Ein Marienkäfer im Januar...

Lieber Roland,

gestern war sehr schönes Wetter und so habe ich mal wieder die 250er Raynox Linse mitgenommen und einen sehr Aktiven Marienkäfer gefunden und fotografiert. Mit den Kameraeinstellungen bin ich aber noch nicht ganz so zufrieden. Ich habe mehrere Serienfotos von dem Käfer gemacht und einiges ausprobiert und er hat sich an diesem Halm immer und immer wieder sehr schnell hin und her bewegt. Ich habe ihn dann von allen Positionen fotografiert und immer mit so wenig Iso wie möglich und dementsprechend ging dann auch nur begrenzt die kurze Verschlusszeit dazu.

Bei der Blende wollte ich diese schon nehmen um möglichst auch nah genug noch heran zugehen um ihn groß genug drauf zu haben und um nichts Beschneiden zu müssen. Bei dem Foto wo er auf dem Halm oben sitzt ist auch fast gar nichts beschnitten, nur ganz minimal links und oben ein wenig und bei dem anderen überhaupt nichts.

Durch die schnellen Bewegungen vom Käfer waren aber einige Fotos verwackelt und durch das helle beim Marienkäfer sehr überbelichtet. Ich denke ich werde jetzt das Nächste Mal aber trotzdem lieber bis zu Iso 800 versuchen und die kürzeste Verschlusszeit die dazu noch möglich ist einstellen, dann müsste sich die Helligkeit ja normalerweise wieder ausgleichen. Denn wenn ich Iso 100 oder 200 bei dieser Kamera nehme, da ist der Dynamikumfang nicht so besonders gut und deshalb rauscht hier jetzt auch der Hintergrund nach dem teilweisen aufhellen in den dunklen Stellen sehr, was natürlich großer Mist ist. Obwohl ich schon entrauscht habe, aber komplett, dann wird das Bild zu matschig.

Dann ist natürlich auch noch das Problem dazu mit den weisen stellen bei den Käfern, sogar bei Iso 100 schon war viel nicht zu gebrauchen, im Schatten da ist es dann natürlich wieder zu dunkel und ich Denke ich werde das mal so testen wie ich mir das ausgerechnet habe mit bis zu Iso 800 Maximal im Schatten und in der Sonne versuchsweise beides und dann mit ganz kurzer Verschlusszeit, so kurz wie möglich das wenigstens die Bewegungen besser eingefrorener sind.

Hättest Du einen besseren Vorschlag dazu? Oder welche Kameraeinstellungen hast Du bei Dir denn meistens dafür eingestellt? Mit Raynox und ohne Raynox und im Schatten und auch in der Sonne.? Das ich das mal alles gründlich mit allen Einstellungen Testen kann.

Heute ist auch wieder sehr schönes Wetter, nur leider muss ich gleich zur Arbeit und das dauert dann etwas, aber falls es heute Nachmittag noch so schön bleibt wenn ich zurück komme, dann werde ich es auf jeden Fall nochmal austesten, vorausgesetzt der Käfer lässt sich wieder sehen.

Liebe Grüße ich wünsche Dir einen schönen Mittwoch!

Christine :-)

 

Canon Eos 7D MKII

Raynox 250

Freihandaufnahme

Kommentare

Profile picture for user Roland

ADMIN

Halle Christine,

Du sprichst eine Menge fotografischer und fototechnischer Probleme an. Kurz gesagt: Du hast Recht! Diese Probleme bestehen. Und damit ist dieses Motiv auch nicht so ohne weiteres bis eventuell gar nicht auf diese Art zu fotografieren. Was sind die Haupt-Knackpunkte?

Du willst nah ran

Hierzu hast Du sogar noch die Raynox angebaut. Ergebnis insbesondere dieser Kombi: super geringe Schärfentiefe – und das bei einem super runden (also dreidimensionalen Käfer). Klappt auch bei mir nicht.

Fotos trotz schneller Bewegung des Käfers

Dieses Problem in Verbindung mit großen Abbildungsmaßstab (unter Hinzuziehung der Raynox, s.o.):  Klappt auch bei mir nicht.

Niedriger ISO-Wert

Hast Du selbst schon geschrieben: klappt nicht - auch bei mir nicht.

Allerdings wird die ISO 800 das Problem nicht zufriedenstellend lösen, da die in Verbindung mit dem Sonnenlicht super starkes Rauschen erzeugen. Und im Schatten wird das auch nichts, weil bei solch großen Abbildungsmaßstäben jede Kleinigkeit vom Betrachterauge gesehen werden will. ISO 800 passen hierzu einfach nicht. Die Verschlusszeit wird selbst bei ISO 800 nie kurz genug, um beim laufenden Käfer nicht mindestens Mikro-Unschärfen zu erzeugen.

Weiße Stellen auf dem Käferrücken

Die reflektieren fast immer, insbesondere, wenn viel Licht da ist, was ja wiederum gewünscht ist. Bei viel Licht ist das nicht zu verhindern. Will man es dennoch verhindern, muss man völlig anders vorgehen.


Fazit:

So unbefriedigend das klingen mag, aber es lassen sich nicht alle Situationen fotografieren. Deine oben geschilderte Motivbeschreibung ist so eine. Der Wunsch, dies zufriedenstellend zu fotografieren, entspricht dem Wunsch nach der eierlegenden Wollmilchsau. Du musst also entweder Deine Motivvorstellung oder Deine verwendete Fototechnik ändern:

Änderung der Motivvorstellung:

  • Kleinerer Abbildungsmaßstab, insbesondere die Linse weglassen, damit die Käferbewegung verhältnismäßig geringer wird und sich das Schärfentiefen-Problem entschärft.
  • Warten, bis der Käfer ruhig sitzt
  • Diffuses Licht abwarten und so den Käfer mit möglichst wenigen Reflexen fotografieren (ohne Käferbewegung, mit langer Belichtungszeit).

Änderung der Fototechnik

Soll der Käfer weiterhin in Bewegung fotografiert werden, ist dies nur zufriedenstellend mit Blitz (Zangenblitz) möglich. Dabei kommen dann allerdings neue Eigenheiten und Probleme hinzu, die es zu beachten und bestenfalls zu lösen gilt.

Und dann gibt es noch eine weitere Lösungsmöglichkeit, wenn das alles nicht hinhaut: Kamera weglegen (weil einfach nicht jede Situation befriedigend zu fotografieren ist) und den Käfer beim Laufen in der tiefen Januarsonne zuschauen :-)

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Roland,

Vielen Dank für die Infos, dann werde ich das beste daraus machen, "probieren geht über studieren", aber die Kamera werde ich ganz gewiss nicht weglegen. ;-)

Liebe Grüße und ich wünsche Dir auch weiterhin Gut Licht!

Christine :-)

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.