Insekten im Flug

Große Königslibelle - Trioplan 100mm f/2,8

Zu Zeit habe ich große Freude an der Libellenbeobachtung. Neben verschiedenen Kleinlibellen bin ich vor allem dem Plattbauch, dem Vierfleck und der Großen Königslibelle auf den Fersen, äh Flügeln.

Die Große Königslibelle ist eine beeindruckende Fliegerin. Gekonnte Stehflüge, saubere Patrouillen-Flüge, kurze Attacken auf die Vierfleck-Männchen oder Nebenbuhler und dann dieser treue Moment: Während die Dame mit der Eiablage beschäftigt war flog dieses Männchen die nähere Umgebung schützend und bewachend ab.

Steinhummel - Trioplan 100mm f/2,8

Diese wirklich große Hummel hat mit lautem Summen und Brummen schon sehr auf sich aufmerksam gemacht. Ich war eigentlich gerade im Wasser bei den Libellen aber konnte diesem Lockruf nicht widerstehen ;-). Ich vermute, dass es sich um eine weibliche Steinhummel handelt. Aus meiner Sicht eine Königin, denn sie war deutlich über 20mm lang. Sehr fleißig war sie zwischen den Rotklee-Blüten unterwegs und hat sich nicht stören lassen.

APS-C, f/2,8, 1/4000s, ISO500, Trioplan 100mm am Helicoid, quadratischer Beschnitt + etwa 10% 

 

Honigbiene liebt Rosmarin - Cooke Kinic 25mm f/1,5

Flugaufnahmen am Rosmarin bereiten mir des Öfteren Kopfzerbrechen. Sehr schnell rutschen Pflanzenteile halb oder ganz in die Schärfe, sehr schnell kann der HG (z.B. wenn er nah dran ist) ablenken und sehr schnell werden Teile der Blüten überdeckt. Insbesondere "mitten im Rosmarin" konnte ich mit modernen Objektiven und auch den meisten Altgläsern meist den HG nicht genug befrieden und gleichzeitig Maleigenschaften herausarbeiten. Aus diesen Gründen habe ich ein Experiment gewagt und an dem kleinen Cooke einen weiteren Zwischenring angebracht.

Rotbürstige Pelzbiene am Rotklee

Vermutlich handelt es sich hier um die Rotbürstige Pelzbiene (Anthophora retusa). Ich habe das Tier zuerst gehört und es hat mich stark an eine Frühlings-Pelzbiene erinnert. Als ich genauer hingesehen habe war ich sehr erfreut, diese grünen Augen zu sehen. Die Art habe ich noch nie gesehen. Sie (relativ sicher ein Weibchen) war ganz emsig zwischen den Rotkleeblüten unterwegs auf einer großen Waldlichtung mit einem sandigen Hang und einigen vegetationsarmen Stellen. Der Hintergrund ist unruhig und das Licht trotz Abendsonne etwas hart. Ich mag das Bild trotzdem ;-).

Baumhummel liebt Schöllkraut

Hier handelt es sich wohl um eine Baumhummel (Bombus hypnorum) - Arbeiterin beim Tagesgeschäft. Für Schöllkraut (Chelidonium majus) hat diese Hummelart wohl eine besondere Schwäche und fliegt die Pflanze regelmäßig und ausdauernd an. Ich habe gelesen, dass diese Hummeln, die in Völkern von bis zu 400 Individuen leben, in Nestnähe aggressiv auf Störungen reagieren. An der Pflanze waren die Tiere jedoch äußerst zutraulich.

Biene liebt Zwergmispel - Cooke Kinic 25mm f/1,5

Die Fächerzwergmispel (Cotoneaster horizontalis) ist sehr beliebt bei vielen Fluginsekten. Ich konnte Mauerbienen, Pelzbienen, Hummeln, Wespen und Schwebfliegen an dieser Pflanze beobachten. Ich bevorzuge eigentlich Wildbienen im Flug aber die fleißigen Honigbienen machen es mir deutlich einfacher, insbesondere bei Offenblende.

ABM etwa 1:4, APS-C, 1/4000s, ISO100, f/1,5, 5mm Zwischenring, minimaler Beschnitt

Wollschweber im Reich der Sandbiene

Hier handelt es sich wohl um Bombylius major, den Großen Wollschweber. Eigentlich hatte ich viele Stunden am Boden verbracht um (an dieser Stelle im Wald) Sandbienen zu beobachten und zu fotografieren. Aber mir hätte klar sein müssen, dass "dem Parasitismus verfallene Flieger" auch aufs Foto wollen. So konnte ich die Rothaarige Wespenbiene und den Wollschweber ebenfalls in der Luft ablichten. Ich war ganz überrascht wie zutraulich das Tier war.

Frühlings-Pelzbiene - Trioplan 100mm f/2,8

Ich vermute dass es sich hier um eine männliche Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) handelt. Diese hummelähnliche Wildbiene ist auch bereits früh im Jahr unterwegs. Gesehen habe ich sie u.a. am Rosmarin, Blaukissen und Günsel. Das Tier ist, wenn es nicht gerade an einer Blüte speist, äußerst schnell unterwegs und benutzt ähnliche Flugrouten immer wieder. Bemerkenswert fand ich auch, dass sie sehr schreckhaft sind und dann kurz (wie Schwebfliegen) in der Luft stehen, um die Lage zu prüfen und dann meistens abdampfen ;-).

Bezaubernde Bestäuberin - MD Rokkor 50mm f/1,7

Je mehr ich Wespen beobachte, desto unpassender erscheinen mir die meist negativen Zuschreibungen der Menschen. Von wegen lästig, unnütz, sehr gefährlich, aggressiv - hier wird fleißig bestäubt. In diesem Fall hilft die Wespe der schwarzen Honigbeere (Stachelbeerart) und all den Tieren und Menschen die sich hernach an den Früchten erfreuen können. Die meisten Wespen, so wie diese Vespula germanica (Deutsche Wespe) sind um einiges schreckhafter und vorsichtiger in Menschennähe als Honigbienen.

Rote Mauerbiene am Rosmarin - MD Rokkor 50mm f/1,7

Ich vermute es handelt sich um eine männliche Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva). Das leichter zu bestimmende Weibchen habe ich in der Nähe gesehen. Auf jeden Fall ist es auch eine Wildbiene, die früh im Jahr unterwegs ist. Sicher bestimmen konnte ich die Art jedoch nicht. Vielleicht kann jemand aushelfen?

> Jan und Roland haben den Fall gelöst. Vielen Dank! Es handelt sich um Osmia bicornis, die Rote Mauerbiene. Ich habe den Titel nachträglich angepasst.