeigt einen interessanten Schritt auf dem Weg zum Falter-Dasein.

Dieses Foto ist schon ganz gut, offenbart aber einen grundlegenden Aspekt: Du hattest zu wenig Licht beim Erstellen dieses Makrofotos. Dies offenbart sich in den Einstellungen Deiner Kamera – und infolgedessen natürlich im Foto selbst. Im Einzelnen:

Blende

Blende 6.3 ist bei dem von Dir gewählten Abbildungsmaßstab zu wenig, die Schärfentiefe reicht nicht aus. Zu wenige Bereiche des Falters sind scharf. Blende 11 wäre nötig gewesen.

ISO-Wert

ISO 800 ist nicht "schlimm", aber auch nicht wirklich günstig. Wenn alle anderen Faktoren passen, sind auch die ISO 800 kein Problem. Wenn aber die Lichtgabe von Grund auf schon eher diffus ist, gleichzeitig viele Motivbereiche nicht knackscharf sind, verstärkt ein höherer ISO-Wert den flauen Gesamteindruck eines Bildes.

Belichtungszeit

Die 1/125 Sekunde erlaubt tatsächlich bei diesem Abbildungsmaßstab absolut keinerlei Bewegung – auch nicht seitens des Falters! Das ist für den Fotografen schwer steuerbar. Hier ist es Dir annähernd gelungen, jegliche Erschütterung zu vermeiden. Und dennoch sind minimale Mikro-Verwacklungen zu sehen, die eine Knackschärfe verhindern. Sie sind kaum auszumachen, führen aber zusammen mit den oben angesprochenen Punkten zum insgesamt etwas flauen Gesamtergebnis, in dem zu wenig Brillanz vorhanden ist.

LÖSUNG:
Wie schon oben gesagt: Es muss mehr Licht her! Entweder über installierte Lampen, oder mittels Blitz. Anders ist bei Indoor-Fotografie dieses Problem kaum zu lösen.

Wie viel mehr Licht? – Berechnung

Rechnen wir mal zusammen:
Blende von 6.3 auf 11 entspricht knapp einer "notwendigen" Vervierfachung.
ISO-Wert von 800 auf (idealerweise) 200 entspricht einer weiteren "notwendigen" Vervierfachung.
Belichtungszeit von 1/125 auf 1/250 entspricht einer "notwendigen" Verdopplung (dies könnte am ehesten ausgespart werden).

--> Macht zusammen 10-fach verstärktes Licht.

Nun ist die Erhöhung von Lichtmengen nicht ganz so einfach zu erreichen. Hierzu ein Beispiel:

Du hast eine Lichtquelle mit einem angenommenen Lichtwert von sagen wir einmal abstrakt 100. Nimmst Du nun eine zweite Lichtquelle hinzu mit ebenfalls einem Lichtwert von 100, ergibt das nicht den neuen Lichtwert von 200, sondern einen Lichtwert so in etwa von 140. Vereinfacht ausgedrückt: Die Lichtmenge verdoppelt sich nicht, wenn ich zwei gleich starke Lichtquellen zusammen einsetze, sondern erhöht sich "nur" etwa um den Faktor 1,4. So entsteht beispielsweise aus 2 X Leitzahl 20 Blitzen keine Leitzahl 40, sondern ca. Leitzahl 28.

Dies alles verdeutlicht, dass Du tatsächlich seeeehr viel mehr Licht brauchst. Bei allen Nachteilen der Blitzfotografie – hierin liegt ihr Vorteil!

Übrigens: Der Hintergrund spricht mich bei diesem Foto sehr an. Trotz Indoor-Fotografie ist eine sehr schöne, weiche Farbgebung und Struktur vorhanden – die natürlich bei einer Lichterhöhung ausschließlich beim Hauptmotiv gefährdet ist. Wenn Du also diese Struktur erhalten möchtest (anstatt ins tiefe Schwarz zu gleiten), sollte das Mehr an Licht auch diesen Hintergrund mit einbeziehen.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Franz,

Ich finde die einfachste Methode um mit dem Blitz zu arbeiten und das Licht dafür anzupassen ist ihn erstmal direkt mit der Verschlusszeit der Kamera zu Synchronisieren.

