... der Phox blüht zur Zeit recht gut ... er wird ja, dank ausgiebigen Regen gut gewässert :) ...
... ich habe mit zwei, etwas exotischen Oldies Probefotos aufgenommen:
Phlox 1 - mit dem "ELMO Projektionslens f2.8/85mm" aus einem Quelle Diaprojektor, BJ 1972. Natürlich bei Offenblende ...
Das Objektiv ist relativ leicht. Obwohl Plastiklinsen ja erst sehr viel später auf dem Markt kamen, bin ich mir nicht sicher, was hier an Linsen und wie viele verbaut wurden. Schon im Projektor war die Farbewiedergabe sehr plakativ und "bunt", kleinste Details waren nicht zu erkennen, die Schärfe zufriedenstellend. Diese Eigenschaften zeigen sich auch als Aufnahmeobjektiv sehr deutlich! Für die BA musste ich den Kontrast etwas erhöhen und die Farben stark zurücknehmen. Das Bild wurde in LR mit mit der Standartvorgabe geschärft, wobei ich hier so maskiert habe, dass nur die Kanten geschärft wurden ...
Phlox 2 - mit dem "Nikon AF DC-Nikkor DIC f2.0/135mm" (BJ 1996) bei f2 / Offenblende.
.. mit einem geflügelten Wort könnte ich sagen: dieses Objektiv ist mir lieb und teuer :) ... und ist nur selten (in guter Qualität) zu finden. Das Objektiv hat einen zusätzlichen Einstellring, mit dem die sphärische Aberration verändert werden kann. Objektive dieser Bauart gibt es nur ganz wenige ... und sie fördern durchaus den experimentiertrieb :).
Das Objektiv ist (in "Null"-Stellung) bereits offen sehr scharf. Bei (nach) der Veränderung der sphärischen Aberration muss nachfokussiert werden! Ich habe die Aberration leicht in Richtung "Weich" (Pos. 2.8 bei Blende 2.0) gestellt.
Mit dem Nikon FZ-Adapter an der Zf montiert funktionieren die Fokussierhilfen einwandfrei. Der Autofokus entfällt ... manuell geht es ohnehin viel besser! Die Einstellmöglichkeiten der sphärischen Aberration sind quasi unerschöpflich, weil natürlich auch die eingestellte Blende und die Lichtsituation eine Rolle spielt! So gesehen braucht es viel Zeit (und Glück), das erwünschte Ergebnis zu erzielen ... das ist nun reine Geschmacksache!
Für die Nahaufnahme habe einen breiten Zwischenring verwendet. Bei der BA in LR habe ich kaum etwas verändern müssen, die Schärfung erfolgte mit Standartwerten.
Gruß
Siegbert
PS: leider sind die EXIF-Daten etwas durcheinander übertragen worden und wie ich bei mir im Explorer gesehen habe wird kein Bildtitel bei den einzelnen Bildern angezeigt ... die BIlder unterscheiden sich jedoch deutlich und die Zuordnung ist sicher einfach ...
Kommentare
ADMIN
Hallo Siegbert,Phlox ist…
Hallo Siegbert,
Phlox ist momentan ein tolles Motiv :-).
Du hast die Phloxblüten attraktiv ins Bild gesetzt. Aber beide Fotos sind zu stark bearbeitet. Sie weisen beide eine starke Glättung auf, was beispielsweise aus einer intensiven Schärfung in Verbindung mit einer starken Entrauschung resultieren kann. Bei dem ISO-Wert von 200 sollte jedoch weder das eine noch das andere nötig sein. Egal wie, diese starke Glättung überdeckt Bilddetails, sodass ich eigentlich gar nicht viel zu den Fotos sagen kann...
Die beiden von dir eingesetzten Objektive eigenen sich für das Malen mit der Kamera, so wie wir es betreiben, nicht so gut. Das Projektionsobjektiv weist produktionsbedingt keine spezielle Abbildungscharakteristik wie z.B. ein ausgeprägtes Rendering, einem speziellen Umgang mit Licht und Farben oder ähnliches auf, das zu diesen wie gemalt wirkenden Unschärfen führt. Auch ist die relativ schwache Lichtstärke dieses Objektivs eher hinderlich beim Einsatz für die Vintage-Makrofotografie.
