Insekten im Flug

bonjour madame

Links das Männchen, rechts das Weibchen. Mit ausgedehnten Übersichtsflügen in einem etwa 50 Meter langen Bereich ist die männliche Blaue Holzbiene im Bilde, welche Pflanzen für die Brautschau in Frage kommen. Aufgrund der Größe und natürlichen Autorität, die diese Wildbiene ausstrahlt, kommt es dabei immer mal wieder zu lustigen Begegnungen in der Luft mit anderen Insekten.

Blauschwarze Holzbiene (Große Holzbiene) ♀

Die Große Holzbiene ist eine imposante Erscheinung mit einer Länge von bis zu 3cm. In den letzten Jahren war ich jedes Mal sehr nervös, wenn ich sie getroffen habe und habe fast kein Wort, äh.. Foto rausbekommen. Dieses Jahr habe ich ein Habitat gefunden, in dem diese Wildbiene sehr zuverlässig anzutreffen ist und mit etwas Beobachtung, Zeit und Ruhe sind dann doch einige Dokumente entstanden. Bei der Pflanze könnte es sich um eine Wisterie-Art (Blauregen) handeln. Vielleicht weis Gabi das genauer ;-)

Frühlings-Pelzbiene (Weibchen)

Die weibliche Frühlings-Pelzbiene nutzt die gleichen Futterpflanzen wie die Männchen, aber ich sehe sie im Moment deutlich seltener. Das liegt u.a. daran, dass die Männchen etwas früher (im Jahr) mit dem Tagwerk beginnen und häufiger auf der Route unterwegs sind. Das müssen sie offenbar auch, um ein Weibchen zu finden. An diesem eher kühlen Morgen wollte kein anderes Insekt den Rosmarin aufsuchen, auch kein Männchen. Sie konnte also in Ruhe speisen ;-). 

ABM etwa 1:4,25, APS-C, 1/4000s, f/2,8, ISO1000, Samyang 135mm f/2, 10mm Zwischenring, 5:4 + etwa 20% Beschnitt

Rote Mauerbiene

Zu den Frühfliegerinnen gehört auch die Rote Mauerbiene, die ich gerade an einem Blaukissen getroffen habe. Nach dem Temperatursturz mit Schnee hat diese Wildbiene heute, trotz Wind und frischen Temperaturen, fleißig gespeist. Offenbar abgehärtet vom "wilden Leben" kam nur sie und die Frühlings-Pelzbiene heute aus dem "Haus". Haben sie vielleicht einen Vorteil gegenüber Honigbienen?

Große Weiden-Sandbiene

Vor 5 Tagen sind die ersten Weiden-Sandbienen-Weibchen hier erschienen. Das Habitat, das ich regelmäßig aufsuche, ist ein Traum. Sandiger Hang, windgeschützt, sonnenexponiert und mitten im Wald auf einer größeren Lichtung. Das Leben könnte nicht schöner sein für dieses Tier. Leider wird die Stelle von vielen Menschen einfach betreten und befahren und ich habe (als Kompromiss) einen Teil der Fläche mit Naturmaterial etwas geschützt und informiere freundlich Mitmenschen, dass dieses Habitat besonders ist. Die Vielfalt an Kleinstlebewesen ist wirklich sehr hoch.

Frühlings-Pelzbiene

Auch die Frühlings-Pelzbiene zeigt wieder ihr spannendes Flugverhalten. Sie hat eine feste Flugrunde, entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn, mit pfeilschnellen Flügen und kurzen Stehflügen. Dieses Männchen musste leider wirklich weit fliegen und konnte auf dem Weg nur ein kleines Blaukissen, wenige Schlüsselblumen und einige Veilchen passieren. Es ist sehr trocken hier und die Nächte waren noch zu kalt für viele Pflanzen und so greift die Frühlings-Pelzbiene gern auf die Veilchen zurück. Die Flugrunde wurde meist nur abgeflogen und geprüft auf andere Insekten.

Großer Wollschweber

Diesen Großen Wollschweber habe ich heute getroffen und dokumentiert ;-). Nester im vertrockneten hohen Gras, die vermutlich Schlafplätze von Rehen sind, wurden immer wieder aufgesucht, um Sonne zu tanken. Vermutlich handelt es sich auch um "vorübergehende Reviere", die zur Brautschau dienen und manchmal auch gegen Konkurrenten verteidigt werden. Durch eine Weide mit reifen Blüten direkt oberhalb war dies ein Schlaraffenland für den Wollschweber. 

Späte Großstirnschwebfliege

Endlich gibt es wieder fliegende kleine Wunder in großer Vielfalt.  Schwebfliegen, Mauerbienen, Sandbienen, Hummelköniginnen, Wollschweber, Frühlings-Pelzbienen - alle sind sie bereits wieder da (und wurden dokumentiert ;-)).

Diese Schwebfliege hat sich, genau wie ich, einen sonnigen Platz an einem umgefallenen Baum auf einer Lichtung gesucht. Sahara-Staub hat einen leichten Diffusor und etwas Farbstich spendiert.