Hallo , guten Tag ans Team ,
auf Grund der bisher gesammelten Erfahrung und Tipps vom Team , sagen wir so , kommt man der "Sache" näher .
Mein bisher wohl entscheidender Irrweg war in einer nicht passenden Situation den Zwischenring Helicon in Verbindung mit dem Trioplan einzusetzen . Beim gezeigten Foto habe ich ohne Helicoid fotografiert und mehr mit dem Abstand der Kamera zum Objekt sowie mit der Distanz des Hintergrundes gespielt und besser auf das Licht geachtet , vor allem beim Hintergrund . Das Foto ist sicher nicht perfekt und hat Luft nach oben , glaube aber das Objektiv jetzt besser zu verstehen und auch den Zwischenring Helicoid gezielter einzusetzen , hat ja lange genug gedauert :)
Anmerken möchte ich noch das die Kommentare vom Team zu den Fotos von Markus sehr hilf - und lehrreich auch für mich sind.
Wünsch einen angenehmen Abend
Beste Grüße
Rolf
Kommentare
ADMIN
Hallo Rolf,es freut uns sehr…
Hallo Rolf,
es freut uns sehr, dass dir unsere Kommentare zu deinen Fotos und den Fotos anderer User so gut weiterhelfen :-). Diese Feststellung wird sichtbar im oben gezeigten Bild; es zeigt ein typisches Trioplan-Bokeh.
Ein paar Gedanken zum Helicoid-Adapter und seinem Einsatz:
Was genau ist eigentlich ein Helicoid-Adapter?
Der Helicoid-Adapter ist zunächst einmal "nur" ein Adapter – genau so, wie jeder andere Adapter. Er verbindet also das Objektiv mit dem Anschluss der jeweiligen Kamera.
Nun kann, ganz "normal", mittels der Entfernungseinstellung des verwendeten Objektivs – bleiben wir beim Beispiel des Trioplan 100 – das Motiv erfasst und die Schärfe exakt gelegt werden. Mit Motiv "erfasst" meine ich, dass der Abbildungsmaßstab festgelegt wird. Bei einer großen Blüte wie oben der Schmucklilie ist der Abbildungsmaßstab kleiner als bei einer so kleinen Blüte wie beispielsweise ein Gänseblümchen oder gar die nur wenige Millimeter messende Blüte eines Acker-Gauchheils.
Da das Trioplan 2.8/100 (genauso, wie die meisten anderen Vintage-Objektive) kein Makroobjektiv ist, kann es von sich aus nicht in den eigentlichen Makrobereich vordringen; seine mindeste Einstellentfernung von 1.1 Metern ermöglich nur das Fotografieren von größeren Blüten bzw. Pflanzen. An kleinere Blüten wie beispielsweise die nur etwa 10mm kleinen Blüten des oben angesprochenen Acker-Gauchheils kommt dieses Objektiv einfach nicht nahe genug heran.
Wie funtkioniert die Entferungseinstellung eines Objektivs?
Wir machen hier einen Cut und schauen, was passiert, wenn man mit einem Objektiv von unendlich in Richtung kürzeste Einstellentfernung wechselt: der gesamte Linsenkörper wird weg vom Sensor gedreht. Hierfür gibt es bei den Objektiven den Einstellentfernungsring. Auch dies ist von der Funktionsweise her ein Helicoid – also etwas, das man durch schraubenförmiges Bewegung spiralförmig herausdrehen kann. Mit diesem Herausdrehen wird, wie oben schon gesagt, der gesamte Linsenkörper vom Sensor weggedreht (bei modernen Obekttiven läuft dies im Inneren des Objektivtubu, genannt "Innenfokussierung"); der Abstand zwischen Sensor und Linsenkörper wird also vergrößert, und je größer dieser ist, desto näher rückt der Schärfepunkt an das Objektiv bzw. desto näher kann man ans Motiv gehen – bis zur nächsten festgelegten Entfernungseinstellung des jeweiligen Objektivs, die beim Trioplan 1.1 Meter betrifft. Um nun doch noch näher an das Motiv heranzukommen – den Abbildungsmaßstab also noch weiter zu vergrößern –, kann man klassisch Zwischenringe zwischen das Objektiv und die Kamera montieren. Diese vergrößern dann zusätzlich den Abstand zwischen Linsenblock und Sensor, sodass der Schärfepunkt noch weiter an das Objektiv heranrückt. So lassen sich dann noch kleinere Motive aufnehmen.
Zurück zum Helicoid-Adapter
Genau hier kommt nun die Helicoid-Funktion des Helicoid-Adapter ins Spiel. Anstatt mit Zwischenringen den Abstand zwischen Linsenblock (bzw. Objektiv) und Sensor zu erhöhen, kann nun der in den Adapter integrierte Helicoid-Gewindesatz herausgeschraubt werden. Es passiert dabei nichts anderes als auch beim Betätigen des Objektiv-eigenen Helicoids (Schärfering) oder beim Einsetzen von Zwischenringen: Der Linsenblock wird vom Sensor wegbewegt. Ist also die Objektiv-seitige Funktion des Schärferings ausgereizt, weil die nächste Entfernungseinstellung erreicht ist, kann dieser Vorgang durch Drehen am Helicoid des Adapters fortgesetzt werden.