Hier mal ein Beispiel wie ich dabei vorgehe, (vorausgesetzt ist natürlich das du mit dem Blitz arbeiten möchtest.)

1. Bevor du den Blitz überhaupt verwendest zb. wenn du dir gar nicht so sicher bist ob du ihn überhaupt für das Foto brauchst, dann drücke zuerst mal deine Abblendtaste an der eingeschalteten und bereits mit Blende, Iso und Verschlusszeit fertig eingestellten Kamera (aber gedrückt halten) und schaue währenddessen durch den Sucher. Wenn das Bild dir dann schon etwas zu dunkel erscheint und du aber schon bei deiner Maximalen Iso die du noch Rauschfrei benutzen kannst angelangt bist, dann ist das Blitzlicht auf jeden Fall schon nötig. In diesem Fall bei diesem Foto wäre es sicher notwendig gewesen, aber das hat Dir Roland schon gesagt und das ist Richtig!

Dies ist jetzt nur noch mal eine weitere Möglichkeit wie (Ich) zb. dabei vorgehe um die für (Mich) etwas schwierige Mathematik zu umgehen. Allgemein bin (Ich) nämlich überhaupt kein Mathe Ass (Leider...!) Ich stehe zu meinen Fehlern und wurschtele mich mit anderen Hilfsmitteln durchs Leben und deshalb nochmal dieser Weg und dieser Text.

2. Als nächstes einen oder besser mehrere Externe Blitze zb. mithilfe einer Blitzschiene an der Kamera befestigen und dann direkt ins Kamera Menü gehen und dort nach deinem Handbuch alles einstellen und Synchronisieren.

3. Dann im Manuellen Modus bei mir ist das der (M) Modus der Kamera die gewünschte Iso einstellen (aber keine Auto Iso verwenden sonst hast du keine Kontrolle mehr darüber und im schlechtesten Fall bleibt es dann bei Iso 100 während du den Blitz auslöst und der Hintergrund wird nachher Schwarz sein.)

Für Innenaufnahmen hat sich bei mir besonders gut die Iso 400 bewährt. Am besten mal ein paar Fotos mit verschiedenen Iso werten 200, 400 und 800 versuchen und vergleichen. Und dazu dann auch nochmal mit verschiedenen Verschlusszeiten testen. Wenn du als Beispiel nur mal die Iso veränderst, dann ändert sich auch die Helligkeit vom Hintergrund. Bei Iso 100+Blitz wird er ziemlich dunkel sein und bei Iso 400+Blitz schon viel heller. Wenn du dann die Verschlusszeit verstellst je nach dem, etwas kürzer oder etwas länger wirst du auch schon einige Veränderungen feststellen.

4. Und im M Modus dann natürlich auch noch die gewünschte Blende dazu einstellen.

5. Wenn du bei deiner Kamera eine Überbelichtungswarnung hast würde ich diese auch zusätzlich noch dauerhaft aktivieren und ebenso das Histogramm.

Am Ende kann man dann wenn ein Foto gemacht ist und die Wiedergabetaste an der Kamera drückt gleich nochmal sehen wenn die Überbelichtungswarnung angeschaltet ist, ob eventuell etwas zu hell bzw. überbelichtet worden ist, das blinkt dann auf und macht sich bemerkbar je nach Kamera halt und dementsprechend kannst du dann beim nächsten Foto mit der Iso, Blende oder der Verschlusszeit gegen regulieren. Und auch das Histogramm zeigt es Dir dann schon an ob etwas zu hell oder zu dunkel geworden ist.

Das alles muss man aber am besten wenn man den Blitz aufgesteckt und in der Kamera Synchronisiert hat anhand von Testaufnahmen mit den verschiedenen Einstellungen mal in Ruhe an einem ruhigen Objekt ausprobieren, dann lernt man das gewöhnlich am besten. Zumindest ging es (Mir) so.

Liebe Grüße

Christine :-)

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