Es gibt eine ganze Menge solcher "Massenobjektive" aus dieser Zeit, die damals als günstige Standardobjektive mit den Projektoren mitgeliefert wurden. Leider bieten sie kaum Reize in der Kombination mit modernen Sensoren.
Das von dir eingesetzte lichtstarke Nikon ist zwar ein tolles Objektiv, aber zu "neu" und damit zu gut korrigiert für das Malen mit der Kamera.
Hierzu bzw. zur Frage, bis wann Objektive entwicklungsbedingt aus heutiger Sicht attraktive Abbildungscharakteristiken aufweisen können und ab wann nicht mehr, habe ich in der MAKROFOTO-Spezial – Vintage-Makrofotografie beschrieben.
Insgesamt ist wichtig zu beachten, dass nicht jedes Objektiv, das "alt" ist, auch diese tollen Effekte auf den Sensor "malen" kann. Früher gab es sehr viele verschiedene Objektive – und für die allermeisten von ihnen gibt es keinen Grund, sie an modernen Sensoren einzusetzen und damit modernen Objektiven vorzuziehen. Sie müssen bestimmte Eigenschaften aufweisen, und das ist nur bei einigen der Fall – gegenüber der großen Gesamtzahl sogar nur bei einigen wenigen. Unter anderem aus diesem Grunde habe ich in der oben erwähnten Spezialausgabe von MAKROFOTO alle Objektive, die dort zum Einsatz kamen, vorgestellt. Es ist eine Auswahl, die nach intensiver Selektionsarbeit zustande gekommen ist. Natürlich gibt es darüber hinaus auch weitere geeignete Objektiv-Senioren. Aber die Spezialausgabe bietet immerhin schon mal eine ganze Menge Auswahl für den Einstieg... :-).
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland
Danke Roland für Deine…
Danke Roland für Deine ausführlichen Worte ...
Bereits nach einigen Probeaufnahmen war mir klar, dass beide Objektive für malerische Zwecke (in Sinn dieses Forums) weniger geeignet sind. In diesem Sinn bin ich voll auf Deiner (Eurer) Seite. Mit ist auch bewußt, dass es keine Objektive gibt, die speziell für "malerische" Nah-/Makroaufnahmen konstruiert, bzw. optimiert sind. Die besondere Wirkung der hier (im Forum) abgebildeten Aufnahmen beruht ja auf optische Fehler, die heutzutage durch moderne Entwicklungen und neuartiger Glassorten (fast) vollständig behoben sind. Der Charme der s. g. Altgläser beruht auf ihre Fehlerhaftigkeit der Abbildung. Darüber hinaus war es in den Anfängen der Fotografie auch üblich, Optiken (als Werkzeug!) für ganz bestimmte Anwendungen herzustellen. Dies war sicher auch aus der Not heraus geboren, auf diese Weise optische "Fehler" zu minimieren oder bewusst und speziell für bestimmte Zwecke einzusetzen ... darüber hinaus waren die optischen Designs und die daraus resultierenden Abbildungseigenschaften der Objektiv früherer Hersteller ihr Markenzeichen und Wiedererkennungswert.
Das Rendering im Bokeh ist eine (optisch gesehen) komplexe Sache. Zeiss und Schneider haben hierzu in den Anfängen der 2000er Jahre einige Abhandlungen veröffentlich. Physikalisch beruht sie ja auf der Wechselwirkung der diversen Zerstreuungskreise außerhalb der bildseitigen Schärfenebene und der Lichtbrechung der optischen Flächen. Die Zerstreuungskreise lassen sich noch einigermaßen Beherrschen, die Wirkung diverser Lichtverhältnisse eher wenig.
Hinzu kommt, das speziell "Altgläser" meist keine (für Nah/Makroaufnahmen) brauchbare Naheinstellgrenze haben und durch die Kombination mit s. g. Makroschnecken oder Zwischenringen immer außerhalb ihrer Spezifikation betrieben werden (müssen). Und gerade im Makrobereich verändern und vermehren sich die optischen "Fehler" mit zunehmenden Abbildungsmaßstab sehr schnell. Das ganze Unterfangen "malerischer" Abbildungen, speziell in der Natur, ist also von vornherein ein ausschließlich experimentelles Unterfangen ... ohne Anspruch auf zuverlässig reproduzierbare Ergebnisse. Umso eindrucksvoller sind jedoch die Möglichkeiten für eindrucksvolle Bilder, auch wenn sie hauptsächlich auf Geduld, Beharrlichkeit, ein gesundes Maß Zufall und vor allem der Erfahrung des Fotografen beruhen ... was die intensive Beschäftigung mit diesem Hobby in keiner Weise schmälert, im Gegenteil, es besteht durchaus ein "Suchtpotential" :) !