Der große Vorteil gegenüber dem Einsatz von Zwischenringen liegt darin, dass dies nun – genauso wie beim Objektiv-eigenen Helicoid – stufenlos geht (anstatt in den vorgegebenen festen Stufen der Zwischenringe, die sich durch deren Dicke ergeben). Außerdem kann man diesen zusätzlichen Auszug nicht zu Hause vergessen und braucht ihn nicht zusätzlich zu montieren, was beides bei Zwischenringen der Fall ist.
Einstellung in der Praxis
Beim Helicoid-Adapter geht es also ausschließlich um eine technische Hilfe, die zusätzlich zur Entfernungseinstellung des Objektivs vorhanden ist. Du kannst also beispielsweise das Objektiv erst einmal fest in der Unendlichkeitseinstellung belassen, und deine Pflanzenmotive nur über die Helicoid-Funktion des Adapters scharfstellen; hier passiert ja nichts anderes, als wenn du den Schärfering am Objektiv drehst.
Oder: Du lässt den Helicoid am Adapter geschlossen, und nutzt denjenigen des Objektivs so lange, bis er ganz ausgefahren ist, bis also die nächste Einstellentfernung erreicht ist. Dann wechselst du zum Helicoid des Adapters und fängst an, diesen herauszukurbeln, bis du nahe genug ans Motiv herankommst.
Für mich hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:
Ich stelle den Helicoid des Objektivs meist irgendwo in seine Mittelstellung, drehe ihn also etwa halb heraus. Ab nun stelle ich das Motiv ausschließlich über die Helicoid-Funktion des Adapters scharf. Erst, wenn der Adapter ganz herausgefahren ist und ich noch weiter an das Motiv heran möchte, ziehe ich mit dem Objektiv-eigenen Helicoid nach. So stoße ich bei Makroaufnahmen nicht ständig an die nächste Einstellentfernung des Objektivs.
Fazit
Du siehst, es gibt eigentlich keine "nicht passende Situation" für den Einsatz des Helicoid-Adapters. Er ist nichts anderes als eine technische Hilfe-Funktion, um in den Nahbereich vorzudringen, den das Objektiv durch seine Mindesteinstellenfernung nicht erreicht. Es ist also das Motiv bzw. seine Größe bzw. der Abbildungsmaßstab, die bestimmen, ob ich diese Adapterfunktion brauche oder nicht.
Wenn du so vorgehst, wie ich es oben beschrieben habe – Schärfering des Triplans etwa auf mittlere Stellung und dann nur noch über den Helicoid des Adapters scharfstellen –, kannst du dich voll und ganz auf das Motiv und deine Motividee konzentrieren. Das ist eine enorme Erleichterung!
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland
Hallo Roland ,vielen Dank…
Hallo Roland ,
vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht "Arbeiten mit dem Helicoid" .
Tatsächlich sind es immer wieder die Kleinigkeiten die den "Erfolg" bringen und in diesem Fall hast Du genau diese hervorragend beschrieben .
Es ist doch sicher nicht zum Nachteil wenn ich beim Scharstellen die Kameralupe verwende und einen Makroschschlitten , zumindest wenn es sich um kleine Motive handelt ?
Also vielen Dank nochmal , die Information hat mr sehr gut gefallen und wird mich , und sicher andere hier im Makro Treff , weiter bringen .
Wünsche ein angenehmes Wochenende
Beste Grüße
rolf
ADMIN
Hallo Rolf…
Hallo Rolf,
selbstverständlich kannst du die Kameralupe in Verbindung mit einem Makroschlitten vewenden. Ich arbeite lieber ohne Schlitten und auch ohne die Lupe (und auch ohne Stativ), weil ich dann flexibler bin. Vor allem die Lupe "springt" mich immer so stark an, dass ich fast die Orientierung verliere :-). Aber wenn man mit der Lupe gut zurecht kommt, ist sicherlich ihre Einstatz zusammen mit einem Stativ sinnvoll, weil dann der Bildausschnitt fixiert ist. Ich denke, hier zählen individuelle Vorlieben.
Liebe Grüße
Roland
Guten Abend Roland ,tja, die…
Guten Abend Roland ,
tja, die Freihandfotografie in Verbindung mit dem Trioplan bekomme ich nicht richtig in den Griff , am "wohlsten" fühle mich, vor allem im bodennahen Bereich , mit dem kleinen Berlebach und dem Makroschlitten.
Bleibe aber am Ball um ohne diese Equipments mal das ein oder andere ordentliche Foto zu erstellen.
Schönen Abend noch.
Beste Grüße
Rolf
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