Das von mir ausprobierte ELMO f2.8/85 mm Projektionsobjektiv hat damals, bei der Diaprojektion bereits wenig Details wiedergegeben (Beide Bilder sind nicht endrauscht). Bei der Projektion von Ektachrome 25 Dias war die Darstellung auf der Leinwand bereits recht glatt und plakativ (auch wegen der teils übersätigten Farben). Wahrscheinlich beruht dies auf eine sehr geringe Kontrastübertragung feiner Linien, bzw. sehr unterschiedlichem Übertragungsverhalten tangentialer und sagittaler Linien (ein Form von Astigmatismus) ... kleine Details wirken verschwommen oder "geglättet". Was der optischen Aufbau des Objektivs betrifft habe ich inzwischen herausgefunden, dass es sich um einen Dreilinser in zwei Gruppen handelt. Es hat keine Vergütung und (zumindest) die Frontlinse hat eine sehr weiche Oberfläche (es sind auf der Frontseite ein paar tiefere Putzspuren zu erkennen (Gottseidank nur ganz am Rand) ...
Zum Nikon f2/135mm kann ich sagen, das es in neutraler Einstellung offen bereits über die Sensorfläche hinweg knackscharf abbildet, nur in den äußeren Ecken läßt es ein wenig nach. CAs sind so gut wie keine vorhanden. Die ausführliche Bedienungsanleitung erklärt die Möglichkeiten, die Sphärische Aberration zu verändern sehr gut und zeigt Beispiele verschiedener Einstellungen, an denen man sich Anfangs sehr gut orientieren kann. Ich habe mich allerdings bei meinem Bild bewusst nicht daran gehalten :) ... es war ja ein Experiment. Es ist auch sicher kein Objektiv für malerische Naturaufnahmen im Nah/Makrobereich. Da bin ich ganz bei ihrer Einschätzung! Die Anleitung nennt auch Portrait/Event/Landschaft/Urban als Hauptanwendungsgebiet. Ich fotografiere (auch mit meinen Altgläsern, allerdings in S/W) gerne über Land & Forst und Urban usw.
Danke auch für Ihren Hinweis zu den MAKROFOTO Spezials, ich werde mich hier noch genauer umsehen und sicher auch zugreifen ... herzlichen Dank.
mfG
Siegbert
MOD
Hallo Siegbert,Technik hin,…
Hallo Siegbert,
Technik hin, Technik her, gerade beim ersten Bild mag ich die "weiche" Anmutung des Bildes. Diese unterstützt die Pastellfarben der Blüte. Eine romatische Sicht auf den Phlox.
Servus
Wolfgang
hallo Wolfgang,Du hast…
hallo Wolfgang,
Du hast völlig recht :) ... Technik ist nur das Werkzeug, das Bild macht immer noch der Fotograf ... wenn ich im Museum vor einem "alten Meister" stehe (und staune) mache ich mir keine Gedanken, welchen Pinsel hier benutzt wurde, wie die Farben zusammengemischt sind und was für eine Grundierung er verwendet hat ... :) ... wichtig ist die Stimmung und Anmutung, die vermittelt wird und wie sich eine Verbindung zum Bild aufbaut ... all das findet auf einer ganz anderen Ebene statt, als auf das Wissen über die technischen Grundlagen und Details!
Und was die Beschäftigung mit der Naturfotografie hier im Makrotreff betrifft, geht es ja hauptsächlich auch darum, an Hand von Fotografien zu zeigen, was die Natur alles zu bieten hat ... und gerade auf kleinste, meist unscheinbaren Dingen aufmerksam zu machen, denen kaum jemand (Be)Achtung schenkt! Im besten Falle hilft es vielleicht sogar, ein Bewustsein für Natur zu bilden ...
Gruß
Siegbert
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